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Rita und Rosmarie in den Bergen von Korsika

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Die schöne Bucht Salina

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In Castel Sardo

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Der zerfetzte Reifen

Die Beobachterin
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4.9.05
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Wie letztes
Mal im Juni, es ist dunkel, die Uhr zeigt 0500, wir fahren los.
Das Wetter
ist durchzogen, Wolken hängen hoch und trotzdem sind wir gut drauf.
Wir, das
sind Rita, ihre Schwester Rosmarie und ich.
Rosmarie hat sich kurzfristig entschlossen mit zum Segeln zu kommen.
Super, das gibt eine spassige Zeit, und wichtig
Sie verträgt die See bestens und mag es besonders wenn’s
richtig zur Sache geht.
Also fahren
wir den bereits bekannten Weg über den Grossen St. Bernhard, wo wieder um
0600 ein italienischer Zöllner aus dem Schlaf gerüttelt wird, hinunter nach
Aosta, Genua und bis Civitavecchia ( bei Rom). Die
Fahrt bietet keine Überraschungen und wir erreichen den Fährhafen bereits
um 1315. Die Fähre läuft mit einer halben Stunde Verspätung um 1530 aus.
Die Überfahrt verbringen wir mit dem Kartenspiel „ Phase 10“.
Wir sind so vertieft darin, dass wir kaum die 5 Stunden Fahrzeit bemerken.
Wegen der
halbstündigen Verspätung der Fähre erreichen wir die „SAMANTHA“
erst gegen 2200. Alles ist paletti und schnell haben wir Strom und Wasser
angeschlossen so dass wir die erste Nacht schon bequem eingerichtet
antreten können.
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5.9.05
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Grau, grau
und nochmals grau.
Rita und
Rosmarie gehen gleich Brot holen im Dorf und ich nehme die Kaffeemaschine
in Betrieb. Ein Frühstück wie Könige, danach vorbereiten des Schiffes und
Ausruhen.
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6.9.05
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Als ich in
der Früh die Nase aus der Luke stecke wird sie gleich nass. Es regnet
leicht. Das ist ein Tag an dem man so allerlei noch erledigen kann. Ich
will versuchen den Bordcomputer, den Norbert verarztet hat wieder
einzubauen und in Gang zu bringen.
Tatsächlich
regt sich sofort einiges auf dem Bildschirm als ich den Schalter auf
„ON“ kippe.
Aber, und
wie soll’s auch anders sein, das Bild auf
dem Schirm ist seitlich verschoben, die Tastatur will keine Buchstaben
schicken und der Touch-Screen verlangt nach einer Installation. Verflixtes
Ding. Beim Anschliessen des ICOM’s, das mir eigentlich die Wettermeldungen
auf das Schiff liefern sollte, fehlt ein besonderer Stecker. Norbert meint am Telefon ich soll in den nächsten Computerladen
gehen und einen Stecker holen. Italien und Computerläden, das sind 2 Dinge
die nicht zusammenpassen. Stundenlang fahre ich durch die Gegend und
versuche mit meinem „ Selfmade-Itaienisch“
einen Computerladen zu finden. Es geling schlussendlich auch, aber als ich
dem Verkäufer versuche zu erklären, was für ein Stecker ich brauche, sehen
mich alle im Laden an, als sei ich ein Kind von ETI, dem Ausserirdischen.
Schliesslich kaufe ich ein
Antennenkabel von einem Fernseher und bastle damit einen funktionierenden
Anschluss. Somit bin ich erst mal Sieger.
Aber nein,
beim Einschalten des ICOM’s verlangt der PC das Installationsprogramm.
Kein Problem ! Die CD
aus hole ich aus der Tasche und stecke sie in das
Laufwerk.
Ha ha, der PC erkennt das Laufwerk nicht. Ohne Tastatur
und ohne Touch-Screen komme ich nicht mehr weiter.
