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Es beginnt
unser dritter Monat auf dem Boot.
Bereits haben wir einige Routine im
täglichen Ablauf, aber vor Überraschungen ist man nicht gefeit.
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01.08.03
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Ausschlafen
will ich. Komisch, die ganze Nacht war kein schaukeln zu spüren, kein Wind
hat um die Wanten gepfiffen. Durch die halb geöffneten Augen entdecke ich
plötzlich ein Lichtloch von mehr als
einem m². Erschreckt jucke ich hoch,
denn nach meinem Wissen hatten wir im Boot kein so grosses Loch. Ohjeh, es
ist ja ein Fenster, nicht auf dem Boot, sondern in der Wohnung. Wie schnell
man sich doch an seine neue Umgebung gewöhnt hat. 1.
August will in der Schweiz gefeiert sein, es ist halt eben der
Nationalfeiertag. So feiern wir dann auch am Abend bis spät in die Nacht.
Ganz vergessen, dass ich am Morgen bereits schon wieder um 5 Uhr aufstehen
muss, um nach Zürich zu fahren und an der Seglerprüfung teilzunehmen.
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02.08.03
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Im Auto,
auf der Fahrt, werden die 500 Fragen nochmals durchgelesen. Es hat sich
gelohnt. Abends kam ich wieder Heim, mit bestandener Theorieprüfung ! Nun gilt es noch 700 Seemeilen zu fahren, bei denen ich
peinlichst genau das Logbuch führen muss. Nachdem ich nun schon bereits
etwa 8000 Meilen gefahren bin, werden wir das sicher auch noch schaffen,
ihr könnt mich ja dabei begleiten und meine Zeugen sein.
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03.08.03
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Freudentag
! Um 0900 klingelt das Telefon. Ich
bin erneut Grossvater geworden. Mein weiteres Mitglied im Harem heisst
Jennifer, ist 52 cm gross und 3200 gr schwer. Sie kam genau wie geplant an
dem Tag, an dem ich mir die Zeit zum Spitalbesuch geplant hatte. Super
!! Ich bin überglücklich und wir fahren natürlich gleich hin.
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04.08.03
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Einkäufe
für’s Boot. Nur Kleinigkeiten, aber wichtig. Kaufe auch Stoff , Faden und Ösen. Mit
denen ausgerüstet breite ich mich in der Wohnung aus und nähe ( ganz
alleine) ein trapezförmiges Sonnensegel, das dazu dienen soll, die
Liegefläche auf der Achterkabine zu beschatten, damit die uns besuchenden
Damen sich dort hinlegen können, ohne gleich in die Kategorie
„Tomaten“ eingeordnet werden zu müssen. Ich komme mir vor wie Schneiderlein
Meck…Meck…Meck aus Max und Moritz, aber über das Resultat bin
ich stolz. Ganze 30 Euro hat mich das Material gekostet. Ein Segelmacher
wollte für ein solches Sonnensegel 400€. Vielleicht nähe ich den Winter über
Sonnensegel !
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06.08.03
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Nach
einem Abstecher per Auto nach Offenbach zur Firma, fliege ich zurück nach
Nizza. Eine Viertelstunde mit dem Taxi zum Hafen, wo Francois mit seiner Tochter
Celine und einer Freundin von ihr
und Norbert mit Frau Carola eben dabei sind das Boot zu verlassen. Norbert
hat nun den PC soweit eingerichtet, dass er brauchbar ist und eigentlich
alles funktioniert. Celine und
Jasmin kommen abends nochmals,
schlafen an Deck, und verabschieden sich in der Früh um per Auto
zurück in die Schweiz zu fahren.
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07.08.03
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Wir verlassen den Hafenplatz. Wie Francois
das Boot in diese schmale Lücke einfahren konnte ist ein Rätsel. Die Länge
des Zwischenraumes zwischen den Bootsreihen entspricht ungefähr unserer
Bootslänge. Aber es klappt. Schliesslich sind wir schon richtige Könner!
