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Das Kap bei Marseille, ein Segeltag vom Feinsten

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Rudy muss mit Angie Gassi gehen

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Früher Morgen bei der Überfahrt nach Korsika

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Rita vertreibt sich die lange Überfahrt mit stricken.

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Der superschöne Hafen von Bastia

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Hunderte von Feurequallen haben sich im Hafen von Bastia angesiedelt
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Es ist Frühling auf Korsika

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Die Fähre imponiert mit 30 m Höhe

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Schön verziert
Der schiefe Turm von Pisa ist wirklich schief.
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1.5.05
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Ein Tag wie im Bilderbuch. Warm, keine Wellen, ein Wind aus
Südosten. Rita und ich entschliessen uns
Christoph und Sandra entgegen zu segeln.
Nach dem Frühstück holen wir den Anker hoch und segeln
gemütlich mit vollen Segeln ( Papillon ) in Richtung Marseille. Wir kommen
super voran , entschliessen
uns in einer kleinen sehr malerischen und gut geschützten Bucht bei Bandol vor Anker zu gehen. Wie wir in die Bucht
einfahren wollen, liegt da bereits ein grosser
Katamaran, mitten drin. Mir ist es zu eng.
Wir ankern vor der Bucht, etwas ungemütlicher, denn der Schwell
wiegt uns sanft. Rita mag das nicht, und ich merke es gar nicht, ausser Sie reklamiert.
Kaum liegen wir sicher, sehe ich den Katamaran, seinen Platz
verlassen. Anker hoch, umlegen und neu Anker setzen. Jetzt sind wir mitten
drin, und das ist gut so. Wir liegen wie in Marias Schoss.
Von unserem Platz aus sind es nur etwa 50 Meter mit dem Dingi
an einen Steg. Von dort aus kann man nach Bandol
spazieren und einen Platz suchen für Angi’s
Gassibedürfnisse. Es ist ein weiter Weg, alle
Häuser sind mit Zäunen und Mauern umgeben, es gibt keinen Platz, ausser dem Einen, den ich dann irgendmal
gefunden habe, nachdem ich auch schon bald soweit war, dass ich hätte Gassi
gehen können. Also spazierte ich dann Richtung Schiff zurück. Es war
überhaupt nicht weit, nur hatte ich vorher die halbe Stadt von links nach
rechts umrundet. In der Gegenrichtung wäre es ein Katzensprung gewesen.
Morgen gehe ich den anderen Weg rum.
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2.1.05
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Heute wollen wir einkaufen gehen. Wir machen einen schönen
Bummel durch die Stadt, die gar nicht schlecht ist. Alles ist auf die
Sommertouristen ausgelegt und um den Hafen angeordnet. Zum Einkaufen hatte
ich die Einkaufstasche ohne Wägelchen mitgenommen. Da wir so richtig in
Einkaufsstimmung kamen, wurde die Tasche immer schwerer, und schliesslich sackte ich fast in die Knie. Hätte ich nur
auch das zugehörige Wägelchen mitgenommen, statt wie ein bepackter Mulli durch die Gassen zu gehen. Mittags ziehen wir los
Richtung Port Napoleon.
Gegen 1500 rufe ich Christoph an und will Ihn überraschen
damit, dass wir es bis Abends schaffen werden im Port Napoleon einzufahren. Er war nicht
guter Stimmung. Der Mechaniker hat den Fehler nicht gefunden und hatte auch
keine Zeit sich um die Sache zu kümmern. Die Werft wollte sich weigern, die
Garantiearbeiten auszuführen und brachte jene Ausreden, obwohl das Schiff
noch unter Garantie ist. Er beneidet mich, um den Super - Service bei Amel,
den er ja teilweise miterlebt hat.
Christoph hat die Schnauze voll, verlässt sein Boot noch heute Abend
und reist nach Hause zurück. Schade, wir hatten uns so gefreut, gemeinsam
zu segeln! Kurzentschlossen
drehe ich im Golf ab und nehme Kurs auf das im Moment sehr nahe Marseille,
wo wir am gleichen Steg im alten Hafen festmachen wie vor 2 Jahren.
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3.1.05
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Schon in der Früh blässt es ganz
tüchtig im Hafen. Wir legen los und müssen voll Gegenan,
denn der Wind blässt nach wie vor aus
südöstlicher Richtung. Ich stelle erneut Öl in der Bilge fest. Irgendwas
stimmt da nicht.