Genug,
dieser PC wird mein Schiff verlassen ! Ich habe keine Lust mehr, mich mit
diesem Gerät auseinanderzusetzen und das Wetter,
das nehme ich so wie es ist und beruhe mich auf alte Regeln wie : „ Wenn
du nass wirst, regnet es „
oder „ wenn du heiss hast scheint die Sonne „.
Spontan ruft
Rosmarie eine Bekannte an, die sich mit ihrem Mann aus der Schweiz nach
Sardinien abgesetzt hat. Wir werden
von Ric mit seinem Jeep, an einem Treffpunkt im
Dorf abgeholt und durch die Pampa zum Haus geführt. Ein Örtchen, wo Fuchs
und Hase einander noch gute Nacht sagen. Total in der Natur ohne Strom und
Nachbarn. So richtig Natur pur.
Nach dem
Austausch aller Neuigkeiten, werden wir von Erica
mit einem herrlichen Nachtessen bei Kerzen- und Petrollicht
verwöhnt. Ric demonstriert uns auch noch wie man
einen widerspenstigen Generator startet und nach kurzem stottern wieder
startet um etwas 220 Volt Strom zu bekommen. Wir werden eingeladen, die
Nacht dort zu verbringen, ziehen es aber vor, noch spät zurück zum Schiff
zu fahren denn dort weiss ich wo die Toilette ist und wie die Lampen
anzumachen sind.
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7.9.05
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Der Tag
fängt an mit Sonnenschein und heiss ist es bereits in der Früh. Wir sitzen draussen und geniessen die morgendlichen
Bissen.
1045 machen
wir die Leinen los und segeln gegen Norden.
Keine Welle,
Wind von 10-12 Knoten aus Südost, was könnte schöner sein
?
Nachmittags
zieht es sich zusammen. Durch die starke Wärme haben sich beeindruckende
Gewitterwolken am Himmel gebildet. Wir drehen ab und steuern die Bucht Cavallo an.
Um 1500,
gerade als ich daran bin den Anker zu setzen, prasselt es los. Wie aus
Kübeln giesst es von oben. Ich kann kaum mehr
etwas sehen. Wir setzen den Anker
und warten ab.
Nach wenigen
Minuten sind die Wolken entleert und wir fahren das Ankermanöver. Mit
verkatteten Ankern ( 2 Anker hintereinandergebunden), legen wir uns so,
dass es möglichst wenig schaukelt. Ganz zu vermeiden ist die Schauklerei nicht und Rita meint das würde ja schon gut
anfangen. Rosmarie und ich spüren nichts und wir lassen
uns die Freude am abendlichen Kartenspiel auch nicht nehmen.
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8.9.05
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Der Tag
fängt wieder grau an. Es ist anfänglich regnerisch klart
aber gegen Mittag auf und schlussendlich wird es wieder warm und sonnig.
Wir segeln mit einem angenehmen Windchen Richtung
Norden und erreichen auch schon knapp vor 1600 Porto Cervo,
den Schiki-miki-Hafen an der Costa Smeralda. Im Vorhafenbecken sind nicht viele Boote, so
dass wir uns einen herrlichen Ankerplatz aussuchen können. Ich habe gerade
eben den Anker gesetzt und eingedampft ( mit dem Rückwärtsgang fahrend an
der Ankerkette ziehen und beobachten ob das Boot still steht und nicht den
Anker dem Grund entlang zieht), als erneut ein heftiges Gewitter
niederprasselt. Diesmal gibt es nicht nur Wasser in beeindruckender Menge sondern auch Blitze und
Donner. Das Fürchten lernt man, wenn sich Blitz und Donner praktisch
gleichzeitig zeigen, dann knallt's direkt um uns
herum, und das ist heute der Fall. Ich ziehe alle Antennenstecker heraus
und schalte alle elektronischen Geräte aus um zu verhindern dass unser Mast
zum beliebten Blitzableiter wird. Auch dieses Gewitter ist nach einer
halben Stunde vorbei und der späte Nachmittag wird noch richtig freundlich.