Von Antibes aus fahren wir an Nizza vorbei in eine Bucht, wo wir die Nacht
über bleiben. Eigenartig
ist, dass wir nachmittags in dieser Bucht kaum einen Platz zum Ankern
finden konnten. Abends waren wir plötzlich ganz alleine, dabei war diese
Bucht wirklich sehr schön, das Wasser sauber und warm. Man fragt sich dann
schon, ob alle anderen etwas über diese Bucht wissen, was wir nicht wissen.
Warum gehen die alle weg? Wir
legen nochmals einige Meter Kette aus, versichern uns, dass der Anker
richtig hält und gehen schliesslich mit mulmigem Gefühl schlafen. Mehrmals
nachts ist einer von uns aufgestanden und hat sich versichert dass
alles ok ist. Es war alles ok. Wenn
diese Bucht ein Geheimnis mit sich trägt, haben wir es nicht gelüftet. Im
Gegenteil, wir Ankern noch weiter in dieser Bucht, nachdem wir Ausflüge in
Richtung Monaco gemacht haben.
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10.08.03
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Heute
ist Besuch angesagt. Anne und Georg Meis , alte Seglerkammeraden, kommen zu
Besuch. Wir holen sie im Hafen von Villefranche bei der Petrolstation ab.
Nach kurzer Einweisung, verstauen des Gepäcks und der üblichen
Begrüssungszeremonie, geht die Reise los. Direkt nach Korsika. Der
Wind frischt immer mehr auf, allerdings nicht über die 25 Kn- Marke. Das
heisst, wir haben eine super Überfahrt , bei fast Vollmond , relativ
ruhiger See und herrlicher Temperatur. Ganze Nacht im T_shirt.
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11.08.03
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Um
0700 setzen wir den Anker in der
Bucht von Fornel am Fuss de Cap Corse. Um 1100 bemerken wir, dass der Anker
unter dem relativ starken Wind nicht sicher hält, so dass wir den Anker neu
legen und mit einem 2. Anker verbinden (verkatten). Mit dem Dingi wird an
Land gefahren und eingekauft. Am
Abend treffen wir uns an Land in einem Strandkneipchen mit einer
Schulfreundin von Anne, die seit vielen Jahren auf Korsika lebt.
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12.08.03
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Mit
einem leichten Wind von der Seite fahren wir heute an der Westküste des Cap
Corse entlang, umrunden die Spitze und fahren in den ersten möglichen Hafen
auf der Ostseite , in Macinachio , unserem vorgesehenen Ziel, ein. Wir
wollten dahin, weil ich schon mal mit Georg und Anne von Elba aus auf
unserem ersten gemeinsamen Törn hier waren. Es gibt da so ein Restaurant
auf der Anhöhe, direkt über dem Hafen, wo man bei herrlicher Aussicht gut
essen kann. Ein kleiner Bus holt einem direkt am Quai ab und bringt einem
mit gefüllter Wampe wieder zurück , so dass alles ohne Mühe zu erleben ist.
Ansonsten ist das Cape Corse, ausser seiner sehr kargen, zerklüfteten und
felsigen Landschaft nichts, was mich zu einem längeren Aufenthalt bewegen
könnte. Auffällig ist einzig, dass an jedem Fels ein kleines Dörflein klebt
und das Zentrum jeweils mit einer recht grossen und imposanten Kirche ausgestattet
ist. Ich vermute, dass hierher in der Urzeit Sünder und Verbrecher geflüchtet sind,
denn hierher kam sicher keiner freiwillig. Die grossen Kirchen, könnten
wiederum auch darauf hin deuten, dass die Geistlichen mit den Sündern viel
zu tun hatten. ( Eine typische Rudy- Theorie ). Die Geschichtsbücher
allerdings geben Korsika eine unheimliche Wichtigkeit. Schön allerdings
wird es erst später, wie wir noch
sehen werden.
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13.08.03
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Bastia.