Ich rufe bei Amel an und möchte morgen Früh den Mechaniker
nochmals sehen. Einen Platz von Amel kann ich belegen als wir kurz vor Sonnenuntergang
einlaufen.
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4.1.05
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Bereits um halb neun klopft Christian, der Mechaniker an und beschaut
sich die Bescherung. Es kann nur der Ölfilter sein, meint er. Den habe ich
doch im März ausgewechselt. Er schraubt den Filter weg und kuckt mich mit
einem breiten, verschmitzten Lächeln an.
Beim Auswechseln des Filters hatte ich nicht bemerkt, dass die alte
Dichtung am Motor kleben geblieben ist und ich den neuen Filter mit seiner Dichtung darauf geschraubt habe.
Das hat sich erst bemerkbar gemacht, als der Motor mal länger gebraucht
wurde und der Druck gross genug wurde um die
Dichtung zu verschieben. Gut, eine Sache die in ein paar Minuten behoben
war, ich habe wieder etwas gelernt und konnte nun beruhigt die Fahrt
Richtung Sardinien antreten. Abends legen wir in St Tropez
im Hafen an. In der Bucht , wo uns vor 2 Jahren
der Anker ausgerissen ist, war es mir zu unruhig.
Wir mussten längsseits an der Aussenmole
anlegen. Beim Manöver hat uns ein freundlicher Mensch die Leine abgenommen.
Sowie ich am Quai stand, bemerkte ich, dass das Boot vor uns bereits in
Marseille am gleichen Steg gelegen hat. Aufgefallen ist es mir, weil es
eine Wadtländer
Registrierung hatte, aber unter Deutscher Flagge fuhr.
Segler, die sich wieder begegnen fangen an miteinander zu
reden, und so war es dann auch. Sigi und Harald
waren mit dem Boot, das Sigi in Morges erstanden hatten
, die Rhone hinuntergefahren und sind nun auf dem Weg nach Elba. Wir trinken
einen Apero zusammen und plaudern über
Gott und die Welt. Die Beiden sind wirklich sehr sympathisch.
Abends bummeln Rita und ich im Städtchen. Viel ist noch nicht
los, aber einen besonderen Charme hat St Tropez
schon, das muss man sagen. Einige grosse
Mäusebräter sind bereits am Quai und die Herrschaften ziehen schon ihre Show ab.
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5.5.05
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Mit wechselnden Bedingungen,
geht die Reise nach Nizza. Wind vom feinsten, Wind von Achtern, Wind
auf der Nase, Böen und Flaute wechseln sich den ganzen Tag ab. Zum Dessert
gibt es noch ein richtiges Gewitter mit Blitz, Donner und Regen. Wir
kriegen nur einen Teil davon ab, da wir weit draussen
und somit am Rand der Gewitterfront sind. Trotzdem erfassen uns starke Böen und unser Dingi, das hinten
nachläuft verwandelt sich in einen fliegenden Drachen, überschlägt sich und
will mit dem Bug untertauchen. Unmöglich das halb unter Wasser gezogene
Gummiboot zu bergen. Ich stoppe das Schiff und mit Hilfe von Rita, die an
die Winsch geht, gelingt es das Böötchen wieder
in seine normale Lage zu bringen und aufs Achterdeck zu hieven. Dort wird
es festgeschnallt, bis die Sturmböen endgültig vorbei sind.
Gegen ende Nachmittag erreichen wir eine kleine Bucht am Cap
Ferrat, da habe ich ebenfalls schon mehrere Nächte geankert. Wir liegen
ruhig. Ich muss mit Angi Gassi gehen. Rita bleibt
an Bord, sie hat keine Lust mitzugehen.
Noch am Abend packen wir das Dingi ein, denn Morgen wollen wir
früh los und die Überfahrt nach Korsika hinter uns bringen. Angi muss halt Morgen ihr Pipi an Deck machen oder
warten.
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6.5.05
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Gemäss Meteo ist
es heute ruhig für die Überfahrt und genau so präsentiert sich um 0500 der
noch nicht angebrochene Morgen. Nur etwas Müsli, einen Kaffee und ab
geht’s. Erst unter Motor. Die Peilung steht auf Cap Corse. Das
Aufgehen der Sonne ist wieder einmal ein Naturschauspiel, das man nie genug
oft sehen kann. ( Mir bleiben max. 41 Jahre , denn
bald habe ich Geburtstag ).
