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4.9.09
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Rita ist schon
ganz nervös, wie immer wenn wir verreisen. Dabei ist ja alles
wunderbar vorbereitet. Ich kam gestern Abend nach einer Woche erst um 2100
aus dem Ausland zurück und hatte keine Zeit mich um die Packerei zu
kümmern. Aber wie es immer ist, Rita hat alles wunderbar vorbereitet,
die Tasche ist bereit und wir können gleich losziehen. Unser Zug
fährt um 0815 über Zug nach Zürich und weiter zum Flughafen
wo wir genügend Zeit haben ein zu checken. Pünktlich
fliegt die Türkisch-Airline ab in Richtung Istanbul.
Auf dem Flug gibt es sogar Frühstück und der Kaffee schmeckt
herrlich. Das sind schon einmal gute Vorzeichen für die nächsten
14 Tage. In Istanbul
müssen wir auf den Anschlussflug warten. Erst trinken wir noch einen
Kaffee, dann wollen wir etwas frische Luft draussen
schnappen. Das war ein Fehler ! Wir drehen gleich wieder um, denn es
gibt vor dem Flughafen wirklich nichts zu sehen und die Luft wie aus einem
Haartrockner mit nahezu 40°C treibt einem gleich den Schweiss in Bächen den Rücken hinunter. Oh je, wir
haben nicht bemerkt, dass wir aus der Sicherheitszone raus sind, nun
müssen wir wieder ( das 3.Mal heute ) alles auspacken, Gurt aus der
Hose, PC aus der Tasche, usw . danach alles wieder einpacken und anziehen, um dann 2
Stunden später das gleiche Prozedere ein 4.Mal zu erleben. Hier ist
man wirklich sicher, hier wird kein Al-Kaida mitfliegen ! Hey, eben
habe ich gedacht dass wir hier absolut sicher sein können, aber nun
das : Halb
ausgezogen und aller gefährlichen Sachen entledigt muss ich durch den
Scannerbogen und unsere Sachen werden durch den Röntgentunnel
geschoben. Natürlich
piepst nichts mehr und siehe da, hinter dem Monitor sitzt ein Uniformierter
und löst gerade ein Kreuzworträtsel. Es lebe die Flugsicherheit ! Dann
endlich, 3 Stunden später erneutes Boarding , die Tasche
hatten wir bereits in Zürich durchgecheckt, für den Flug nach Dalaman.
Auch hier, auf dem knapp 1 stündigen
Flug bekommen wir Hünerfrikasse an
Currysauce mit allem drum und dran serviert. Nicht schlecht für einen
Flug, den wir unter www.billigflug.de
gefunden haben ! Wir
beide sitzen so ziemlich genau in der Mitte des Flugzeuges und da werden
wir spät bedient weil die hinten und vorne mit dem Servieren begonnen
haben. Genau so war es dann auch mit dem Kaffee. Sowie die eine Stewardess
bei uns ist sagt sie, es sei zu spät für Kaffee, denn wir
würden gleich landen. Der Steward, der danach vom hinteren Teil kommt,
weiss scheinbar nichts von einer bevorstehenden
Landung und schenkt uns gemütlich den Kaffee ein. Wir haben
dann wirklich nicht mehr viel Zeit um den Kaffe zu trinken und nichts bei
der Landung auszuschütten, so das ich mir
noch fast die Zunge verbrannt hätte. In Istanbul
gelandet finden wir auch gleich ein Taxi und werden von einem „ Feldweibel“
sofort in eines der bereitstehenden Fahrzeuge verfrachtet. Auffallend ist
die grosse Polizistenschar, rund um den
Flughafen. Erstaunlich ist auch, dass der Taxifahrer sehr anständig
und angenehm fährt und weder Sicherheitslienien
noch andere Strassenbenützer ausser Acht lässt. Die Fahrt dauerte ganze 1 ½
Stunden, dann erreichen wir die Yachtmarina. Ich sehe nur hunderte von
Booten, weiss aber nicht, wo die SAMANTHA liegt.
Der Pförtner fragt nach dem Steg und Platznummer .