Die Beiden Damen möchten gerne an Land um sich im Hafen umzusehen und
einzukaufen. Mir bleibt nichts anderes übrig als das Dingi aus der Kiste zu
holen und von Hand ( bzw. mit der Fusspumpe ) aufzublasen. Tropf, tropf,
es tropft der Schweiss von meinem Haupte und nach
20 Minuten ist das Dingi Fahrbereit.
Als
Dingichauffeur bringe ich Rita und Rosmarie an Land. Ich selber bleibe auf
dem Schiff hole die Tauchausrüstung hervor und gehe auf Tauchstation um den
Propeller zu reinigen. Der ist von kleinen Muscheln und Meehrgetier
ziemlich vollbesetzt. Dies ist der
Grund warum ich bei der Einfahrt in den Hafen den Motor nur auf 2000
Umdrehungen gebracht habe statt etwas über 3000. Dass das Meergevieche sich an einem Propeller der mit 2000
Touren dreht festhalten kann und dass es denen scheinbar nicht schlecht
wird ist schon ein Wunder.
Nach fast 2
Stunden ruft Rita über das tragbare Funkgerät, dass man wünscht wieder an
Bord zu kommen. Der Chauffeur geht getreu seiner Funktion als Taxifahrer
die beiden holen.
Belohnt
werde ich später durch ein köstliches Nachtessen und Sardischen Wein.
Auch wenn
die Hauptsaison in Porto Cervo bereits vorüber
ist bezahlt man dort noch immer horrende Preise. Eine Cola aus der Büchse
kostet schon mal 5 Euro.
Zum Aperitif
sitzen wir oben an Deck und beobachten die Rennyachten, die zur Zeit in
Porto Cervo den „Rolex“
Cup austragen. Es sind
herrliche Boote von 25 m Länge und mit ca 20 Mann
in Uniformen besetzt. Ein
Traumhaftes Bild wenn am Ende der Regatte alle in den Hafen kommen.
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9.9.05
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Heute ist
Hafentag angesagt. Faulenzen. Die Damen gehen natürlich wieder flanieren.
Ich bleibe auf dem Schiff und erledige so das Eine und Andere.
Hauptsächlich versuche ich meinen Bordcomputer in Gang zu bringen,
natürlich vergeblich.
Vormittags
ist Spectakel wenn die Regattaboote auslaufen und
Abends wieder wenn sie zurückkommen.
Der Eine
kommt mit einem gebrochenen Mast und mit einer Crew die von
Niedergeschlagenheit und Trauer nur so trieft. Dies sieht man sogar auf 100
m, ohne Feldstecher.
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10.9.05
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Ein
Traumtag. Die Sonne scheint, es ist richtig warm, der Wind blässt mit 15-20 Knoten und es gibt praktisch keine
Welle.
Wir segeln
um das Madalena Archipel herum und nehmen Kurs
nach Bonifacio.
Wir brauchen
etwas länger als gehofft, denn der Wind dreht nach Westen und wir müssen
die Strasse von Bonifacio hindurch
aufkreuzen. Was soll’s
? Wir haben Zeit. Gegen 1820
legen wir in Bonifacio am Steg L an, da wo ich schon mehrere Male gelegen
bin. Bis 1930 gibt es noch ein wenig Hafenkino, obwohl der Wind nicht stark
blässt.
