|
|
|
|
Die ersten
Tage auf der Amel sind vorbei, nun geht's bald los.
|
|
01.06.03
|
Wir unternehmen
einen kleinen Übungsausflug mit dem Boot, und danach ist Einkaufen
angesagt. Nach der Einkaufsliste zu urteilen, werden wir nach den 2 Wochen
Überfahrt alle Kerngesund sein, denn Werner besteht darauf, dass vor allem
Gemüse und BIO- Waren gebunkert werden. Mal sehen! Am ende des Tages bekomme ich von Amel
noch die Exportpapiere und somit wären wir eigentlich bereit die erste
Reise der SAMANTHA anzutreten. Vorerst soll das Schiff aber noch getauft
werden. Mit Champagner und kleinen Häppchen dazu wird SAMANTHA am Vorabend der Reise mit
einer feierlichen Zeremonie und einer schönen Ansprache durch Werner
getauft. Danach genehmigen wir uns
ein festliches Mahl in La Rochelle, natürlich mit Meeresfrüchten.
|
|
02.06.03
|
Der geplante
Aufbruch um 9 Uhr wird vorerst mal verschoben, da Norbert den PC wider
ausbauen muss, denn das Ding will
einfach nicht funktionieren. Nach einigen Höhen und Tiefen hat der PC
seinen Geist morgens um 4 Uhr völlig aufgegeben und bleibt seit dem tot. Nun muss noch Werner's Laptop auf Vordermann gebracht werden,
denn auch der ist auf die schwimmende Werkstatt von Norbert gebracht
worden. Mittags ist es dann so
weit. Wir laufen bei flauem Nachmittagswind aus und nehmen Kap
Richtung Bayona , hinter dem Kap de
Finestre in Spanien.
|
|
03.06.03
|
Kein Wind, Flaute rundum. Motor Tag und Nacht. Michael wird plötzlich bleich und legt
sich flach. Fische füttern zwischendurch. Aber wir kennen das bei Michi,
immer am 2. Tag auf See hat er dieses Malheur. Es wird danach aber
besser. Werner fängt plötzlich auch
zu schwächeln an, bleibt stumm und juckt plötzlich an die Reling. Er will
sich danach auch nicht mehr erholen, liegt flach und hat keine Lebenslust
mehr. Ich kenne Werner so gar
nicht, irgend was ist faul, entweder
haben die Austern so gewirkt, dass er es ohne seine liebste Barbara nicht
mehr aushält, oder sie liegen im Magen und warten auf die Verdauung, die
bei solch schwerem Geschütz doch einige Zeit in Anspruch nehmen kann.. Michi schläft mal so gerade 24 Stunden
nonstop, danach gibt er wieder
Lebenszeichen
|
|
06.06.03
|
Früh morgens fahren wir in
Bayona ein. Platz gibt es keinen, so
legen wir an einem Steg für einige Stunden an. Kurzer Besuch im Städtchen ,
ein herrliches Bier und einen guten Fisch zum Mittagessen fördert die gute Laune aller. Es wird entschieden, dass Werner
aussteigt und nach Hause fliegt, denn Ihm macht die Reise unter diesen
Umständen keinen Spass. Nachdem er die
Reisemöglichkeiten mit Taxi,
Bus und Flieger ab Porto ausgekundet hat, verlässt er uns am
Nachmittag. Wir, Francois, Michi und ich laufen gegen Abend aus, mit Ziel
Cascais in Portugal.
|
|
08.06.03
|
Kurz nach
aufgehender Sonne laufen wir in Cascais ein. Alle schläft noch, wir legen
an der Tankstelle an und warten auf die Öffnung des Hafenbüros. Wir haben
noch etwas Zeit von den herrlichen
Segeltagen hinter uns zu träumen. Bei mässigem Wind sind wir mit voll ausgebaumtem Genua
und Balooner mit Wind im Rücken die
ganze Zeit der spanischen und
portugisischen Küste entlang gesegelt. Kein Motorengeräusch,
herrliche Küstenabschnitte mit nächtlichen Lichtermeeren haben sich
abgewechselt. Da die See auch sehr ruhig war konnten wir uns herrliche
Mahlzeiten kochen und so richtig das Leben an Bord geniessen. In
Cascais essen wir erst mal ein
Hähnchen in der Kneipe, wo ich immer
zum Hänchenessen gehe, wenn ich dort bin. Danach ein herrliches Bier auf
einer Terrasse über dem Fischerhafen, Mittagsschläfchen, duschen und für
den Abend vorbereiten. Abends
kommen Paul und Marianne mit Johnatan und Keith uns auf dem Schiff
besuchen. Es gibt viel zu erzählen beim Aperitif und dem nachfolgenden
Abendessen. Es war ein
schöner Abend und wir schlafen alle Drei
wie Bären. Jeder knurrt in seiner
Kabine genüsslich vor sich hin.