Keine Ahnung. Gut dass er Englisch versteht. Als er dann anfängt die
Namen der Stege zu benennen, kommt mir der Name „Hotel“
irgendwie bekannt vor. Also nickte ich und der Taxifahrer bringt uns zum
Steg „Hotel“. Angespannt und etwas abgekämpft von der
langen Reise finden wir die SAMANTHA bei der Nr
67. Jetzt kabe
ich nur noch ein kleines Problem zu lösen. Die SAMANTHA liegt ein ganz schönes
Stück vom Steg weg und dazwischen gibt es nur Wasser (das Meer).
Über ein Nachbarboot auf die SAMANTAH zu gelangen ist auch nicht
möglich. Weitsprung war schon in der Schulzeit nie meine stärkste
Disziplin. Anlauf und hopp…….. , ich lande ohne mir den Fuss zu verdrehen und ohne ein erstes Bad zu nehmen.
Sofort gebe ich bei der Mooring Leine und bringe
das Schiff so nah an den Steg, dass Rita mit einem
„Fähenschritt“ auf unser „Zuhause“ gelangt. Eine kurze
Aktion und das Schiff ist bewohnbar, hat Strom und
Wasser und die Betten sind bezogen. Draussen ist es schon längst dunkel und wir haben
Hunger und Durst. Das Hafenrestaurant scheint noch offen. Wir steuren auf das Licht hin, wie die Motten und sind
froh, dass man uns trotz später Stunde noch eine Kleinigkeit ( Spagetti Carbonara) und ein
Bier serviert. Wir sind die einzig verbliebenen Gäste und geniessen den lauen Abend draussen. Der erste
Eindruck von der Süd-Türkei ist bestens.
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5.9.09
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Es ist
nicht mehr ganz Früh, als ich erwache. Rita ist natürlich schon
längst auf und hat bereits einen Hafenrundgang mit Einkauf für’s Frühstück hinter sich. Was
sie zu berichten weiss hört sich gut an.
Saubere Toiletten, saubere Duschen, mittel grosser
Einkaufsladen, Schwimmbad usw. Den Tag verbringen wir mit den üblichen
Vorbereitungen, Anmelden im Hafenbüro, Zoll und Einkaufen. Beim
Einkauf hole ich einige Packungen Schinken aus dem Kühlschrank.
Schinken ist immer gut für ein Frühstück. Ansonst kaufen wir nur gerade
für 2 Mahlzeiten ein, denn wir wollen es langsam angehen und uns erst
mit der Gegend vertraut machen und zweitens haben wir auch noch genug
Esswaren an Bord. (Unsere Standardausrüstung). An der
Kasse, greift Rita plötzlich in den Einkaufswagen und holt die von mir
rein geschmuggelten Schinkenpackete heraus. Ich
schaue ganz traurig zu, verschwinden doch die
herrlichen „egg and bacon“ vor meinem
geistigen Auge. Aber dann, als mir Rita genauer zeigt was sie aus dem Korb
genommen hat, merke ich, wie lieb sie mich hat, denn mit diesen grünen
Schinkenscheiben hätte ich mich bestimmt vergiftet und das will sie
scheinbar (noch) nicht. Der Verkäufer
an der Kasse (Chef) lässt sofort andere Pakete holen, aber die sind
ebenfalls von einer grünen Sau. Warum plädieren die
„Grünen“ immer für artgerechte Haltung
? Ich bin sicher dass
bei uns der Schinken von Säuen, die im Dreck und nicht auf einer grünen
Wiese weiden, nicht grün ist. Wir wollten
zwar nur wenig einkaufen, aber es gibt da doch zu viele leckere Sachen und
14 Tage sind ja auch eine lange Zeit und man weiss
ja nie, ob es in der Türkei auch noch andernorts Läden gibt (man
hört ja so viel und wenn man die Türken bei uns sieht ist man ja
auch nicht sicher ob es da auch überall Zivilisation gibt). Fazit ist,
dass wir das, was nun in Säcken abgepackt zu unseren Füssen liegt,
niemals in einem Mal zum Schiff schleppen können. Das sieht der Ladenbesitzer
genau so und ordert seinen Kuli an, das Ganze in ein Dreirad zu laden und
zum Schiff zu karren. Toller Service! Am
Nachmittag muss ich noch zum Zoll, um das Transit-Log zu ergänzen.
