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Es geht ganz schön zur Sache für den Anfang
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Es ist knapp 10°C
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Patrick schaut noch kritisch
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Segeln vom Feinsten im Maddalena-Archipel
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Wieder einmal in Bonifacio
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Patrick im Mast
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Was kann schöner sein?
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Patrick ist nun der Skipper
Zurück in La Caletta
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Für meine Seglerseele wird 2006 ein trauriges Jahr. Seit Mitte 2005 bin ich an einem Projekt, das mich vollständig in Beanspruchung nimmt
und mir Urlaubstage für 2006 nur in beschränktem Masse zugesteht. Ich will
noch kleine Pausen dazu benutzen, meine SAMANTHA zu besuchen, danach, an
Ostern wird sie nach Marseille überführt, wo sie dann ein geruhsames Jahr
auf dem Trockenen verbringen wird.
Vorerst aber erlebe ich eine herrliche Überraschung.
Mein Sohn, Patrick, der Vater von meinem Enkelkind und
Namensgeberin des Schiffes, Samantha, spricht mich auf meine Seglerpläne
an. Dabei stelle ich fest, dass er gerne einmal mit mir auf der SAMANTHA segeln möchte. Mir kommt es
gerade recht, denn ich sollte unbedingt nochmals vor Ostern zum Schiff. Ich
habe so einiges, das ich aufs Boot zurückbringen sollte, was ich mit dem
Flieger nicht transportieren kann. So ist zum Beispiel meine Rettungsinsel
nach der ersten obligaten Wartung zu Hause und müsste aufs Schiff.
Patrick und ich verständigen uns darauf, mit dem Auto nach La
Caletta zu fahren, alles Material mitzunehmen und dann gleich zu
profitieren, eine Woche an der Costa Smeralda zu segeln.
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10.3.06
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Der Tag zeigt sich in tiefem Grau, gestern hat es bei uns auf
dem Berg nochmals 40 cm Schnee hingelegt und für heute sind weitere
Schneefälle angesagt. Wie ich vormittags zum Hause hinausgehe, begegne ich
den Skifahrern, die „ Saisongemäss
„ angezogen und ausgerüstet sind.
Ich komme mir in meiner Seglerkluft ungefähr so vor, wie eine
Rabbiner im St Petersdom. Trotzdem
bin ich als Optimist unterwegs und hole Patrick für unser Abenteuer
ab. Mittags ziehen wir los. Auf dem
Weg zum Tunnel des grossen St Bernhard, schneit es und die Strassen belegen
sich mit Schnee. Hinunter durchs Aostatal regnet es, bis dann in der
Toscana das Wetter etwas freundlicher wird.
Frühzeitig, vor dem Fährtermin, erreichen wir Livorno. Hier
suche ich noch einen Mechaniker Werkstatt, wo ich in ein Edelstahlteil 2
Löcher bohren lassen will. Keiner meiner Bohrer zu Hause hat dies
geschafft. In einer
Gartengeräte-Werkstatt habe ich Glück und finde einen freundlichen Italiener,
der innert einer Minute die 2 Löcher bohrt.
1900. Wir suchen die
Fähre und können sofort einfahren. Es gibt scheinbar nur wenige Passagiere,
dafür viele Lastwagen. Man profitiert vermutlich, in Sardinien die Vorräte
für die kommende Saison nachzufüllen, denn bald, in 4-5 Wochen beginnt die Saison
für Sonnenhungrige. Wir haben noch grauen Himmel, ziemlich starken und
kalten Wind und von Sonne noch keine Spur. Aber das wird sich sicher
ändern, wenn wir auf unserer SAMANTHA sind. (Es spricht der Optimist in mir!)
Das Nachtessen auf der Fähre geniessen wir. Es ist noch alles
ruhig und schaukelt nicht, denn die Fähre ist noch im Hafen angebunden.
Pünktlich um 2100 legt die Fähre ab. Eine viertel Stunde
später, als sie aus dem Hafen ausfährt, fängt es ganz tüchtig an zu
schaukeln und zu schlingern. Die Wellen müssen ganz schön hoch sein, damit
eine so riesige Fähre ins Schaukeln kommt. Immerhin ist dieser Koloss etwa
so hoch wie ein 5 stöckiges Haus, so breit wie ein Fussballfeld und so ca
100 m lang.