Kaum ist es hell, staune ich, dass ich bereits Korsika sehen
kann. Das war noch nie so gewesen, dass man das Festland und die Insel gleichzeitig sehen konnte. Der Tag verspricht klar zu werden.
Gegen Mittag kommt
genau soviel Wind auf und genau aus der Richtung, wie man es am
liebsten hat um einen super Segeltag zu erleben. Da es auch keine Wellen
hat, sitzt Rita im Cockpit und
strickt.
Erst gegen Abend, am Cap Corse,
dreht der Wind auf und ich muss
tüchtig Segel reduzieren. So „fliegen“ wir bis Maginaccio, wo wir in den Hafen einlaufen, genau in dem
Moment wo die letzten Sonnenstrahlen verschwinden. Eine Punktlandung, denn
der Hafen von Maginaccio ist nicht ganz ohne,
denn bei der Hafeneinfahrt wird es knapp mit der Tiefe. Wir legen
wie üblich mit dem Heck an und haben den Wind voll auf der Nase. Mit
25 Knoten macht es das Anlegemanöver recht spannend. Der Quai ist noch völlig leer und somit habe
ich keine Boote, die links und rechts etwas halt geben bis die Mooring gesetzt ist. Ich muss mit Motor und
Bugstrahlruder das Schiff auf Position halten, während Rita hinten
abspringt und die Leinen belegt. Sie macht das Super. Nun muss die Mooring geholt werden.
Rita zieht an der Mooringleine, bekommt aber nur
2 Meter , dann ist nichts mehr dran.
Wir müssen auf einen Platz nebenan verlegen. Leinen los, alles
neu von vorne, nur dass Rita gleich an Land bleibt. Wieder Mal ist Zirkus angesagt. Ich muss mit Motor
und Bugstrahlruder das Schiff auf Position halten. Der Wind drückt es immer
wieder seitlich weg und gegen den Quai. Ich pariere so gut ich kann.
Zwischendurch muss ich Rita die Leinen rüberwerfen.
Das Boot will sich wieder quer
legen. Zurück ins Cockpit und an die Motorhebel. Mooringleine
holen, es sind diesmal 5-6 Meter dran, dann ist aber ebenfalls Schluss. Ich
habe genug. Bevor ich riskiere das Schiff zu beschädigen, lege ich wieder
ab und gehe an die Tankstelle, wo ich längsseits festbinde. Schweissgebadet, es ist alles Ok. Dies war
der schwierigste Teil des Tages. Trotz allem ,es
war eine schöne Überfahrt und wieder eine Punktlandung. Gassi gehen mit Angi macht Rita.
Wir fallen beide nach
einem guten Nachtessen gleich ins Bett.
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7.5.05
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Schon um 0700 ist Tagwache. Wir spazieren ins Dorf und wollen
noch etwas einkaufen. Den Bäcker finden wir zuerst, denn es riecht herrlich
nach frischem Brot und wir gehen einfach dem Duft nach. Für 1,5 €
kaufen wir Brot, können aber mit dem
mir verbliebenen 200€
Schein nicht bezahlen. Wir versuchen es beim Metzger. Auch der hat
kein Wechselgeld. Schliesslich gehe ich zum
Bankautomaten ganz am Ende des Dorfes, ziehe 50€ und kaufe damit erst bei Metzger ein, dann
beim Bäcker und zuletzt auch noch im Supermarkt, der zwischenzeitlich auch
geöffnet hat.
Zurück am Schiff hat die Tankstelle auch schon geöffnet. Ich
Tanke anstandshalber Diesel nach, danach legen wir los Richtung Bastia, nur 15 Meilen. Alles unter Wind mit nur 1-3
Knoten Fahrt wird es so gemütlich, dass Rita profitiert und die Wäsche
macht. Mittags um 1300 laufen wir in Bastia ein.
Wieder „ mein“ Platz.
Im Hafenbüro erwartet mich eine Überraschung. Der Tagespreis in Bastia ist sage und schreibe 82 € für eine Nacht. Die spinnen
wohl. Nach einem längeren Gespräch mit dem Hafenmeister, der übrigens aus
La Rochelle kommt und die Amel sehr gut kennt, einigen wir uns, dass ich
die 82 € bezahle, dafür aber 2 Nächte bleiben darf. Das ist wieder
OK.