Philippe hatte mir die Papiere mitgegeben und erklärt, dass ich noch
eine letzte Rate von 30€ zu bezahlen hätte. Nach einem
freundlichen Schwätzchen mit Herr Deria vom
Zoll will ich bezahlen. Er winkt ab und sagt, ich soll ihm doch 10 TK-Lira geben, das sei dann ok
so. (5 €). Eigenartige Beamte haben die hier. Ich bin mich eigentlich
eher das Gegenteil gewohnt. Um 1700
sind wir geduscht und bereit. Wir wollen nun nach Marmaris zum Souk. Von weitem sehen wir am Hafeneingang einen
Kleinbus stehen. Ich beginne zu laufen, um den noch zu erreichen. Rita
findet das überhaupt nicht toll, bei immer noch 30°C einen Spurt
hinzulegen. Aber es ist wieder einmal mehr die Türkische
Freundlichkeit die uns rettet. Der Fahrer sieht uns und stoppt sein
Gefährt nochmals und wartet bis wir schwer schnaufend eingestiegen sind
und Platz genommen haben. Klar, wir
suchen im Souk die Läden, in denen wir im
2004 schon, zusammen mit Georg und Anneliese gestöbert hatten. Wir
werden fündig, bis auf den einen Juwelier, der in Frankfurt sein
Studium gemacht hatte. Den gibt es nicht mehr. Aber dafür finden wir
das Lederwarengeschäft, wo wir uns schon letztes Mal eingedeckt
hatten. Auch diesmal kommen wir nicht ungeschoren da raus. Es ist einfach
zu verlockend, bei diesen Preisen und dann noch 50% Rabatt, recht gute Qualitätsware zu
kaufen. Wir haben viel Spass und zum Schluss
finden wir noch ein kleines Restaurant in der Hintergasse, in dem wir auf
Anraten des Lederwarenverkäufers so richtig Türkisch essen und
das noch für ganze 20 TKL (10€) für beide zusammen! Mit dem
Kleinbus geht die Reise zurück zum Hafen, wo wir mit einem Absacker und einem Rauchöpferchen
den Tag ausklingen lassen. Wir sind
endgültig im Urlaub angekommen.
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6.9.09
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Heute ist
Sonntag. Es ist auch ein sonniger Tag. Das Quecksilber steht bereits um 0900
auf über 30°C und bis Mittag werden es sicher 38-40° werden.
In der Früh nimmt Rita das Fahrrad und geht frisches Brot holen. Sie
kommt bald wieder zurück, aber nicht nur mit Brot sondern auch mit
einigen riesigen blauen Flecken und geschwollenem Schienbein. Am Anfang des
Steges hat es sie in der Kurve hingehauen und bös verletzt. Nun werden
alle denken, ich sei mit einem Tiger unterwegs. Es ist 1100
als wir die Leinen los werfen und aus der Marina steuern. Draussen erwartet uns ein herrlicher Wind und das
Meer ist fast flach. Ideales Segelwetter ! Nach 5
Stunden sind wir in der Bucht von Koycegiz und setzen den Anker. Im 2004 hatten
wir hier ein tolles Erlebnis im kleinen Strandhotel. Dort wollen wir wieder
hin zum Essen, aber vorher müssen wir das stahlklare Wasser mit
27°C geniessen und das tun wir auch
ausgiebig. Bei der Ausfahrt in Marmaris habe ich schnell bemerkt, dass der
Motor nicht auf Touren kommt. Es ist nun an der Zeit, das Tauchzeug
herauszuholen und bewaffnet mit einer Spachtel den Bewuchs am Propeller wegzumachen.
Sonst ist das Schiff, wie ich feststellen kann, sauber und ohne
irgendwelches Getier. Nach dieser
20-minütigen Arbeit, ist alles wieder so wie es sein muss. Jetzt kann
gebadet werden nach Herzenslust. Beim
Einnachten entern wir das Dingi und legen an einem Steg an, an dem viele
Ausflugsboote liegen. Was wollen die alle hier? Im 2004 gab es die noch nicht. Am
Strand finden wir die gleiche Hotelanlage, halbfertig und keinen Stein mehr
verbaut wie vor 5 Jahren.