Ich freue mich schon auf die nächsten Tage, wenn sie SAMANTHA
sich durch die Wellen pflügt.
Schlafen in der Kabine ist gewöhnungsbedürftig. Es schaukelt
ganz schön und ich kann mir vorstellen, dass manch einer, mit empfindlichem
Magen, verzweifelt nach einem Eimer sucht, wo er das Nachtessen wieder deponieren
kann.
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11.3.06
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Ding, dong, „
liebe Passagiere, verlassen Sie nun die Kabinen.......“ . Wir sind in
Olbia.
Allerdings dauert es
über eine Stunde bis wir ausfahren können, denn zuerst müssen die Laster
losgeschnallt und ausgefahren werden.
Erst dann sind wir dran.
Macht nichts, wir haben Zeit.
Regnen tut es auch, also haben wir keine Hetze.
In La Calette finden wir unsere SAMANTHA, wie mir scheint
etwas traurig, aber alles ist in Ordnung. Die Hafen-Marineros haben sie
während meiner Abwesenheit mit 3
zusätzlichen Leinen festgebunden, so dass sie sich kaum bewegen kann.
Zu erst muss ich Sie etwas näher zum Steg bringen, denn wir
kommen sonst gar nicht aufs Boot. Der „ erste Schritt „ ist
immer ein gewagter Sprung, bei dem oft ein Skipper, der nicht gemerkt hat,
dass er älter geworden ist, zwischen Boot und Steg baden gegangen ist.
Ich habe Glück und lande sauber auf der Hintertreppe.
Den Tag verbringen Patrick und ich mit dem Einrichten. Die
Segel müssen aufgezogen werden, das Winterdach wird weggeräumt, der Strom
wird eingeschaltet, der Tank gefüllt , im Supermarkt kaufen wir für die Woche ein und so
weiter.
Beim Durchchecken der Systeme, stellte ich eine Panne beim
Generator fest. Der wollte nicht sauber laufen und stellte gleich nach dem
Start aus. Aber, der ist lieb und zeigt mir mit Blinkzeichen am
Anlasserknopf an, dass das Problem bei der Wasserzufuhr für die Kühlung
liegt. Ich vermute sofort, dass der
Impeller ( das Schaufelrädchen in der Wasserpumpe ) defekt sein könnte, denn das Problem
hatte ich schon vor 2 Jahren einmal. Also öffne ich die Wasserpumpe und
siehe da, das Wasserrädchen hat fast keine Flügel mehr uns kann somit zu
wenig schöpfen. Man hat natürlich
ein Reserveteil mit dabei und der Austausch dauert gerade mal 100 Minuten,
dann funktioniert auch das wieder.
Abends wollen wir Pizza essen im Hafenrestaurant. Denkste, die
haben noch Winterurlaub. Auch bei Maria und Georgo ist alle zu. Schliesslich finden wir im Dorf eine
essbare Pizza.
Zurück in unserem geheizten Salon, spielen wir noch Karten und
genehmigen uns einen Schlummerbecher, bevor wir uns dann müde um 2200 in
die Kojen verdrücken.
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12.3.06
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Früh geschlafen, früh erwacht.
Nach einem ausgiebigen Frühstück legen wir los. Es ist genau 0850.
Die Marineros meinen noch, die Prognosen stünden so gegen Sturm, doch wir
hätten ja ein grosses Schiff.
Die erste Zeit haben wir den Wind querab auf Steuerbord, so um
die 20 Knoten. Eigentlich müsste die SAMANTHA jetzt richtig schön laufen.
Aber nein, wie eine müde alte Dame schleppt sie sich durchs Wasser.
Nach ungefähr 2 Stunden dreht der Wind um fast 180 Grad nach
West und frischt auf. Mehr Wind macht nichts, ich verkleinere einfach die
Segelfläche und SAMANTHA steht immer noch fast aufrecht im Wasser. Mit zunehmender Tageszeit werden die
Winde immer böiger und stärker.