Wir bummeln noch ein wenig , gehen
einkaufen in einem Supermarkt, den wir erst neu entdecken. Ebenfalls neu
entdecken wir dass Bastia eine richtig grosse Stadt ist mit vielen Einkaufsstrassen und alten
Gassen und einer Citadelle. Alles sehenswert.
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8.5.05
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Heute ist Muttertag. Per Handy wird „gemailt“
und allen Müttern der Familie und des Familienklans ein frohes Fest
gewünscht. Wir gehen Hand in Hand bummeln, wie alt Verliebte, mittags gibt
es Muscheln mit Pommes und abends
essen wir im kleinen Restaurant auf der Terrasse über dem Hafen und
lassen uns die Kartentricks vom Besitzer vorführen. Es ist ein
wunderschöner Tag.
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9.5.05
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Bereits um 0700 legen wir los, denn heute wollen wir bis Portovecchio, im Süden Korsikas. Per Motor den ganzen
Tag, denn es weht kaum ein Lüftchen.
Um 1800 fahren wir in die Bucht ein. Die Anfahrt zum Hafen ist
nicht ohne, denn es gibt einen ausgebaggerten Kanal und viele Felsen und
Untiefen. Die erste Anfahrt ist so richtig spannend. Bei Dunkelheit möchte
ich das erste Mal nicht dort einfahren. Gekonnt legen wir am Steg zwischen
einem Kat und einer Amel an. Das Hafenbüro war per Funk nicht erreichbar
und soll auch morgens erst um 0900 öffnen. Um diese Zeit wollen wir bereits
wieder auf See sein. Da haben die eben Pech gehabt.
Ich gehe früh ins Bett, esse nichts, denn mir macht der Magen
wieder Probleme. Diesmal sind es die Muscheln vom Vortag. Nach einigen
Schlucks aus der Flasche „ Klosterfrau Melissengeist „ und
einer ruhigen Nacht wird es wohl wieder werden.
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10.5.05
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Um 0800 legen wir los, nachdem ich erst mal einiges aus meinem
Magen noch in die Toilettenschüssel befördert hatte. Nochmals einen Schluck
Melissengeist, denn heute Abend muss ich fit sein wenn wir in Bonifacio sind. Dort will ich das traditionelle
Wildschweinragout nicht auslassen und bekanntlich ist Wildschwein nicht zu
den leichten Gerichten zu zählen.
Wir sind recht früh in Bonifacio.
Die SAMANTHA kennt man wieder im
Hafenbüro. Wir erleben ein Hafenkino der aller ersten Sahne. Es kommt eine
ganze Flottilie von Deutschen Charterern um
anzulegen. Es ist herrlich, was da abgeht. Neben uns legt sich ein UK-Boot
hin, begrüsst werden wir aber mit „Grüezi Mitenand“ . Im Gespräch
erfahre ich vom Skipper, dass der Hafen La Caletta
auf Sardinien noch günstiger ist und besser am Verkehr liegt wie Navareze.
Abends bummeln wir in Bonifacio
herum und entdecken all die alten Militärbefestigungen, die die gesamte
Hafeneinfahrt übertrohnen. Es ist imposant.
Abends geniessen wir das Wildschwein. Mein Körper
ist seit dem Anlegen in Bonifacio wieder in
Ordnung.
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| 11.5.05 |
Segeln vom Feinsten. Durch die Strasse von Bonifacia
und das Maddalena-Gebiet bis Porto Cervo.
Vor dem Hafen legen wir uns vor Anker. Mehrere Boote kommen
nach uns. So auch ein Deutscher. Der putzt sein Schiff aussen
vom Dingi aus und zwar so lange, bis sich das Dingi aus irgend
einem Grund vom Schiff absetzt. Er ruft seine Frau, die kann aber
nur zukucken wie ihr Mann langsam in die Bucht abtreibt. Die Leine die sie
werfen will ist zu kurz und er hat keine Paddel dabei.
Kurz entschlossen setze ich mich ins Dingi, das ich eben fertig
aufgepumpt habe, und gehe den armen Segler abschleppen. Glücklich kann ich
Ihn seiner Frau wieder übergeben. So
wie sie gekuckt hat, weiss ich nicht ob sie
wirklich glücklich über die Rettungsaktion war. Er bedankte sich sehr und
meinte „ Ist die Not am Grössten, sind die
Schweizer am Nächsten“. Das reimt sich gut ,
nicht wahr ?
