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Philippe beginnt mit dem polieren

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Die Arbeit ist anstrengend

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Rudy beginnt mit den Reparaturen am Bug

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Alles muss sauber abgeklebt, gefüllt und dann geschliffen und poliert werden

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Auf der Steuerbordseite hat es nur "wenige" Kratzer

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Anders auf der Backbordseite. Min 10 MeterKratzer

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Die Schale glänzt nach der Reparatur so, dass Philippe sie als Spiegel beim rasieren brauchen könnte.
Fertig. Das gemietete Gerüst wird zurückgebracht
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Liebe SAMANTHA –Fans
Es ist lange Zeit her, dass
ich von Erlebnissen berichten konnte.
Trotzdem, es ist
erstaunlich, wird die Homepage jeden Monat
250-270 Mal besucht und ich
habe wieder neue Freunde kennen
gelernt, die sich über die Homepage gemeldet haben.
Nun, endlich gibt es
endlich wieder etwas zu berichten.
Es ist schon Januar.
Meinen Sohn Philippe, der
vor einer Woche von einem Auslandaufenthalt zurückgekommen ist, wird gleich
in Beschlag genommen. Über die Winterzeit habe ich mich nämlich intensiv
vorbereitet um meine Samantha
von den üblen Beschädigungen, die sie seit letztem August hat, zu befreien.
Es war doch in jener Nacht passiert, als sich in einer Bucht auf Menorca
zwei fremde Boote mit ihren schlirrenden Ankern
an uns gehängt haben und dadurch die ganze Seite zerkratzt wurde.
Da sich die netten Yachties nach dem Gewitter aus dem Staub gemacht haben , blieb der gesamte Schaden an mir hängen. Gut,
dass ich eine gute Kasko-Versicherung habe. Die Pantaenius,
hat sich sofort und ohne Umstände bereit erklärt, den Schaden voll zu
übernehmen. ( Selten, dass man eine Versicherung
rühmen kann, aber hier muss ich es tun.)
Da ich unseren westlichen Nachbarn und dazu noch denen im Süden,
nicht so richtig traue, bin ich zum „Bootsbau-Unterricht“ bei
einem Bootsbauer in Cham gegangen und habe dort
alles über GFK-Reparaturen gelernt und unter dem wachsamen Auge von Ivo,
dem Chef selber, entsprechende Übungsstücke angefertigt.
Mit allem, was mir Ivo
empfohlen oder besorgt hatte, ausgerüstet, fahren Philippe und ich am
Sonntag in der Früh los. Bei dem milden Winterwetter liegt kein Schnee auf
der Strasse und je mehr wir uns dem Hafen in Port Saint Louis nähern um so frühlingshafter wird es.
Im Hafen angekommen, legen wir gleich los,
reinigen erst das ganze Schiff und Philippe beginnt auch gleich mit dem
Schleifen des Unterwasserschiffes.
Am ersten Abend sind wir schon Hundemüde und legen uns in einem, im
Hafen gemieteten Bungalow, direkt nach dem Nachtessen hin. Nur 4 Stunden
Arbeit heute und bereits hundemüde. Das wird noch gut werden!
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15.1.07
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Um 0800 am Montag klingelt
der Wecker ( Handy ). Draussen ist es noch
stockdunkel.
Am Sonntag konnten wir
nicht mehr einkaufen und so besteht unser erstes Frühstück aus einigen
wenigen Krümeln, die wir noch von unserer gestrigen Reise übrig haben.
Im Küchenschrank finden wir
( vermutlich von Engländern hinterlassen) eine
Dose Würstchen. Gebraten kann man die, mit etwas Mut, auch als
Mitteleuropäer, essen, besonders dann, wenn man Hunger hat und der Tag
bestimmt anstrengend wird.
Die ebenfalls noch im