Auch eines unserer Ziele. Im alten Hafen, kriegen wir einen Platz. Wir
hatten vorreserviert, indem ich per Handy bereits am frühen Vormittag
angerufen habe. Bei der Einfahrt gab es eine richtige Dränglerei. Ein von
links kommendes Boot, das uns die Vorfahrt hätte geben müssen, hat im
letzten Moment so richtig den Motor aufgedreht, um , schwups, ein par Meter
vor uns um die Hafenmole zu zischen. Dann war Stille. Gott sei Dank hatten
wir keinen Wind, denn ich musste mich nun im sehr engen Vorhafenbecken in Warteposition begeben. Es war wie auf
dem Supermarktparkplatz, wenn man warten muss bis einer zuvor eingeparkt
hat. In der Aufregung und im Sprint, hat nämlich der gute Seemann ( ein
typisch französisches Verhalten übrigens ) vergessen, dass er hinten sein
Dingi angebunden hat. Mit einem Dingi, das sich dann so hinten seitlich ans
Boot schmiegt, ist halt schlecht
rückwärts einzuparken. Wir sassen gemütlich auf der Brücke und haben
uns nur krumm gelacht ab soviel Amateurismus. Aber eben, Höflichkeit
und Anstand gehen nicht unbedingt
mit Bootsführung einher. Trotzdem,
einmal festgebunden, genossen wir Bastia. Es ist eine unglaublich
schöne Stimmung in dem Hafen, der auf 3 Seiten mit alten , zum Teil auch sehr verlotterten
Häusern umgeben ist. Die Leute dort sind auffallend liebenswürdig. In einem
Restaurant , auf dem Balkon, direkt über den Schiffen, genossen wir ein
herrliches Abendessen. Der Chef, der war schon richtig high, liess des
öfters etwas fallen und zeigte uns danach noch einige erstaunende
Kartentricks. Zu seiner und unserer Freude kam er dann auch gleich mit der
Grappaflasche vorbei , und schenkte uns (und sich ) immer wieder nach. Wie
er preisgab, war er 4 Jahre lang Gruppier im Casino von Monte Carlo. (Also wird doch mit den
Karten geschummelt). Es wurde spät an diesem Abend und in der Früh brummte
der Schädel.
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14.08.03
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Heute
mussten einige Einkäufe erledigt und
das Boot wieder einmal richtig sauber gemacht werden. Die einen putzten,
während andere einkaufen gingen. Da das Einkaufen so unheimlich lange
gedauert hat, obwohl Bastia gar nicht so gross ist, kam in mir die
Vermutung auf, dass die Einkäufer sich von einer Kneipenterasse aus erst
mal den Putzvorgang angesehen haben, bevor sie sich dann zum Ende hin doch
noch zum Schiff bemühten. Nur, ein Skipper muss ja nicht blöd sein. Man
kann ja auch mal einen Putztag in einer Bucht anlegen, und dann die Lappen
so verteilen wie man will !! (Wer zuletzt putzt, putzt am besten )
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17.08.03
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Nachdem
wir unter herrlichen Bedingungen die Ostküste hinuntergesegelt und in
gemütlichen Buchten geankert hatten, war für heute Bonifacio angepeilt. So
gegen 1330 holten wir die Segel ein
und fuhren unter Motor in die enge Einfahrt von Bonifacio. Mit den hohe
Kreidefelsen und den darauf liegenden Häusern, Citadellen und anderen
Gebäulichkeiten ist diese Einfahrt einfach atemberaubend. Als Skipper hat
man bei soviel Schönheit, Mühe, sich auf den äusserst regen Schiffsverkehr
in dem engen Hafen zu konzentrieren. Wir bekommen keinen Platz mehr und
müssen uns , nachdem wir um Erlaubnis gefragt haben, am letzten Boot am
Ende des Steges seitlich festmachen. Unser Nachbar , ein Franzose, sehr
nett ,erlaubt uns dies. Später, erlauben wir einem Italiener, der uns
fragt, ebenfalls seitlich an uns festzumachen. Der wiederum gibt auch einem
Landsmann seinerseits die Erlaubnis und so geht es weiter. Spätabends
liegen an unserem netten Franzosen ganze 5 Boote angebunden. Der Weg an
Land führte natürlich, wie Ihr
sicher schon ausgerechnet habt, von einem Boot zum anderen. Der
Personenverkehr ist dann umgekehrt proportional zu der Anzahl Booten, die
am ersten hängen. Wenn man dann noch weiss, dass viele Boote Charterboote
mit viel Leuten sind, kann man sich die Ruhe, die unser Franzose auf seinem
Deck beim Nachtessen hatte gerade mal ausmahlen, denn jeder musste an
seinem Tisch im Heck vorbei. Mahlzeit auf Französisch heisst „ Bon
Appetit „ (das hätte auch eine absolute Sprachnull nach dem ersten
Abend gewusst.)