Zeitweise steigt der Windmesser auf 45 Knoten, das ist nach
internationaler Skala Stärke 9 und somit „ Sturm „. Unsere SAMANTHA ist sich solche Winde
bereits gewohnt und bleibt wie immer ruhig und sicher im Wasser. Die Wellen
steigen nun auch bereits auf 2- 3 Meter . Von Zeit zu Zeit übersteigt eine
Welle das Schiff, und wäscht es sauber. Wir aber bleiben unter dem
schützenden Bimini trocken und geniessen die Fahrt. Anfänglich bemerke ich,
wie Patrick, der heute seine Segeltaufe hat, sich beim Anblick einer auf
uns zukommenden hohen Welle etwas
versteift, danach sich aber sofort wieder entspannt. Es muss schon
eindrücklich sein für jemanden , der das erste Mal auf einer Segelyacht auf
dem Meer ist, zu erleben, wie so eine AMEL sicher im Wasser liegt und wie
sicher man sich in dem Cockpit fühlt, egal wie stark es draussen tobt.
Späten Nachmittag fahren wir in Porto Cervo in den Vorhafen
ein. Wir sind ganz alleine und
können uns den besten Ankerplatz aussuchen. Den ganzen Tag über haben wir
ausser einer Fähre kein einziges Schiff gesehen. Die Bedingungen mit zeitweise etwas Regen, sturmartigen Böen
und einem tobenden Meer sind nicht jedermanns Sache.
Nach einem herrlichen Abendessen, gegrillte Côte de Boeuf, Teigwaren,
Gemüse und einem guten Glas Rotwein,
spielen wir noch Karten, sind aber bereits um 2100 im Bett.
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13.3.06
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Die ganze Nacht hat es stark geblasen und die SAMANTHA hat an
der Ankerkette gezerrt, wie ein störrisches Pferd, deshalb war es etwas
unruhig. Dazu kam, dass die am Hafen vorbeiziehenden hohen Wellen, Schwell
in die Bucht trieben, so dass es dauern schaukelte.
Den Generator wollte ich auch nicht die ganze Nacht laufen
lassen, und somit wurde auch nicht mehr geheizt. Resultat, in der Früh 10 Grad im Salon. Aber bereits um 0700
schaltete ich unsere Strommaschine ein, und so frühstückten wir bei angenehmen 19 Grad.
Patrick fragte mich so ganz beiläufig: „ Dad, ist das
immer so auf deinem Schiff „?
Bevor wir den Anker lichteten
bereitete ich Patrick moralisch auf unsere nächste Etappe vor.
Draussen vor dem Hafen türmten sich die Wellen noch höher wie gestern, der
Wind war aber etwas schwächer. Wir mussten die ersten 5 Meilen hinter uns
bringen um dann ins Maddalena Gebiet einzufahren. Direkt nach der Umrundung
des Cap Ferro, so wusste ich, wird es wegen der Abdeckung durch die Inseln,
ruhiger und angenehmer.
Gesagt getan, wir fuhren
los und aus dem Hafen hinaus.
Whoooooo........ Es war
noch fetter, als ich gedacht habe. Unter Motor steuerte ich gegen die
Wellen, kam aber gerade mit Vollpower so ungefähr auf 1,5 bis 2 Knoten. Der
Muschelbewuchs an unserem Unterwasserschiff und an der Schiffsschraube ,
hilft nicht, das Boot schneller zu machen.
Nach 2 Stunden harten Kampfes umrunden wir das besagte Kap und
siehe da ...
Ein Traum-Segeltag,
kleine Wellen, Winde 18-20 Knoten , dazu aus einer guten Richtung,
was könnte man besseres wünschen.
Jetzt übernimmt Patrick das Ruder und frischt sein
Seglerkönnen aus der Jugendzeit auf.
Ich bin Glücklich, alleine mit einem meiner Söhne zu sein und
ein so schönes Erlebnis zu geniessen.
Nachmittags ankern wir in der Bucht „Salina“ wo es
absolut ruhig und geschützt ist. Wir
holen das Dingi aus der Bagskiste und gehen an Land. Hier besteigen wir den
Hügel, den ich schon so oft gesehen habe. Er sieht markant aus, mit einem Felsen, der einen Bären
darstellt. Er heisst auch sinnigerweise
„ Bärenkuppe“.