Dahinter das kleine Hotel mit dem sympatischen
Besitzer. Erst ein
Bier gegen den Durst, dann die Türkischen Vorspeisen begleitet mit
einem Raki auf Eis danach 2Kg Fisch mit
Kartoffeln, Reis und Salat, begleitet mit einer Flasche Rotwein. Alles
abgerundet mit einem Eisbecher, Türkischem Kaffee und als
Sahnehäubchen eine Shisha (Wasserpfeiffe). Schlemmer…schlemmer…!! Die
Rückfahrt mit dem Dingi geht ohne Probleme, obwohl sich das
schaukelnde Meer mit dem eigenen Schaukeln kumuliert
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7.9.09
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Mit
leichtem Druck über den Augen wälze ich mich aus der Kabine. Rita ist
schon auf und sitzt im Cockpit. Der Gesichtsausdruck lässt nichts
Gutes ahnen. So ist es dann
auch. Rita hat die ganze Nacht kaum geschlafen weil es schaukelte und ihr
mitten in der Nacht speihübel war. Gleich
nach dem Frühstück legen wir los. Ein super Segeltag und wir
machen dauernd 7-8 Kn. Ziel Göcek. Rita geht
es nicht besonders gut, obwohl wir zwar guten Wind aber keine Wellen
haben. Nach 5 Stunden drehen
wir ab in die Bucht von Göcek. Rita fragt
wie lange es wohl noch dauern würde. Mein GPS zeigt noch mind. 2
Stunden. Ich konsultiere das Revierbuch und sehe dass wir eine Bucht ganz
in der Nähe haben. Wir
wollen mal sehen. Und tatsächlich, wir steuern bei Kapi
Koyu in die Bucht und können dort mit
Heckleinen und Mooring am Steg anlegen. Eine
Mannschaft steht bereit und hilft beim Anlegen. Sofort geht’s Rita
besser und die Moral steigt in rasantem Tempo. Gut so. Nach einem Bad in der Bucht (auch
hier stahlklares Wasser), wird ein Bierchen getrunken. Ein
„Prost“ kommt vom Nebenschiff. Auch hier sitzt eine Schweizer
Mannschaft an Deck. Rita muss
erst noch verarztet werden, denn beim Anlegen hat sie sich an einer
Schraube der Fischrutenhalterung ein Loch ins Bein gebohrt. Danach geht sie
auf die übliche Hafentour wo sie bald herausfindet, dass in der Bucht
noch weitere 2 Boote mit Schweizer Flagge liegen. So nach und nach begrüsst man sich. Am
frühen Abend sehen wir einem Boot zu, das mit rasanter Geschwindigkeit
in die Bucht einfährt und mit dröhnendem Motor aufstoppt,
rückwärts an den Steg steuert und auch dort wieder mit heulendem
Motor sehr ruppig manöveriert. Man hat
gleich den Eindruck, hier komme die Russische Armee angerollt. Kaum ist
deren Schiff angebunden holen sich die 6 jungen Damen zu Trinken. Getrunken
wird direkt aus den Flaschen. Jede hat entweder eine Flasche Wein oder
Wodka vor sich stehen. Später kommt noch ein Mann aus dem Niedergang
und ergänzt das Gelage. Nach und nach erscheinen dann noch 2 andere
Typen und die Party wird immer wilder. Rita und
ich gehen nun zum Essen. Gleich nach dem wir uns im Freiluftrestaurant
gesetzt haben werden uns 6
Vorspeisen vorgelegt. Rita isst einen Fisch und ich bestelle Calamaris gegrillt. Ich habe noch nie, so gute Calamaris gegessen. Es hat
schon länger eingedunkelt als wir unser Gelage beenden, und im Cockpit
den Abend mit einem Rauchopfer beenden. Nebenan ist der Lärmpegel
bereits auf Discostärke angewachsen. Widerlich, dass man sich so
benehmen kann. Dank Ohrstöpsel und geschlossenen Luken schlafe ich den
Schlaf der gerechten.
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8.9.09
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Beim
Aufstehen fällt mir auf, dass es so ruhig in der Bucht ist. Die Russen
sind weg. In der Bucht ist das Gesprächsthema „Die
Russen“. Scheinbar sind die nachts um 0400 stockbesoffen ausgefahren
und haben draussen in der Bucht herumgekurvt.
Mohammed, der Restaurantbesitzer und sein Sohn sind dann hinausgefahren und
haben das Schiff zurück an den Steg geholt. Gott sei dank sind diese Rüppel dann aber auch recht früh weggefahren.