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| 12.5.05 |
Wir schaffen es locker bis La Caletta
zu segeln. Dort legen wir uns an den Platz, der der Hafenmeister uns zeigt.
Links und rechts alles Schweizer. Im
Hafenbüro treffe ich auf den Präsident des Nautischen Vereins und werde mit
Ihm bald Handelseinig. Es ist zwar für mich nicht so günstig wie für die,
die die Chance hatten in den Verein aufgenommen zu werden, aber dennoch
günstiger als Navareze. Zudem ist der Hafen
super gut an Olbia mit Bussen angebunden und es
sind nur 60 Km bis Olbia, eine ¾ Stunde mit dem
Auto. Ich denke wieder an meine Fahrt mitte
April.
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| 13.5.05 |
Wir fangen an das Schiff abzupacken. Um 1000 muss ich ins
Hafenbüro um den Vertrag zu unterschreiben. Der Präsident, Angelo Picasso,
empfängt mich sehr freundlich und diktiert den Vertrag einer Sekretärin.
Diese kontrolliert die Berechnung und stellt fest, dass ich ganze 400
€ weniger zu zahlen habe. Ist mir auch recht.
Während ich im Hafenbüro bin, ist Rita auf Tratsch am Quai. Ein Schweizer Ehepaar, das auf dem Schiff
lebt, bietet sich spontan an, mit uns nach Navareze
zu fahren, denn ich muss noch bezahlen und das Auto holen. Wir akzeptieren
das Angebot gerne, unter der Bedingung, dass wir die Beiden zum Abendessen
einladen dürfen.
Nachmittags fahren wir los und kommen gegen Abend zurück. Im
Dorf nebenan gehen wir zu Maria und Giorgio in die Pizzeria. Das Essen ist
super und vernünftig im Preis. Giorgio und Maria hatten lange in Stuttgart
eine Pizzeria, das Heimweh brachte sie aber zurück nach Sardinien.
Gemeinsam trinken wir noch einen Kaffee auf der Jeannau von Peter und Christine. Ich bin völlig
perplex, wie schön dieses Boot ausgebaut ist. So hell und freundlich und
mit viel Liebe eingerichtet. Peter hat eine Eignerversion gekauft und
vieles selber noch dazu gebastelt.
Christine pflegt ihr Eigenheim mit viel Liebe, das sieht man. Es ist schon 0200 als wir uns in unsere
Kojen verdrücken.
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| 14.5.05 |
In der Früh wird weiter abgepackt und geputzt
, allerdings nur bis kurz vor Mittag. Da holt uns ein Nachbar, der
gestern Abend eingelaufen ist, auf sein Boot zum Aperitif. Peter und
Christine kommen ebenfalls. Roland und Gaby sind aus dem Elsass. Wir
trinken guten Elsässer Wein.
Irgendwann muss ich mich abseilen und die Arbeiten am Schiff
beenden. Um 1700 ist es soweit, wir verabschieden uns von den neuen
Bekannten, so als würde man sich schon seit Jahren kennen, dabei sind wir
gerade mal den 2.Tag dort.
In Olbia buchen wir die Fähre nach
Livorno und leisten uns den Spass eine Kabine zu
nehmen. Es ist herrlich, so zu reisen. Abends um 2200 legt die Fähre ab und
morgens um 0600 kommen wir in Livorno ausgeruht an.
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| 15.5.05 |
Um 0600 legt die Fähre an, wir werden per Lautsprecher im
Zimmer aufgefordert aufzustehen.
Nach Plan , immer über Lautsprecher,
werden die Passagiere zu den Autos gerufen und langsam aber sicher lehrt
sich das Schiff. Wir steuern auf die Autobahn, fahren über Pisa, wo wir den
schiefen Turm anschauen, nach Genua und Aosta , durch den Tunnel
vom Grossen St Bernhard zurück in die Schweiz.
Nachmittags um 1500 sind wir zu Hause, packen aus und
passieren Revue nochmals die letzten schönen 5 Wochen.
Wann es weitergeht werde ich bereits gefragt.
Ich weiss es noch nicht. Ich muss
nun erst sehen was Geschäftlich geht und wie ich die Zeit zum Segeln haben
werde. Ich melde mich dann wieder wenn es soweit ist, hoffentlich bald
Euer Kapitän der SAMANTHA
Rudy
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