|
|
09.06.03
|
Von Montag früh
bis Dienstag Mittag legen wir die Strecke
nach Vilamoura an der Algarve ohne Zwischenfall und bei herrlichstem Wetter
zurück. Mittags lernen wir in einem italienischen Restaurant den Besitzer „ Massimo“ kennen. Nachdem er
von uns mitbekommt, dass wir nach Sizilien reisen wollen, ist er mit
Ratschlägen sofort bei der Hand und nicht mehr zu bremsen beim Aufzählen
von Freunden die wir dort besuchen sollen. Und sollten wir irgend ein
Problem haben in Sizilien, dann müssten wir Ihn sofort anrufen, er könne
alles regeln dort. Hörte sich so richtig
Mafiaartig an. Mit seiner privaten Handy-Nr und nach einem spendierten Kaffee und
Grappa ziehen wir weiter. Wir wollen noch zum Hafenbüro, denn unsere
Steckdose passt nicht in die vom Steg. Nur, das Hafenbüro ist auf der
anderen Hafenseite. Das heisst, marschieren, marschieren und nochmals
marschieren. Die Vorwarnung von Seglern, dass ein Segler das Laufen kennen
lernen wird, bewahrheitet sich nun schon. Ganz schön gross so ein Hafen
! Nachdem wir im Hafenbüro einen
passenden Stecker bekommen haben, den ich dann erst noch an mein Kabel
montieren muss, überlegen wir, wie wir wohl am besten zu unserem Schiff
zurückkommen. Es liegt doch nur gerade 50 Meter von uns weg,
aber eben auf der anderen Seite des Hafens.
Ein freundlicher
Motorbootfahrer, der eben bei der Tankstelle auf unserer Seite festmachen will, lässt sich zu
einer netten Geste überreden und fährt uns zum gegenüberliegenden Steg. So
sparen wir eine Stunde Fussmarsch bei fast 40° brühender Sonne und können
uns statt dessen noch ein Mittagsschläfchen gönnen, denn die Biere, der
köstliche Rotwein und der Zugabe-Grappa, haben uns jedes Bedürfnis nach
sportlicher Tätigkeit genommen. Abends, nach dem Einkaufen essen wir
herrlichen Fisch so richtig nach portugisischer Art. Gegen Mitternacht haut
es uns ins Bett zu einem ruhigen Schlaf.
|
|
11.06.03
|
Gegen 1000 melden wir uns im Hafenbüro ab mit
Ziel Gibraltar. Ruhige See, schöner Wind, leicht querab,
alles herrlich. Nachmittags , bei
herrlichstem Sonnenschein, und aus dem blauen Himmel heraus, hören wir eine
Sturmwarnung im Funk, für unser Gebiet. Kann irgendwie nicht sein, bei
diesem Urlaubswetter. Um 2200 dreht
der Wind plötzlich nach vorne und frischt langsam aber sicher auf. Immer
noch kein Wölklein am Himmel, doch
der Wind steigt und steigt auf unserem Windmesser von 10 Knoten auf 30,
dann 40, später 45 bis fast 50. Das
heisst, der Wind weht uns voll entgegen mit bis zu 90 Km/ h. Die Wellen bauen sich auf und werden immer
steiler. Hoch sind sie nicht besonders,
2-3 Meter vielleicht , jedoch werden die
Wellen immer unberechenbarer und kommen von allen Seiten auf uns zu, denn
wir sind bereits im Einzugsgebiet
der Strasse von Gibraltar. Die ist wegen ihren Wellen und Strömungen
nicht gerade besonders beliebt. Wir sind in einem „ Starken Sturm „, knapp vor
der Bezeichnung „Orkan“, mit unserem neuen Schiff. Nur noch mit
2-3 m² Segel und laufendem Motor kämpfen wir gegen den Sturm. Einen Ausweichhafen
gibt es in dieser Gegend nicht, also müssen wir durch. Vor der
Meerenge von Gibraltar gibt es einen
Hafen, den wir als Schutzhafen nutzen wollen, denn dieser Hexentanz
draussen geht ganz schön an die
Substanz. Michi liegt seit 24 Stunden flach und schläft unten in der Kabine
ununterbrochen. Francois und ich kämpfen gegen Wind und Wellen an. Ein Versuch
mal schlafen zu gehen, schlägt fehl, denn wenn das Boot nicht ganz sauber
über die Wellen in einem spitzen Winkel gefahren wird, springt es über die
Welle und schlägt danach so heftig auf, dass ich mehrmals glaubte, das Boot
würde zerbrechen. Kommt man zu flach zur Welle, purzelt das Schiff quer die
nächste Welle hinunter und überschlägt sich fast seitlich. Also ist höchste
Konzentration und sauberes Steuern unbedingt wichtig. Nichts mit schlafen.