Wie wir mit dem Dingi im Wasser sind, sehen wir auch warum
unser Schiff kaum mehr vorwärts kommt. Wir haben eine Muschelzucht am Boot
hängen, wie es sich ein französischer Austernzüchter nur so wünschen
könnte. Wir verlieren dadurch 1,5 bis 2 Knoten Fahrtgeschwindigkeit und das merkt man schon. Mit dem Paddel
versuche ich das Gröbste abzuschaben, allerdings mit mittelmässigem Erfolg.
Einzig, Tauchen wäre angesagt, aber dazu habe ich keine Lust, denn das
Wasser hat nur 10 Grad, ungefähr wie die Luft.
Heute allerdings wurde es im Windschatten bis zu 18 Grad warm und die Sonne schien schon seit
Mittag. Wir geniessen es und aalen uns eine Weile in der Sonne.
Das Nachtessen heute besteht aus Currygeschnetzeltem, Reis und
Salat.
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14.3.06
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Tagwache um 0800 ( ca )
, Frühstück wie immer mit Wurst, Käse, Marmelade und Honig, dazu Kaffee aus
der Kaffeemaschine, herrlich.
Auch das Wetter präsentiert sich gut.
Wir ziehen los und wollen nach Bonifacio, wo das traditionelle
Wildschweinessen angesagt ist.
Mitten in der Strasse von Bonifacio, bei Windstärken 16
– 25 Knoten, knallt es plötzlich und unsere Genua flattert ungestüm
im Wind.
Was ist Passiert ?
Die Fockschot ( das Seil, mit dem man das Vorsegel
kontrolliert ) hat an dem Punkt gerissen, wo es am Segel befestigt war. Dort hat es manchmal beim
Wendemanöver an den Wanten gescheuert und wurde über die Jahre leicht
beschädigt. Nun hat es dort nicht mehr
genügend Stärke gehabt und bei einer Böe den Geist aufgegeben. Wir
drehen in den Wind und fangen gemeinsam das wilde Segel ein. Dabei muss man
teuflisch aufpassen, dass einem der Metallring, der zur Verstärkung
eingenäht ist, nicht den Kopf trifft, das könnte schlimm ausgehen. Uns
gelingt es, ein Leinenende durch den
Ring zu ziehen und zu verknüpfen. Somit ist das Segel wieder unter
Kontrolle und die Fahrt geht weiter.
Um 1500 fährt die SAMANTHA wieder einmal in Bonifacio, meinem
Lieblingshafen , ein.
Dort wo wir immer festmachen, legen wir auch diesmal ohne
Problem an und vertäuen das Schiff.
Allerdings, als wir den Strom anschliessen wollen, knallt die
Sicherung ständig raus.
Als mir Patrick dann erklärt, dass in La Caletta, der Stecker ins Wasser
gefallen sei, wird mir klar, dass es mit dem Strom nicht klappen kann,
bevor ich den Stecker auseinander genommen und getrocknet habe. Zehn
Minuten später haben wir Strom.
Patrick wird danach mit
dem Bootmannsstuhl in den Mast hinaufgezogen um dort noch eine Leine
einzuziehen, die ich zum Überwintern ausgefädelt hatte und eine Ersatzlampe
zu montieren, die ich aus der Schweiz mitgebracht hatte. Diese Arbeiten
haben wir nicht früher ausgeführt, weil es zu windig war. Hier war es
absolut ruhig und deshalb geeignet.
Nachdem ich den Wasserschlauch am Quai angeschlossen hatte,
ich wollte das Schiff putzen, setze ich zu einem eleganten Sprung an um
zurück aufs Boot zu kommen.
Frage nicht warum! Ich
bin wunderbar mit dem einen Fuss voran auf der Hintertreppe gelandet, aber
im Moment des Aufsetzens durchzuckte es mich wie ein Blitz. Ab sofort war
nichts mehr mit auf 2 Beinen
gehen! Der Fuss schmerzte, als hätte
ich Ihn abgeknickt, das war aber definitiv nicht der Fall. Die Landung war
perfekt, nur was nützt es zu lamentieren. Es schmerzte.
Patrick erledigte nun einige kleine Besorgungen alleine.