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11.9.05
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Gleich in
der Früh suche ich das Büro von EUROPCAR auf. Keiner ist da. Ich frage
nebenan bei der Tankstelle und an einem Kiosk nach dem angestellten. Keiner
will etwas wissen. Für freundlichkeit
sind die Korsen ja bekanntlich nicht berühmt. Schlussendlich stöbere ich auf dem Parkplatz der Autos herum und finde
auf der Veranda des nahe gelegenen Hauses Prospekte von EUROPCAR. Darin
steht eine Telefon Nr,
die ich dann auch anrufe. Der Kerl meldet sich und meint er sei in 5
Minuten beim Büro. Dort kann ich dann auch das gewünschte Auto mieten und mit meinen beiden Damen losfahren. Wir fahren
dem Meer entlang nach Porto Vecchio
und nach Solenza. Dort zweigen
wir ab und nehmen die Strasse, die durch
eine Art Nationalpark über einen hohen Pass führt. Diese Tour habe
ich vor 2 Jahren mit meinen Freunden schon einmal gemacht und empfand sie
als besonders sehenswert. Natürlich profitiert man
auch ein zweites Mal und holt sich viele Erinnerungen zurück. Hier
angehalten, hier Pipi gemacht hier das und jenes
gesehen, so wie es eben alten Leuten so geht.
Abends ist Wildschweinessen
angesagt. Ich bin zwar der einzige der Wildschwein
isst aber der grillierte Fisch den Rita und
Rosmarie bekommen, ist ebenfalls äusserst lecker.
Nachdem wir
dem Korsischen Weissbier noch etwas zugesagt
haben schlafe ich wie ein Murmeltier.
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12.9.05
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Der Morgen
ist wieder Grau. Nach dem gestrigen strahlenden Tag kaum zu glauben.
Wir ziehen
erst gegen Mittag los, bekommen dann auch herrliches Wetter und ein
Traum-Wind. Trotzdem wollen wir nur gerade über die Strasse von Bonifacio nach Sardinien zurück in die romantische
Bucht von Porto Pozzo.
Dort beginnt
das Ankerschauspiel. Als erstes steuere ich den Platz an, wo ich mit
Philippe war und gleich beim ersten Ankerwurf alles gesessen hat. Diesmal
klappt es überhaupt nicht.
Fünf
Mal versuche ich den Anker zu setzen, der will aber bei dem Seegrasgrund
einfach nicht halten. Keine Chance.
Ich kenne diese Bucht von früheren Besuchen und weiss dass es beim
ankern Geduld braucht aber soviel wie heute das
ist schon etwas übertrieben. Wir gehen etwas weiter weg vom Steg, dort wo
eine Fischerhütte ist dort hat es immer gepasst. Auch heute klappt es hier
beim ersten Versuch nur es ist halt etwas weiter weg vom Landesteg.
Wieder bringe ich die beiden Frauen an Land und hole sie später
wieder.
Rosmarie
kocht eine so gute Lasagne, dass wir alle viel zu
viel davon essen und deswegen eine unruhige Nacht verbringen, obwohl das
Boot absolut still liegt.
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13.9.05
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Von Porto Pozzo segeln wir durch das Madalena
Archipel und sehen uns die Gegend an. Es ist schönes Wetter, Warm und der Wind für Sonntagssegeln. Nach wenigen
Stunden legen wir uns in die Bucht von Salina wo
wir vor einem Campingplatz und einer superschönen Hotelanlage Ankern. Das
Wasser ist nach wie vor um die 22-23 Grad und lädt zum Baden ein. Das
Wasser hier ist Türkisfarbig und so klar dass man auf 10 m Tiefe
hinuntersieht.
Kurz vor
Sonnenuntergang verschwinden alle Boote um uns herum und wir bleiben
alleine zurück an diesem schönen Plätzchen. Stimmt da etwas nicht, wissen
die Anderen mehr wie wir ? Man fragt sich warum sind wir denn nun
plötzlich alleine.
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| 14.9.05 |
Nichts war
was an unserem Platz ungewöhnlich gewesen wäre. Die Nacht war absolut ruhig
und sicher.
Nach einem
herrlichen Frühstück an Deck, begleitet von einigen Wespen, setzen wir die
Segel und lassen uns vom Wind der Küste entlang schippern. Wir betrachten
und bestaunen die wunderschönen Häuser mit den luxuriösen Parkanlagen für
die die Costa Smeralda bekannt ist.