Erschwert wird die ganze Übung dadurch, dass das Boot alle weile in
die Wellen einsticht und sich zu
einem Unterseebot wandelt. Das Wasser schlägt voll über uns weg und zu
sehen ist gar nichts mehr. Gut dass wir ein Radar an Bord haben, das
erleichtert die Orientierung.
Endlich sind wir auf der Höhe von Barbete, einem kleinen Hafen vor
Gibraltar. Dort wollen wir versuchen Unterschlupf zu kriegen und das Ende
des Sturmes abzuwarten. Die Anfahrt ist schwierig, denn die Hafenöffnung
ist genau im Wind und die Welle läuft mit in den Hafen hinein. Francois und
ich besprechen die Taktik und fahren gemäss Kartenangaben vor die Einfahrt.
Der Puls steht auf 180, denn unter Sturm habe ich noch keinen Hafen
angefahren. Sollte man auch nicht tun, aber seit 24 Stunden kämpfen wir
draussen schon und möchten gerne ein bischen Ruhe. Michi ist aus seinem
Tiefschlaf erwacht. Es geht ihm
wesentlich besser. Plötzlich vor der Hafeneinfahrt sehen wir eine ganze
Aufreihung von Fischernetzboyen, rundum wo man hinschaut, nur Netze. Unsere
Versuche, über Funk, die Hafenbehörde
an den Draht zu kriegen und um Rat zu fragen, wie wir den Hafen am
besten Anfahren könnten, fehlt. Scheinbar sind die alle nach Hause
gefahren, denn bei dem Wetter geht keiner auf See. Uns
trennen noch 50 Meter von den Betonklötzen der Hafenmohle und ich stelle fest, dass ich unter dem
Kiel kein Wasser mehr habe. 0 – Meter, scharf nach Steuerbord abgedreht um nicht
aufzusitzen. Ich höre gespannt auf das unangenehme Knirschen der
Grundberührung, nichts, langsam kriege ich wieder Wasser unter’s
Boot. Doch was ist das?, Der Motor hat jäh ausgesetzt. Ein Fischernetz in
die Schraube gekriegt ? Jetzt wird’s ernst. Francois rennt nach vorne
und löst die Ankersicherung, Michi fährt das Fock aus und ich versuche
schnellst möglichst unter Segel Fahrt aufzunehmen um von dieser
bedrohlichen Hafenmole wegzukommen.
Es gelingt ! Wir steuern wieder auf die offene See hinaus. Nach 2
bis 3- maligem Versuchen springt
der Motor wieder an, als wäre nie was gewesen. Was war das, und warum hat gerade in diesem höchst
kritischen Moment der Motor ausgesetzt ? Das wissen nur die Götter.