Danach war es ruhig. Rita und ich entscheiden uns, in dieser schönen
Bucht einen „Hafentag“ einzulegen und das Baden und Essen zu geniessen. Mit dem Dingi machen wir einen
kleinen Ausflug in die Nachbarbucht zum Schwimmen. Gegen Abend verschleiert
sich der Himmel etwas und einige wenige Tropfen fallen. Späten Nachmittag kommen eine ganze Reihe von Sunsail-Flottiliensegler
an den Steg. Ein
Engländer scheint der Chef zu sein. Vom Restaurant aus, wo wir ein
Bierchen trinken, sehe ich, dass der Kerl auf meinem Schiff herumturnt. Wenn
ich etwas nicht mag, ist es, dass jemand ohne zu Fragen einfach mein Boot
betritt. Macht man nicht ! Erst habe
ich noch nichts gesagt, aber später, als ich im Cockpit sitze und
dieser Kerl wieder auf unser Schiff steigt, geht mir die Galle über
und ich erkläre Ihm sehr bestimmt, dass er verschwinden solle und dass
das keine Manieren seien ! Er zieht seine Schwanz
ein und verschwindet, aber seine „Gehilfin“ geifert noch lange
hinterher. Saupack. Auf dem Boot, dem er beim Anlegen von unserem Schiff
aus beim Anlegen geholfen hat, entschuldigt sich
der Skipper sehr herzlich und das noch auf Schweizerdeutsch. Wir kommen
dann auch ins Gespräch. Er ist Engländer, ist aber in Wollerau
bei Zürich aufgewachsen und in die Schule gegangen. Zur
Zeit skippert er bei Sunsail
weil sein Geschäft wegen der Finanzkrise in die Brüche gegangen
ist. Klein ist die Welt !
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9.9.09
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Kurz bevor
die Sonne im Zenith steht legen wir ab. Segeln vom allerfeinsten. Steifer
Wind und keine Welle. Auch Rita gefällt es. Später
setzen wir den Anker in einer Bucht, denn uns ist es ums Baden. Unser Ziel ist eine Nachbarbucht von
Kapi Koyu. Doch
manchmal kommt es anders als man plant. Kaum sind wir aus unserer Badebucht
heraus und ums nächste Kap herum, sehen wir eine weitere sehr
schöne Bucht mit Restaurant und Steg. Rechts-um
und wir legen gleich dort an.
Neben uns legen Österreicher, eine 6 Mann-Crew an. Die Augen sind dauernd auf Rita
gerichtet, was mir überhaupt nicht gefällt, denn ich weiss ja um die Schwäche die Rita für Hansi
hat und das ist ja auch einer der so spricht. Trotzdem muss ich einem von
denen Dankbar sein, denn bei seinen Beobachtungen hat er gesehen, dass Rita
rücklings von einer Art Wespe (ca 5 cm lang)
angegriffen wird und als Gentelman, verscheucht
er das Vieh. Später
gucke ich mir die Augen aus dem Kopf als ich eine Yacht mit Schweizerflagge einfahren sehe. Sehr
souverän wird hier manöveriert und das
mit einer Frau am Ruder ! Allingi
sei gegrüsst. Wir Schweizer haben nicht nur
Weltmeister im Segeln, nein es
gibt auch Frauen die das voll beherrschen. Ich werde neidisch. Rita
verspricht mir dann zum Trost,
dass Sie morgen beim Ausfahren
das Ruder übernimmt. Das Essen,
besonders die Vorspeisen, übertreffen das bisher erlebte noch.
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10.9.09
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Es ist 1000.