Schrank liegenden Teebeutel ergeben
eine Art Tee, der das Frühstück wohltuend hinunterspülen hilft.
Heute werden wir einkaufen !
Und wirklich, das haben wir
irgend einmal zwischen den harten Stunden der
Arbeit getan. Und wie ! Die Dame an der Kasse im Supermarkt wird
sich wohl gefragt haben, ob wir ein Fregattenschiff für eine mehrwöchige
Seereise bebunkern.
Den Rest des Tages
verbrachten wir beide mit Schleifen und Vorbereiten.
Zur Feier des 1. Tages
holten wir unter der Dusche kiloweise
Schleifstaub aus allen Ritzen, Höhlen und Einbuchtungen unserer
geschundenen Körper, um danach, frisch herausgeputzt und gebügelt in Port
Saint Louis die erste der vielen Kneipen aufzusuchen um mit herrlichem Essen und gutem Wein unser
ganztägiges Leiden zu vergessen.
Am ersten Abend waren
riesige Côte de Boef auf dem Speiseplan.
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16.1.07
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Wie immer, wenn der Wecker
klingelt, Nacht um uns herum.
Diesmal Frühstück mit Eiern
und Schinken, frischen Baguettes, Marmelade, Käse
und sonst noch vieles, was einem das Frühstück so zum Genuss macht, dass
man gar keine Lust zum Arbeiten bekommt.
Trotzdem, wir haben ein
Ziel, und ich muss schon sagen, wie Philippe sich ins Zeug legt und das
gesamte Unterwasserschiff abschleift, zeigt, dass er neben der Kopfarbeit
beim Studium auch für praktische Dinge ein Händchen hat. Teils liegt er auf
dem Rollgerüst und schleift nach oben. In dieser Stellung bekommt er mehr
Druck auf die Maschine, aber auch mehr Staub in den Mund. Der extra dazu
verwendete Einweganzug hält diesen Feinstaub nicht auf und so habe ich
Abends bevor er in die Dusche steigt immer das Gefühl, einen Sohn zu haben,
der von einer Afrikanerin auf diese Welt gebracht wurde. Aber Wasser hilft
in diesem Falle die Dinge wieder ins rechte Licht zu rücken.
Auch heute Abend gehen wir
wieder auf kulinarische Entdeckungsreise. Diesmal landen wir beim
Vietnamesen. Gut, aber etwas stark mit französischer Küche durchmischt.
Macht nichts, wir sind ja Multikulti.
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17.1.07
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Erste Reparaturversuche an
der Schale. Den ganzen Tag lang bereite ich die Kratzer so vor, dass ich
sie noch am selben Abend mit dem Gelcoat
ausfüllen kann. Hierzu muss ich die Kratzer reinigen und rundum mit
Klebeband abkleben. Man kann sich kaum vorstellen, dass es so viele Kratzer
sind, dass ich dazu fast den ganzen Tag brauche. Abends wollen wir noch
alles ausspachteln, damit die Füllmasse über Nacht aushärtet, so dass ich
dann Morgen mit dem Schleifen anfangen kann. Das Tageslicht verschwindet halt im Winter
früher, so dass uns einige Stunden fehlen. Philippe platziert das Auto so,
dass wir dank den Autoscheinwerfern
bis 2000 arbeiten können. Dann geht’s wieder ins Dorf. Diesmal
in eine Fischkneipe. Hier bekommen wir extra für uns hingezauberte
Vorspeisen und herrlichen Fisch mit Gemüse. Wir sind die einzigen Gäste im
Lokal ( es ist nicht Saison) und trotzdem werden
wir bis fast Mitternacht fürstlich bedient. Einzig störend ist, dass ein Herr, vermutlich der Sohn, hinter der Theke steht
und sich ständig etwas in den Mund stopft. Da die Gastwirtin unsere Speisen
ebenfalls auf diesem Tresen nach der Küche zwischenlagert, vermuten wir,
dass sich der nicht mehr ganz junge Bengel, sich die Schnäppchen von
unseren Platten angelt. Je später, umso beduselter, merken wir immer
weniger. Tot fallen wir in die Betten.
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18.1.07