Feststellen konnte ich nichts, auch nach einem späteren
Inspektionstauchgang nicht. Nachdem der Herzschlag wieder auf normales
Tempo gedrosselt,und der Schweiss von der Stirne gewischt war, war die
Devise klar ! Durchhalten und durch die Strasse von Gibraltar, Sturm hin
,Sturm her. Wir wussten nun, dass unser Böötchen uns auch bei solchen Stürmen sicher und unheimlich
stabil durch die Wellen bringt. Wir waren draussen in keinem Moment auch
nur der geringsten Gefahr ausgesetzt. Unsere Amel ist einfach ein
Wunderboot! Endlich ,
am Donnerstag Nachts um 0130 konnten
wir in Gibraltar, in der Sheparts Marina unsere Leinen festzurren und beim
Zoll einklarieren. 36 Stunden Sturm,
danach Tiefschlaf bis 1000 Morgens.
|
|
13.06.03
|
Boot sauber
machen, denn in der Bilge hat es 2 Flaschen Wein zerschlagen. Es riecht
nach Alkohol und alles ist rot gefärbt. Die
Überbleibsel einer Melone, die ein liebes Crew-Mitglied in einem Schaps
gestaut hatte, und die der Verfaulung und der Gärung nicht widerstand
geleistet hatte, mussten entfernt werden. Es stank fürchterlich im ganzen
Boot. Waschen, säubern und mit schärfsten Mitteln musste ich das halbe
Boot, um nur einigermassen dem Gestank von Müllhalde Herr zu werden. Kauf von 2
zusätzlichen Anbindeleinen, etwas Brot und was sonst noch so täglich auf
dem Boot zu tun ist. Im Hafen von
Gibraltar, liegen viele Boote, die so versifft sind, wie auch die Besitzer,
( meist Engländer ), die scheinbar mit dem Leben abgeschlossen haben. Wir
hoffen , dass wir eine schöne und
Aufbauende Reise mit der Samantha vor uns haben und nicht den
Lebensabschluss bereits in sicht ist. Francois
und Michi gehen während meiner Putzerei auf Site-Seeing-Tour. Ich habe
Gibraltar und seine Affen schon früher mal gesehen. Um 1730
Laufen wir aus mit Ziel Malaga, wo Michi uns verlassen wird, um seine
Aufgaben zu Hause wieder wahrzunehmen.
|
|
14.06.2003
|
Nach einerruhigen Nacht, sind wir viel zu früh in Malaga und dümmpeln so 3-4 Stunden
vor dem Hafen. Die Einfahrt wollen
wir erst bei Tagesanbruch und unter Tageslicht vornehmen. Gott sei Dank,
haben wir auf Tageslicht gewartet. Dieser Hafen stimmt weder mit dem
Hafenbuch noch mit der Seekarte überein. Die Abweichungen sind so stark,
dass ich mich auf der Karte und mit GPS versichern musste, dass ich
wirklich den Hafen von Malaga anlaufe. Fast wäre ich auf eine Hafenmole
geknallt, die nirgendwo eingezeichnet ist und die ich bei der
Morgendämmerung nicht ausmachen konnte. Ein freundlicher Fischer hat mich
mit seinem Boot eingeholt und mir den Weg zu einer Fischermole gewiesen, wo
wir dann auch um 0700 festmachten.
Die Hafenpolizei kam so gegen 0800 vorbei und war zu frieden mit der
Aussage, dass wir in einer halben Stunde wider auslaufen wollen. Der
freundliche Kommandant hat sich um
ein Taxi bemüht, das er in der Stadt geholt und direkt zu unserem Boot
eskortiert hat, so dass Michi seine schwere Tasche keinen Meter schleppen
musste.
|
|
15.06.03
|
Von Malaga bis Ibiza sind wir teils unter Segel, teils unter
Motor unterwegs. So eine Fahrt, ohne Wind und Sturm ist richtig langweilig
! Wachablösung alle 3 Stunden, schlafen, etwas kochen und Essen, wieder
Wache, wieder schlafen usw, usw..
|
|
16.06.03
|
Im Morgengrauen fahren wir in Ibiza ein,
machen an der Tankstelle fest, putzen das Boot innen noch nach Männerart, waschen die Bettwäsche
usw. Dann der Anruf an Rita, sie kann nun auf’s Boot kommen. Um 1000 ist sie da. Genau 13 Tage waren wir nun
von La Rochelle nach Ibiza unterwegs, eine Überführung, die uns viel Neues
gezeigt und uns ganz schön herausgefordert hat. Francois und ich sind über
das gute Gelingen überglücklich und dass wir beide absolut Seefest sind und
uns jeder auf den andern gegenseitig und in jeder Situation verlassen
können, krönt unsere über 30-jährige Freundschaft. Ab jetzt fängt unser Leben,
gemütlich und ohne Zeitziele erst richtig an. Von
Ibiza fahren wir in eine Bucht, nur einige Seemeilen von der Stadt
entfernt. Ruhige See,
herrlich blaues , stahlklares
Wasser. Wir ankern und bleiben über Nacht.