Wir legen ab. Rita ist am Ruder und macht das richtig gut. Auch ich kann
mich nun mit meiner Frau sehen lassen ! Draussen ist es nicht gut bestellt mit Wind. Wir
tuckern um Inseln und erforschen Buchten. Alles schön. Das wissen auch
andere, denn es hat hunderte von Booten in der Gegend. Es ist feucht und heiss, 35° und kein Lüftchen, innert Minuten ist man klatsch nass. So hat es
keinen Wert lange draussen zu sein und wir fahren
in den „Port Göcek“
ein. Hier ist alles
pikfein. Wir werden von 2 Marineros empfangen und
an den Platz eskortiert. Einer kommt an Bord (nachdem er gefragt hat ober dürfe) und hilft an der Mooring,
der Andere belegt die Leinen am Steg. (Das ist Service). Alles in der
Marina sieht teuer aus, selbst die Büsche, an
denen kein braunes Blatt hängt und der Rasen, der einem Golfplatz in
nichts nachsteht. Ich frage
nach einem Elektroniker, denn mein Plotter im Cockpit
streikt. Schon bei den letzten Fahrten habe ich und danach auch Philippe probleme
mit dem Gerät gehabt. Der Frontoffice-Manager kommt persönlich
aufs Schiff um zu sehen, was das Problem ist. Er ruft an 2 oder 3 Stellen
an und bestätigt dann, dass in ca 1 Stunde
ein Techniker komme. Ich mach mir da nicht allzu grosse
Hoffnung, aber man kann es ja versuchen. Die Überraschung ist nicht
schlecht, als wirklich nach ¾ Stunden ein Techniker da steht und
sich der Sache annimmt. Er muss zwar 2 Anläufe nehmen, aber schliesslich funktioniert das Gerät wieder
einwandfrei. Er versteht wirklich etwas davon, das merke ich aus dem
Gespräch. Die Ursache ist ein defekter Steckport den er wechselt und
neu verlötet. Der eine
Schweizer, den wir schon in unserer ersten Bucht angetroffen haben, liegt
am Steg nebenan. Später kommt er für ein Schwätzchen vorbei.
Er schlägt uns vor, morgen zu Ali in die Kaltwasserbucht zu fahren,
dort könnten wir uns wieder treffen. Sympatisch.
Er heisst übrigens Jo und seine Begleiterin
ist Monica. Abends
schlendern Rita und ich in den Gassen von Göcek
und essen in einer Hintergasse. Wir wollen Türkisch essen. In einem
Restaurant ( unter dem Vordach wo nur Einheimische
sitzen) sehen wir, dass die Speisen auf den Tellern sehr lecker ausschauen und
entscheiden uns auch hier bei den Türken zu essen. Den Namen „
Kebab-Hospital „ verstehen wir überhaupt nicht. Ich schleiche
mich erst einmal in die Küche um zu sehen, ob das etwas mit einem
Hospital (Krankenhaus) zu tun hat. Ich finde aber gar keine Gemeinsamkeit mit einem Krankenhaus . Wir lassen uns nieder und essen
natürlich wieder super gut.
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11.9.09
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Nach dem
Frühstück gehe ich ins Hafenbüro um zu bezahlen. Dort sitzt eine
junge Lybierin (sie hasst Gadafi),
und freut sich, mit mir französisch zu sprechen, denn sie hat ihre
Schulen und Ausbildung als Hotelfachfrau in Genf gemacht und sieht die
Schweiz als ihre 2.Heimat. Trotz aller Sympatie
zu der jungen Dame finde ich die 96€ plus Strom, für die
Türkei doch etwas happig, aber wir sind ja im Urlaub und nicht auf
Langfahrt. Um 1300
legt Rita ab und fährt aus dem Hafen aus. Danach übernehme ich
das Ruder und setze die Segel. Wieder
das gewohnte Segel-Wohl-Gefühl. In dieser Bucht steht ein
steifer Wind aber es bauen sich keine Wellen auf. Anfänglich ist es leicht
bewölkt. Nach und nach verdichten sich die Wolken und es beginnt auch leicht zu regnen. Kurz vor dem Ziel
lasse ich Jo uns überholen, denn er kennt sich ja aus. Um 1700 liegen
wir in der Bucht mit Anker und 2 Landleinen. Ali der Restaurantbesitzer
hilft beim setzen der Landleinen. Praktisch. Nach dem
Eindunkeln holt uns Jo und Monica ab und wir legen mit dem Dingi am kleinen
Steg an. Ein Fussmarsch von 5 Minuten den
Hügel hinauf bringt uns zu Ali. Ali ist ein Kosmopolit, hat
Türkische Wurzeln, lebte schon an vielen Orten hat ein
Thailänderin als Frau und spricht gut Deutsch obwohl er nie in
Deutschland gelebt hat. Wir setzten uns an einen langen Tisch, an dem auch
noch 2 Schiffsnachbarn ebenfalls Platz gefunden haben. Zusammen mit Ali
essen wir Hünerfleisch an Currysauce, begleitet mit einigen Flaschen gutem rotem Wein und schwatzen bis
lang in die Nacht hinein. Wir sind nicht gedrängt, denn es regnet nun kräftig
und wir wollen unter dem schützenden Dach abwarten bis es
aufhört. Schliesslich wird es recht kühl, der Regen
hört auf und wir ziehen uns zurück auf unsere Boote zum Schlafen.