Der Vorteil ist dass man das alles eigentlich nur vom Boot aus sehen kann,
denn vom Landweg aus kann man nicht
zu den Villen vorstossen.
Nach knapp
einer Stunde wären wir bereits wieder in Porto Cervo
unserem Tagesziel.
Da aber der
Wind und die See so ideal zum Segeln sind, machen wir einen weiten Umweg
ins offene Meer hinaus, so dass wir erst später am Nachmittag in Porto Cervo einfahren.
Wir legen
uns wieder an den gleichen Platz und geniessen
das Hafenkino. Heute kommen viele Schiffe in den Hafen und in den Vorhafen.
Ich kenne den Vorhafen recht gut und kneife oft
die Zähne zusammen, wenn ein Segler, ohne die Geschwindigkeit zu reduzieren
genau dorthin fährt, wo die bekannten Steine liegen. Ich warte immer darauf
dass es knallt. Aber nichts passiert. Vielleicht haben die nicht einen so grossen Tiefgang oder
verpassen den Steinhaufen nur um Zentimeter. Einer ankert dort genau über
dem Steinhaufen. Ich bin gespannt, ob was passiert.
Nachts blässt es so richtig durch den Hafen und die Boote schwojen wie wilde Pferde.
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| 15.9.05 |
Als ich
morgens aufstehe liegt ein Boot
dasjenige das über dem Steinhaufen geankert hat,
direkt neben uns. Die müssen sich nachts umverlegt
haben und liegen nun direkt über unserem Anker. Scheinbar hatten die Beiden
( Sie und Er ) eine unruhige Nacht, denn bis nach
unserem Frühstück kommen die nicht aus Ihrer Koje. Selbst später als wir den Anker lichten
wollen geben die immer noch kein Lebenszeichen. Wir wollen weg, und deren
Boot liegt genau über unserem Anker.
Ich hole den
grossen Fender hervor,
ziehe unser Boot ganz nahe hinter deren Boot und warte einen Moment ab, wo
das vordere Schiff auf die eine Seite treibt, dann hole ich schnell den
Anker hoch, dabei ist Rita am Steuer und fährt sofort rückwärts aus dem
Gefahrenbereich. Es klappt super. Lasst sie weiterschlafen und wenn sie
noch nicht aufgewacht sind schlafen sie heute noch.
Wir nehmen
Kurs auf La Caletta, unser „
Heimathafen“
Der Wind ist
so, dass ich die Genua und den Balooner ausbaume. Es ist zwar eine
halbe Stunde Arbeit dafür segeln wir gemütlich vor dem Wind bis abends,
ohne etwas an den Segeln zu verändern.
Im Cockpit
wird der Tisch aufgeklappt und Rosmarie und ich spielen
Kanaster, solange bis Rosmarie meint ich hätte
hellseherische Veranlagung und würde deshalb immer gewinnen.
Um 1830 legen
wir im Hafen, an unserem Stammplatz an. Alles ist bestens gegangen und wir
hatten einige super Segeltage.
Morgen
wollen wir nochmals einen Teil vom Land kennenlernen.
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| 16.9.05 |
Da es nicht
Freitag der 13. ist fahren wir schon rechzeitig los über
die Berge und eine sehr schöne und interessante Landschaft. Unser
Ziel ist Castel Sardo und Alghero.
Irgendwo in
der Pampa bemerken wir dass der linke Vorderreifen platt ist. Normalerweise
kein Problem. Wir steigen aus holen die Werkzeuge und den Ersatzreifen aus
dem Kofferraum. Rita setzt das Pannendreieck und ich beginne mit dem
Radwechsel.
Erst mal
kein Problem, bis ich zur 5.Schraube komme. Das ist eine Spezialschraube
die verhindert dass die Felgen gestohlen werden können. Wo ist der
Spezialschlüssel dazu ?