|
|
17.06.03
|
Gegen Mittag, Anker auf, segeln nach
Portinax, im NO der Insel. Schönes Abendessen auf einer Terrasse. Gute
Drinks und Dolce far niente. Baden ist angesagt.
|
|
18.06.03
|
Gegen Mittag , Anker auf . Denkste !! Wir hatten 2 Anker gesetzt und zwar
„verkattet“ ( 2 Anker hintereinander auf einer Kette ). Nun,
nachdem der erste Anker oben war, gelingt es nicht, den 2.Anker
hochzuziehen. Alle Versuche, mit Ziehen, Überfahren, seitlich zu
ziehen, gelingen nicht. Plötzlich
ein Knall, die Kette rauscht ab und der 2. Anker samt Kette verschwindet im
kühlen Nass. Jetzt war ist die Zeit gekommen, die neu angeschaffte
Taucherausrüstung auszuprobieren.
Erst mal nur mit Weste und wenig Blei am Bauch schwimme ich wie ein
Korken an der Oberfläche und komme trotz ausgestreckten und in der Luft
Paddelnden Beinen einfach nicht in die Tiefe. Zurück zum Boot. Weste aus und 1 KgBlei mehr an den
Bauch. Ok jetzt geht’s. 3 Metervor dem Anker
zieht mich plötzlich die mitgebrachte Leine zurück und vom Anker weg. Zurück zum Boot. Eine weitere dünne Leine
als Verlängerung und damit erneuter Versuch. Jetzt geht’s. Der Anker
hat sich unter einen Korallenblock gegraben und nur mit viel Mühe gelingt
es mir, dieses Miststück endlich frei zu bekommen. Meine Tauchausrüstung
hat sich damit bereits bezahlt
gemacht. Nur das muss ja nicht noch mal
sein. Ich kann darauf verzichten. Ich wollte die Tauchausrüstung
eigentlich eher zum fischen, denn mit der Angel ist das so ne Sache . (Seit
2 Wochen kein Fisch daran gehabt). Der Anker auf Deck, macht einen
jämmerlichen Eindruck. Der ganze Schaft ist krumm. Ich werde ihn in
Mallorca irgendwo in einer Werkstatt
wieder gerade biegen lassen.
Später Nachmittag. Wir fahren in eine Bucht auf der Nordseite, in
der Nähe wo die Leute wohnen, die Rita auf dem Flughafen kennen gelernt
hat. Sie hat ihnen versprochen dass wir sie besuchen werden. Eine kleine
schützende Bucht. Aber eben klein. Wir wollen 2 Anker vermurrt (einer
vorne, einer hinten) auslegen. Gesagt getan. Wunderbares Manöver gefahren. Nur, beim Prüfen der Anker merken wir,
dass keiner hält. Ein freundlicher Deutscher mit Gummiboot kommt bei und
erklärt uns, dass hier noch nie einer mit Anker gelegen hätte. Beim Aufziehen der Anker holen wir soviel
Seegras mit hoch, dass man einen halben Garten damit hätte begrünen können.
Bei solchem Grund hält kein Anker. Also alles wieder einholen, 60 MKette und 60 MLeine und 2 Anker.