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Gespannt auf unsere ersten
Flickarbeiten schleichen wir die SAMANTHA an.
Erst scheint alles OK. Dank
der frühlingshaften Temperatur und dem Trick, die Heizung im Boot
eingestellt zu haben, hat der Gelcoat gut
ausgehärtet und ich kann mit der Schleiferei beginnen. Philippe bemalt das
Unterwasserschiff mit dem zähflüssigen Antifouling.
Oha, an vielen Stellen zeigt es sich nun, dass
sich beim Füllen der Kratzer nicht genug Material aufgetürmt hat, so dass
ein Nachspachteln notwendig sein wird. Die halbe Arbeit noch ein zweites
Mal !!!! Jetzt wird es eng.
Trotzdem , gutes Essen in
der nächsten Kneipe. Etwas mehr Wein und noch einen Grappa
obendrauf und der Ärger von heute ist vergessen.
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19.1.07
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Letzte Reparaturen mit
verschleifen. Philippe poliert die
ganze Schale. ( Auch hier wieder das gleiche Leid. Ein grosses
Schiff ist schön, nur nicht wenn man dran arbeiten muss.
Gegen Abend kann man
bereits sehen, dass sich die SAMANTHA wieder so präsentiert, als wäre sie
nie beschädigt worden. Sie glänzt unter der geschickten Hand von Philippe nach
dem Polieren und dem Waxen so, als wäre sie erst
heute aus der Werft gekommen.
Zur Feier des Tages gehen
wir uns nochmals eine Côte de Boeuf genehmigen,
denn solche Dinger kriegt man in der Schweiz kaum irgendwo, und wenn, dann
muss man schon fast einen Taglohn dafür hinlegen. Heute gibt es eine
doppelte Ration Wein. Nicht, dass wir uns betrinken wollten, nein, die Bedienung
Nr 1 hat uns den Wein gebracht, den ich bestellt
hatte, und Bedienung Nr 2 brachte den, der
Philippe reklamiert hat, nachdem Nr 1 die erste
Bestellung erst nicht ausgeführt hat.
Die Müdigkeit und der süffige Wein müssen es gewesen sein, dass wir erst
am nächsten Morgen bemerkten, dass ja nur eine Lieferung auf der Rechnung
war. Wir nahmen es als Entschuldigungsgeschenk fürs zu lange Warten.
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20.1.07
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Heute wollen wir früh
losfahren, aber vorerst sind noch einige Kleinigkeiten zu erledigen.
Hier noch einen Tupfer,
hier nochmals etwas nachpolieren und da noch etwas reparieren. Stephan, der Kranführer im Hafen rät mir,
unbedingt Antigel in den Motor zu geben, denn es
werde sehr kalt werden und der Hafen könnte gefrieren. Mit Spiegeleiergrossen
Augen muss ich Ihn angeschaut haben, denn im Moment bin ich immer noch mit nur einem T-Shirt
bekleidet. Wir hatten tatsächlich die ganze Woche über immer zwischen 15
und 18°C. Trotz meinem Erstaunen,
befolgen wir Stephan’s Rat und füllen Antigel in die Kühlkreise ein.
So geht der ganze Vormittag
und ein Teil des Nachmittags doch noch ins Land und wir fahren aus dem
Hafen als es am Horizont schon anfängt abzudunkeln. Philippe ist ein guter
Autofahrer, so konnte ich auf der Heimfahrt ein herrliches Nickerchen
machen. Erst kurz vor Genf wurde auch Philippe von der harten Woche
übermannt und übergab mir das Steuer. Unter strömendem Regen erreichten wir
schliesslich müde aber glücklich und stolz das
Zuhause.
Am Montag wurde es kalt und
winterlich und in Port Napoleon fiel das Quecksilber tatsächlich unter die
Nullmarke. Stephan bekommt nächstes Mal eine Flasche Wein!
Die SAMANTHA wird nun in
ihrer wieder gewonnenen Schönheit bis ende Juni warten müssen. Dann
geht’s endlich los , zurück ins Element Wasser , Wellen und Wind.
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