Wir räumen
das ganze Auto aus und suchen alles aber auch wirklich alles durch. Nichts.
Ich habe
trotz meinen sonst finderischen Ideen, keine
Chance.
Es kommen auch kaum Autos vorbei und schon gar kein Audi,
denn in einem solchen könnte eventuell ein solcher Schlüssel zu finden
sein.
Doch, ein Audi !
Ich stelle
mich direkt auf die Strasse und halte den Audi an. Ein Deutscher aus
Pforzheim.
Er hat keine
solchen Felgen und somit auch keinen Schlüssel. Schade.
Der Reifen
hat in der Seitenwand ein Fingergrosses Loch so
als hätte jemand reingeschossen. Dieser Reifen ist zur Sau. Uns bleibt schliesslich nichts anderes übrig als auf drei Rädern
weiterzufahren Dass dabei der Vorderreifen komplett drauf geht ist egal
denn der ist nicht reparierbar. Übrigens sieht man ja auch hin und wieder
bei den Formel 1 Rennen dass die auf 3 reifen in
die Boxe fahren. Nur Frage wo ist unsere Boxe ?
Der Nächste
Wegweiser Zeigt Castel Sardo
in 10 km an. Gute Reise.
Nach 3 Km
sehe ich eine Mechanische Werkstatt für Elektromotoren. Vielleicht hat der
ja irgend ein Werkzeug um die Schraube zu lösen. Der Mann ist zwar nett und
Hilfsbereit, findet aber auch keinen Weg uns zu
helfen. Weiter geht die Reise.
Bald sind
wir in Castel Sardo. Kurz davor finden wir im ersten grösseren Dorf eine Reifenwerkstatt. Der Besitzer ist sehr nett, schüttelt
aber auch nur den Kopf und meint wir bräuchten
unbedingt den Schlüssel. Nach
längerer Diskussion alles auf
Italienisch ( ha ha hi hi ) zeigt
er sich bereit mit Hammer und Meissel ans Werk zu
gehen. Anfänglich scheint nur die Schraube kaputt zu gehen und um des
Teufels Willen will sie sich nicht drehen.
Dann, wie
eine Erscheinung der Jungfrau persönlich sehe ich dass sich die Schraube um
einen Millimeter gedreht hat. Mein Freudengeschrei
muss den Gommiste so angefeuert haben, dass er
wie wild und Besessen auf den Meissel schlug bis er selber den langsamen Fortschritt feststellen
konnte. Nun war es nur noch eine Frage der Zeit. Und Zeit brauchte es. Nach
2 Stunden lag die Schraube auf dem Boden und wir konnten
das Rad wechseln. Denkste. Ich holte den Reservereifen aus dem Kofferraum
und wollte schon mit dem Befestigen anfangen als mein italienischer Freund
mit dem Kopf das „NEIN“-Zeichen
machte. Der Reservereifen ist wesentlich breiter wie die anderen reifen. Warum ?
Rita und ich
haben keine Ahnung wie dieser breitere Reifen in
unser Kofferraum gekommen ist. Wir vermuten lediglich dass einer unserer
Freunde dem wir das Auto ausgeliehen hatten ev. einen Plattfuss hatte und
einen neuen Reifen gekauft hat, Auch könnte das
die Erklärung sein warum der Spezialschlüssel nun fehlt. Wir wissen es nicht, und selbst wenn, würde es uns nichts
nützen. Der inzwischen fast zu einem Freund avancierte Gommiste
, bringt einen Gebrauchtreifen aus der Werkstatt der den unsrigen einigermassen gleicht. Für Demontage, Gebrauchtreifen,
Reifenwechsel mit Auswuchten und allem verlangt er am Schluss gerade mal 60
Euro.