Die Muskeln werden ganz schön strapaziert. Ich schwitze dass es nur so
trieft, denn es ist auch ganz schön heiss, gegen die 35°. Nun verholen wir direkt in
die Bucht „Cala da Rida
„ eine offene Badebucht,
direkt vor der Wohnung von Rita’s Bekannten. Über’s Handy wird
Kontakt aufgenommen. Nach kurzem sind dank Dingi alle an Bord beim
Spagettiessen und gemütlichem Abend an Deck.
|
|
19.06.03
|
Nachdem
Rene und Ruth mit Francois am Flughafen waren um einen Rückflug zu
buchen, segeln wir zurück nach Ibiza in den Hafen. Abendlicher Ausgang mit
gutem Essen in Ibiza. Bis morgens um halb 2 sind wir unterwegs. Als wir zurück zum Boot gehen, ist es als
würden wir mitten am Nachmittag nach hause fahren. In Ibiza ist die ganze
Nacht betrieb. Und als Francois sich am nächsten Morgen um 0600 vom Boot
macht, teilt er sich das Taxi mit den Leuten, die eben die im Hafen
liegende Disco verlassen. Ibiza ist eine Wucht.
|
|
20.06.03
|
Heute ist Putztag. Rita und ich sind nun
für eine Weile alleine auf dem Boot. Im Moment warten wir auf ein Packet,
das wir von Amel ins Hotel haben schicken lassen. Darin ist ein neuer 24 V
Alternahtor, den wir auswechseln müssen. Der jetzige erzeugt einen
Fehlstrom, und das ist nicht gut für’s Boot, denn durch die
Elektrolyse können Metallteile weggefressen werden. Abends ist das Packet
im Hotel und wir holen es ab. Lust zur Arbeit habe ich keine, der Einbau
wird vorerst noch verschoben.
|
|
21.06.03
|
Überfahrt nach Malorca. Kein Wind, den
ganzen Tag unter Motor. Späterer Nachmittag
fahren wir im Naturschutzgebiet Cabrera in eine Bucht. Leider bekommen wir keine
Bewilligung zum bleiben und müssen noch bis zur Hauptinsel weiter. Um
1930 setzen wir den Anker in der Bucht von Carcol.
Zum Schwimmen haben wir keine Lust, denn das Wasser ist ziemlich
verschmutzt. Nach 26 Stunden darf Angi endlich Gassi. Auf dem Schiff wollte
Fräulein Angi einfach nichts machen.
|
|
22.06.03
|
Nur 22 Meilen kreuzen wir gegen den Wind
in eine Bucht, Porto Petro, wo wir festmachen mit 2 Anker. Nun war es Zeit,
die Gegend etwas zu erkunden und ein schön kühles Bier zu trinken. Dazu
heben wir uns geduscht und zum Ausgang angezogen. Das Übersteigen ins Dingi
scheint doch etwas schwieriger zu sein als ich angenommen habe. Platsch
hat’s gemacht und Rita schwamm zwischen Dingi und Boot, samt
Sonnenbrille und schönem Röcklein. Erneutes Duschen, neu umziehen und beim
2. Anlauf klapt’s. Zwei Bier
haben wir im Hafenrestaurant bestellt. Halbe Liter brachte uns der liebe
Kellner. Danach war ich regelrecht besoffen. Zum Essen war’s zu früh,
zum Weitertrinken war ich nicht mehr in Stimmung, denn sonst hätte ich das
Boot vermutlich nicht mehr erreicht. Also setzten wir uns auf eine andere
Terrasse und bestellen die berühmten Tappas. Francois hat immer geschwärmt
von Tappas, also wollen wir das doch mal probieren ! Was usn serviert wurde
hatte mit den wohlgepriesenen Häppchen nichts aber auch gar nichts zu tun.
Ein Töpfchen voller schwer definierbarer Esswaren wurde uns serviert. Das
Einzige was wir mit Sicherheit erkennen konnten waren kleine Leberstücke
und einige kleine Paprikas. Der Rest bestand, so vermuteten wir wegen den
Haaren am Fleisch, aus in Stücke
zerhackten Schweineohren und sonstiges von einem Tier, was ich mit
all meinen Kentnissen über Anatomie nicht definieren konnte. An ein
Abendessen auf einer Hafenterrasse war nun nicht mehr zu denken. Zurück zum
Boot und direkt flachgelegen. Es war ein geruhsamer Tag !
|
|
23.06.03
|
Um
1030 holten wir im Hafen
Freunde ab, die mit uns eine kleine Tagestour unternehmen. Dagmar, Heiner , Chrissi und Ralf, alle
haben Platz im Gummiboot , nur der Hinterteil wird etwas nass. Das macht
nichts, wir wollen sowieso baden gehen. In einer kleinen Bucht
lassen wir es uns gut gehen. Die Seekrankheit hat so nach und nach um sich
gegriffen, doch Rita konnte mit Tabletten konntern, so dass nach kurzer
Zeit alle wieder auf dem Damm waren und am Segeln einen heidenspass hatten.