Abends schleppte ich mich humpelnd in die obere Stadt, Ziel:
Wildschweinessen. ( Wenn’s
Wildschwein gibt, kennen auch Indianer keinen Schmerz ). Der Abstieg von der oberen Altstadt zum
Hafen wurde zur echten Tortur. Aber wir schafften es. Auf dem Schiff
zurück, wurde dick Pomade aufgelegt und der Fuss eingebunden.
Es war sonst aber ein sehr schöner Tag, und heute Nacht wird
es nicht kalt, denn wir können dank dem Strom vom Land die ganze Nacht heizen.
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15.3.06
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Besser geschlafen als ohne Heizung habe ich nicht, nur mehr
geträumt.
Vormittags geht Patrick auf
Tour um sich die imposanten Befestigungen von Bonifacio anzuschauen.
Ich kann nicht mit, der Fuss will noch nicht.
Gegen Mittag legen wir los. Patrick spielt heute den Skipper,
denn ich könnte ja wegen dem Fuss ausgefallen sein. Es klappt alles super.
Er hat das Schiff schon richtig gut im Griff und täglich auch mehr Spass.
Ideale Winde bringen uns bis nach Porto Vecchio, wo wir in der
Bucht ankern. Heute habe ich den zweiten Anker montiert, so dass wir wieder
Verkatten. Ich schlafe einfach
ruhiger mit 2 Ankern.
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16.3.06
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Der Himmel ist dunkelgrau um nicht schwarz zu sagen. Es hängen
schwere Regenwolken entlang den
Bergen von Korsika. Den Wind haben wir leider gegen uns, dafür bleiben aber
auch die Wolken immer hinter uns und bis am Abend laufen wir dem Regen, den
wir immer hinter uns sehen, davon. Wir müssen aufkreuzen und trainieren uns somit bei
den Wendemanövern. Heute Abend
wollen wir in die Bucht von Porto Pozzo, wo wir auch um 1700 hinkommen.
Heute ist uns das Glück hold und die Anker halten bereits beim 2. Versuch.
Üblicherweise sind in dieser Bucht 4-6 Versuche notwendig um den Anker
sicher zu haben.
Mit einem Gemüsesüppchen, gebratenen Puttenkeulen,
Bratkartoffeln und Salat erfreuen wir unseren Gaumen und zur Feier des
Tages bastle ich noch einen Schokoladenpudding.
Mit interessantem Vater-Sohn-Gespräch, einem tüchtigen Schluck
Whisky und einem Espresso beenden
wir nach 37 Seemeilen wieder einen schönen Tag.
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17.3.06
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Totenstille in der Früh. Das Meer wie Öl, kein Lüftchen.
Mein Fuss hat sich über Nacht erholt und plagt mich nicht
mehr.
Genau zu dem Zeitpunkt als wir den Anker lichten, kommt ein
angenehmes Lüftchen auf. Wir haben auf dem Tagesplan die Buchten im
Maddalena –Gebiet zu erkunden. Wir segeln, nur mir der Genua von
einer Bucht in die Andere und beschauen uns das immer wieder schön
erscheinende Segelrevier. Dann ziehen wir ums Capo de Ferro und an Porto
Cervo vorbei hinein in die Cala de Volpe. Dies ist der Ort, wo im Sommer
die grossen Luxusyachten ( mit Helikopter auf dem Deck ) liegen. Heute ist
alles leer. Wir sind alleine auf weiter Flur. Einen Segler, ein Schiff von
der Sunsail, haben wir heute gesehen. Typisch, dieses Boot war auf
Überführungsfahrt, das heisst mit
Segeln und Motor möglichst schnell möglichst weit vorankommen. Patrick
meinte, das wäre doch sicher auch ein schöner Job. Nur wer das noch nie
gemacht hat, kann so was glauben.
Es wird schon fast dunkel, als wir endlich in der Cala de
Volpe den Anker werfen, denn in den letzten 2 Stunden hat uns der Wind fast
völlig alleine gelassen. Aber wir
haben Zeit und kein festes Ziel, wir sind frei.