Nun sehen
wir uns doch noch vor dem Dunkelwerden im Laufschritt das Dörfchen Castel Sardo an um dann bei Dunkelheit die lange Strecke bis Caletta zurückzufahren. Gut dass wir noch Resten im
Kühlschrank haben, dass wir endlich und zum ersten Mal heute noch etwas
zwischen die Zähne kriegen. Eigentlich wollten wir in Castel Sardo an der
Sonne etwas z Mittag essen. Aber eben, bei der Seefahrt geht nicht immer alles nach Plan.
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| 17.9.05 |
Heute ist
Putztag. Nicht alle Leute sind begeistert, wenn ein Schiff geputzt werden
muss.
Ich selber
weiss dass das „ Einmotten des Bootes „ etwas mehr wie einen Tag benötigt. Dafür ist Alles
zum Wegfahren in ca 4 Stunden vorbereitet. Rita und Rosmarie legen sich so ins Zeug
dass ich fast das Gefühl bekomme, sie würden nichts lieber tun als das
Schiff „einzumotten“. Ich selber gehe mit Ruhe daran und mache aussen alles was eben zu tun ist.
Im
Hafen haben wir neue
Schiffsnachbarn, ich nenne das Hafenkröten. Das
sind nämlich Leute die sich unbedingt bei den Schiffsnachbarn am ganzen
Steg ins Zeug mischen wollen und sofort eine Art von Hirarchie
heraufbeschwören. Ich mag das nicht, und wurde ab sofort ignoriert und auch
nicht mehr gegrüsst. Macht mir nichts aus, finde
ich aber blöd, denn es gibt immer wieder nette Leute die man trifft. So
bedauerten wir dass wir im Hafen Peter und Christine nicht getroffen haben.
Diese sind zur Zeit in Tunesien unterwegs und kommen erst in einigen
Monaten zurück. Roland und Gabi haben wir am ersten tag
schon getroffen, aber auch sie sind südlich gefahren und wir nach Norden.
So ist es halt eben beim seefahrenden Volk aber man trifft sich immer
wieder.
Heute Abend essen wir eine Pizza in der Pizzeria am Hafen.
Diese Pizzas sind ein Wunder.
Ich freue
mich schon wieder auf’s nächste
Mal.
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| 18.9.05 |
Letztes Hand anlegen am Boot, dann sind wir fertig. Rosmarie hat
gemeint sie hätte schlecht geschlafen weil es so
gestürmt und geschaukelt hätte. Es ist Zeit dass die Frau von Bord kommt
denn das sind schon fast Halluzinationen denn es war im Hafen so ruhig wie
es nur sein kann. Vielleicht doch ein Gläschen Wein zu viel zur Pizza?
Heute Abend
essen wir nochmals Sardisch bei Maria und Georgo. Dann geht’s auf die Fähre in Olbia ,
wo wir eine Kabine gebucht haben um
die Nacht bis Livorno ruhig zu verbringen und morgen früh ausgeschlafen die
Heimfahrt unter die Räder zu nehmen.
Schade,
dieses Jahr ist die Seglerei abgeschlossen. Sicher geht’s im Frühjahr
wieder weiter.
Ich melde
mich spätestens im April wieder auf dieser Internetseite und kann dann
hoffentlich von neuen Erlebnissen berichten.
Wenn es
manchmal auch etwas gedauert hat bis ich die
Berichte ins Netz stellen konnte, habe ich es immer wieder gerne getan,
denn die vielen mir bekannten und aber auch unbekannten „Mitsegler“, die die Seite regelmässig besuchen sind mit mir dadurch irgendwie
verbunden und wer hat nicht gerne „ liebe Gäste „ an Bord?
Im letzten
Jahr ist die Seite über 2100 Mal besucht worden dieses Jahr waren es jeden
Monat zwischen 170 und 230 Mal.
Das ist doch
unglaublich und es freut mich.
Allen diesen
Besuchern ein „Lebewohl bis zur nächsten Saison“
Kapitän der
SAMANTHA Rudy
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