Abends wurden wir alle von Chrissi zum Abendessen in einem typisch
einheimischen Restaurant eingeladen. Der Grund zum Feiern war der, dass
Chrissi heute Ihren XX.sten Geburtstag feiert. Bis nachts um
0200 feiern wir auf einer Terrasse und geniessen das Leben in vollen Zügen.
|
|
25.06.03
|
Schon um 0900 werden wir von Heiner und
Dagmar abgeholt und gleich geht’s durch die Pampa nach Sinoi, einem historischen Dorf mit
weitherum bekanntem Wochenmarkt. Man kriegt alles, vom Ramsch, Antiquitäten
, Türkischen und Pakistanischen Billigkleider, von Zigeunern feilgehalten.
Wir decken uns mit Obst und Gemüse ein, schleppen alles zum Wagen und
fahren zurück. Ein guter Fisch auf dem Teller imhafen von Porto Petro
rundet einen schönen Tag ab.
|
|
26.06.03
|
Ein kurzer Tagesritt in richtung Palma.
Abends legen wir uns wieder in die
Bucht von Caragol. Diesmal stehen
die Wellen ganz schön in die Bucht. Aus Vorsicht, habe ich einen 2. Anker
ausgelegt. Der Wind dreht die ganze Nacht im Kreis, und damit auch unser
Boot. Morgens haben wir einen
riesen Salat mit den Ankerleinen. Der eine Anker kommt überhaupt nicht
hoch. Schon wieder muss ich mit der Taucherausrüstung nach dem Anker
tauchen und diesen unter einem Felsen herausarbeiten. Jetzt weiss ich auch,
warum wir die ganze Nacht kaum schlafen konnten. Die eine Ankerkette hatte
sich beim Windwechsel unter eine Korallenspitze gelegt und somit war unser
Boot nur noch ganz kurz angebunden. Bei jeder Welle, und solche hatte es
diese Nacht viele, hat die Kette straff gezogen und unser Boot wurde in
seinem Auf uns Ab kurzfristig gebremst. Bum.. Bum..,die ganze Nacht ! Ringe unter den Augen und miese
Stimmung. Trotzdem geht’s
weiter.
|
|
27.06.03
|
Diesmal muss es einen Hafen sein, um ruhig
schlafen zu können. Sa Rapita, nicht weit, jedoch gottverlassen. Kein
richtiges Dorf, nur eine Hafenkneipe. Die Hafengebühren sind recht teuer,
obwohl Strom nur soviel, dass gerade die Kaffeemaschine angeht, mehr nicht.
Ich will profitieren und den
Wassertank füllen. Hätte ich lieber gelassen, denn das Trinkwasser ist
ungeniessbar.
|
|
29.06.03
|
Nachmittags um 1600 hält das Taxi direkt
vor dem Schiff. Schwiegereltern und Schwester von Rita, Rosmarie, steigen
aus. Kurze Begrüssung, dann Schiff einräumen.
|
|
30.06.03
|
Die Überfahrt von Sa Rapita nach Arenal
ist angesagt. Nachts hat es aufgefrischt, die Wellen stehen ganz schön
hoch. Trotzdem probieren wir es. Die Übung wird nach einer halben Stunde
abgeblasen, nachdem Ohma, trotz Pillen,
nur noch flach auf der Bank liegt und kaum mehr atmet. Opa ist
ebenfalls bleich und Rita, die sich um alle gekümmert hat, meldet ebenfalls
Unwohlsein an. Zurück zum Hafen ! Nach kurzem Packen und Taxi rufen, fahren
Rosmarie und ich alleine nach Arenal.
4 Sunden gegen Wind und Wellen, aber es ist herrlich. Späteren
Nachmittag lege ich in Arenal an, wo ich tel. einen Platz vorreserviert
hatte. Rosmarie und ich fanden die Überfahrt herrlich. Die andern erzählten
von einer schönen Taxifahrt und kühlem Bier. Morgen geht es weiter
nach Palma, jedoch nicht so, wie ich mir das vorgestellt hätte.
|
|
|