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| 18.3.06 |
Heute müssen wir zurück nach La Caletta, unsere Fähre geht um
2100 Uhr.
Schon um 0710 wird der Anker gehoben. Ein Lüftchen von 10
Knoten erlaubt uns eine gemütliche
Fahrt Richtung Süden.
Wir schleichen der Küste entlang und betrachten alles aus
nächster Nähe.
Während der Fahrt
werden bereits die Kojen
geräumt, die Betten abgezogen, die Toiletten geputzt, einfach alles was wir
erledigen können, wird getan, damit wir im Hafen dann etwas mehr Zeit
haben. Nach unserer Berechnung müssten wir so ca. 1600 in La Caletta ankommen.
Die Seglerei ist heute nicht aufregend und die meiste Zeit
übernimmt der Autopilot das Ruder.
Das Wetter bleibt uns hold und erlaubt uns, die Segel ,
trocken einzurollen. Wir werden im Hafen nur das Notwendigste erledigen
müssen, denn in 3 Wochen bin ich ja wieder auf Fahrt in Richtung Marseille
mit 3 Freunden.
Kurz vor Erreichen von La Caletta frischt der Wind nochmals
auf und wir umrunden die Hafenmole ganz flott. Eigentlich ist es keine besondere Hexerei
mit einer Amel an den Hafenplatz zu manövrieren. Eigentlich !
Heute aber ist es wie verrückt. Klar der Eingang ist sehr eng,
aber bis anhin war es nie ein
Problem. Heute, genau in dem Moment, wo ich ansetze, rückwärts einzuparken,
höre ich plötzlich ein pfeifendes Geräusch vom Vorderschiff und die
SAMANTHA lässt sich nicht mehr mit dem Bugstrahlruder steuern. Jetzt gibt
es Hafenkino ! Ich versuche noch
Rückwärts zwischen den Stegen ins freie Hafenbecken hinauszufahren. Keine
Chance, die Einfahrt ist zu schmal und wir liegen unverzüglich und mit Hilfe des Windes Querab, längs vor den
gegenüberliegenden Schiffen. Als Erstes gilt es die Ruhe zu bewahren, unser
Boot von den wie Haischnauzen aussehenden, mit Ankern und Eisentangen
bewehrten Bügen der anderen Boote
abzuhalten. Dann, den plötzlich in Scharen auftauchenden Personen eine
lange Leine zuzuwerfen, mit der diese unsere SAMANTHA sanft und ohne Schaden in die vorgesehene
Parklücke ziehen. Kaum lag die SAMANTHA friedlich an Ihrem Platz, waren
alle wieder in ihren Booten verschwunden. Ich konnte mich gerade noch bei
einigen, die geholfen haben bedanken, dann waren wir wieder alleine. Eine kurze
Inspektion hat ergeben, dass ausser
Aufregung nichts geschehen ist, nichts beschädigt, weder bei uns
noch an einem anderen Boot. Wem es schon einmal passiert ist, dass das
Bugstrahlruder bei einer AMEL genau im kritischen Moment ausfällt, der
weiss wie sehr ich für einen Moment gelitten habe. Scheinbar habe ich eine
Leine oder sonst etwas im Wasser erwischt, was ich nicht gesehen habe.
Fazit ist, dass ich an Ostern erst einmal Tauchen muss, um das Teil zu
reparieren, bevor ich auslaufe und egal wie warm das Wasser sein wird.
Halleluia !!! und frohe Ostern.
Der Rest des Tages verlief ohne weitere Zwischenfälle. Wir
erreichten die Fähre rechtzeitig, haben gut gespiesen und eine sehr ruhige
Nacht verbracht.
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| 19.3.06 |
Wieder Ding, dong
...usw. nur diesmal waren wir
in Livorno.
Bereits nach 15 Minuten kurvten wir aus dem Hafen und auf die
Autobahn. Richtung Heimat.
Alles ohne Probleme. Mittags konnte Patrick seine Familie
wieder begrüssen und ich nahm meine Rita
ebenfalls nur eine halbe
Stunde später in die Arme, als ob ich wochenlang weg gewesen wäre ! Nein, es war nur eine Woche, aber eine
sehr schöne und erlebnisreiche.
Ich melde mich Anfang Mai wieder, nach meinem nächsten Törn
Kapitän Rudy
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