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18.08.03
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Landausflug.
Mit gemietetem Wagen sind wir die untere Hälfte von Korsika abgefahren.
Eigentlich nichts weltbewegendes, wenn da nicht die geschlungene Strasse
durch den Nationalpark und die Berge gewesen wären. Bis auf 2300 M Höhe
sind wir hoch und auf der anderen Seite wieder runter. Es war sehr schön
und romantisch. Nur war ich als Fahrer, mit 230 Km auf diesen Strassen am Abend
ganz schön KO. Nicht mehr gewohnt Auto zu fahren und die volle
Konzentration auf engsten Bergsträsschen, das haut in die Knochen. Warum
wir nicht mit dem Fahren abgewechselt haben ? Klar, dass die Frage kommen muss.
Beim Einchecken des Fahrzeuges muss
man die Fahrer benennen. Francois sollte der 2.Fahrer sein. Aber ojeh, er
hat seinen Führerschein scheinbar nicht dabei. Unverständlich, der muss
wohl zu Hause liegen geblieben sein. Doch ohhh.. bei unserem ersten
Boxenstop in der ersten Kneipe, wo ich mir als Fahrer ein Mineralwasser
genehmigte, und er sich als Nichtfahrer ein Bierchen gönnen durfte, fanden
wir beim Bezahlen plötzlich den verloren geglaubten Fahrausweis. Nur war es
halt zu spät. Würde ich Francois nicht so gut kennen, wäre der Verdacht
nahe, dass es nicht eine unglücklicher Zufall hätte gewesen sein können. Aber nicht bei Ihm, denn er hasst es mit
mir zu fahren, denn ich fahre ihm viel zu schnell. In einem „ Grotto
„ hoch oben am Berg haben wir einen Korsen glücklich gemacht und vermutlich
vor dem finanziellen Ruin bewahrt, denn für eine Flasche Wein (köstlicher
korsischer Wein), 3 Portionen Trockenfleisch und Wurst mussten wir ganze
70 Euro hinlegen. Wenn man mit den Korsen nicht vorher verhandelt, kann so
was passieren. Sein Vater, ein alter Korse, der uns ständig beim Essen
zukuckte, war keine Gefahr für uns, denn beim besten Willen hätte der uns
nichts wegessen können, auch nicht wenn wir ihm von dem goldigen Fleisch
etwas abgegeben hätten , denn er hatte nur noch einen einzigen Eckzahn, den
er uns bei seinem breiten Grinsen ständig präsentierte. Besondere Freude
hatte er, und konnte sich kaum mehr erholen, als Georg die Toilette nicht
fand und in der Küche landete.
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19.08.03
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In
Bonifacio machten wir die Leinen gegen Mittag los. Der Wind blies ganz
schön heftig, aber das Team, eingespielt wie auf der Allinghi, hat das
Ausfädeln aus dem Päcklein gut gemeistert. Beim Ausfahren überholte uns ein
italienischer Motoryachtler in einem Tempo, dass wir nur noch die Köpfe
schütteln konnten. Ein Stück vor uns lag eine riesige Yacht quer im Hafen,
weil sie mit dem Anker eine Mooringkette ( Ketten die in den Häfen auf
Grund liegen um Bojen festzuhalten ) aufgefischt hatte und nun das Gewirr
entwickeln musste. Unser Spezi, gleich nach dem Überholen, bremste voll ab
und blieb direkt vor uns stehen. Er, mit vermutlich 4-5 To Gewicht und
Motoren von mehreren hundert PS konnte das ohne Problem, wir aber mit 16 To
und nur 100 PS hatten da keine
Chance. Es war auch kein Problem an der quer liegenden Yacht
vorbeizufahren. Nur wenn der Depp vor uns stehen blieb konnte es nur
knallen. Dass ich ein so lautes Stimmorgan habe, dass ich den Mensch vor
mir, trotz Windgeheul und Motorenlärm aus seinem Traum wecken konnte,
wusste ich vorher nicht. Mein Urschrei hat ihn dann Gott sei Dank dazu
gebracht, seinen Kahn aus meiner Schusslinie zu retten und dies so knapp,
dass ich schon den Aufprall in meinem geistigen Ohr gehört habe. Nach
diesem Zwischenspiel kamen wir heil aus dem Hafen und setzten Kurs unter Segel in Richtung
Sardinien. Am nordöstlichen Zipfel von Sardinien liegen die Inseln von
Madalena. Ein herrlich schönes Gebiet. Nur eben auch eng ist es dort. Und
viele Italiener gibt es dort. Und Machos auf Motorboten gibt es dort. Dazu
ist das Gebiet sowieso schon ziemlich wellig. Wenn einer zuvor nicht Seekrank war, kann er es dort
werden. Die Motorboote rasen mit grossem Tempo so 5-10 Meter links, rechts, vorne und hinten an einem
vorbei, als wären die Zollbehörden denen auf den Fersen. Urlaub scheint da
keiner zu haben, oder aber sie müssen den niedlichen Kätzchen, die gerne
mit so dicken fetten Klötzen auf Motoryachten mitfahren soviel Angst
einjagen, damit sie diese danach tröstend in die Arme nehmen können. Also
kurz gesagt, es war heftig. Nach
vielen Anläufen fanden wir dann endlich Halt in der Bucht von Porto Pozzo.
Mindestens 4 X mussten wir den Anker neu setzen, danach aber hielt er
wunderbar. Beruhigend.
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20.08.03
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Wunderschöne
Gegend, herrliche Buchten. Die Costa Smeralda. Architektonisch gepflegte Anlagen
und Dörfer, die Strände schön, die Natur von unglaublicher Schönheit mit
Felsgebilden, die an die berühmten Bilder der Seychellen erinnern. Wir
Tummeln uns der Küste entlang Richtung Olbia, wo uns unsere Besucher
verlassen werden und die nächsten zusteigen. Dann, ein Telefonat, ich soll
dringenst zurück in die Firma, einiges
scheint im Argen zu sein. Nun, auch das gehört dazu. Umplanen. Gäste
von nächster Woche verschieben. Flug suchen. Hafen suchen in dem ich das
Boot für eine Woche liegen lassen kann. Alles noch am gleichen Tag
erledigt. Nur mit viel Überzeugungskraft den Capitano einer Marina dazu
gebracht , mein Boot für eine Woche zu akzeptieren. Er meint, dass wir
wegen der Tide in einer Woche mit unserem Tiefgang nicht mehr aus dem Hafen
auslaufen könnten. Es wird vermutlich knapp, mit Hilfe von Motorbooten
müsste dann das Schiff über den
Grund geschleickt werden. Ich freue mich schon ! Eine Alternative habe ich
nicht.
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21.08.03
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Wir trödeln
noch etwas der Küste entlang um am späten Nachmittag in der gleichen Bucht
nochmals vor Anker zu gehen. Georg ist heute der Skipper und müht sich mit
dem ungewohnten Schiff ab. Ich suche alles, was ich an brauchbaren
Landklamotten finden kann zusammen, und pack die Tasche. Ich habe nur eine
Kleidung, ein Ausgehhemd und eine Krawatte. Normalerweise langt mir das
nicht für eine Woche. Ich reise los in Jeans und altem Hemd mit weissen
Turnschuhen. Mit dem Dingi rudert mich Francois an Land. Ein Taxi bringt
mich an den nahen Flughafen und über Zürich geht’s am nächsten Tag
weiter nach Luxemburg.
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Am 28.08.03 werde ich zurückkehren auf’s Boot.
Dann geht die Reise weiter Wir haben
schon 3000 Meilen gesegelt und die Strecke vor uns ist fast noch mal so lang.
Ich freue mich schon jetzt wieder. Es sind dann schon 3 Monate auf dem
Schiff vorbei, und genug haben wir immer noch nicht. Im Gegenteil, es wird
,glaube ich, immer schöner. Ich melde mich dann wieder.
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