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12.9.09
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Als ich
aufwache regnet es draussen und es ist recht
unruhig. Bei einer kurzen Regenpause legen wir mit dem Dingi ab und gehen wieder
zu Ali ins Freiluft-Restaurant. Auch Jo und Monica kommen. Bei Ali gibt es ein
im Preis des Abendessens inbegriffenes
Frühstück. Omelette, Brot , Käse , Marmelade Tee oder Kaffee. Herrlich. Hier venehme ich, dass es nachts richtig stark gewittert und
gestürmt hat. War es der
Rotwein oder die in den Urlaub mitgebrachte Müdigkeit
? Ich habe nichts bemerkt und seelig geschlafen. Während
wir uns köstlich am Frühstück laben knallt es
fürchterlich. Dann folgen Blitze und Donnerschläge im
Sekundentakt. Wir sind scheinbar mitten in der Hölle. Der Regen peitscht
nun quer unter dem Dach durch. Alle greiffen sich
eine Tischdecke und schützen sich vor dem kalten Regen und Wind. Ali
meint, das sei wirklich ungewöhnlich für diese Jahreszeit. Jo
und ich wechseln uns ständig ab um von oben her in der Bucht unsere
Schiffe zu beobachten. Die Tanzen wie wild gewordene Pferde und reissen an den Leinen. Diese aber halten stand. Nach
kurzem stehen im Restaurant die Stühle und Tische in 10 cm Wasser und vom Hang schiessen richtige Bäche herunter. So schnell
wie der Spuck angefangen hat, ist er auch schon wieder vorbei. Alles
beruhigt sich und wir können zurück auf unsere Boote wo wir die
Anker lichten und Fahrt in Richtung Göcek
aufnehmen. Dort ist unser nächster Treffpunkt. Draussen auf offener See steht die Welle noch hoch. Rita
spühlt sich eine Tablette hinunter und legt
sich schlafen. Ich freue mich an gutem Wind und setze volle Segel, bis wir
wie an eine undurchsichtige Grenze kommen, wo der Wind innerhalb von wenigen Metern um volle
180° dreht. Es sind nur noch ein paar Minuten gegenan
und schon fahren wir wieder in Göcek in die „goldene“
Marina ein. Jo hat vorher für uns beide Plätze reserviert. Weil es am
Abend wieder leicht regnet verzichten wir auf den Gang in die Stadt und
setzten uns zu viert im Hafenrestaurant auf die Terrasse. Rita hat Lust auf
Pasta, die wir die ganze Zeit nun nie gegessen haben, und ich esse eine
Lammkeule nach otomanischer Art. Lecker lecker…. Mit Jo
diskutieren wir über die Möglichkeit bei meiner SAMATHA hinten
eine Badeleiter anzubringen. Bei der Amel ist das
der einzige für mich relevante Mangel, dass man nicht mehr alleine auf's
Schiff kommt, wenn die seitliche Badeleiter nicht hängt. Seit ich
einmal bei Elba ins Wasser gefallen bin (vor
Anker) weil ich nicht aufgepasst habe, und danach nur über das Dingi
wieder zurück auf’s Schiff kam, beschäftigt
mich das Thema. Bis anhin habe ich noch keine befriedigende Lösung
gefunden. Jo, als Maschienenbau Ingenieur und versierter Schiffsbauer,
hat sofort die richtige Idee. Ich
werde hinten , gleich über der untersten Treppenstufe
am Spiegel einen Schlitz ausschneiden, innen in der Bagskiste
wird ein „Leiterkasten“ eingebaut, der so konzipiert ist, dass oben
drauf eine Kiste gebildet wird, die dann für das sichere Lagern meiner
Benzinkanister dient. Im Kasten
eingelassen und nach hinten ausziehbar kommt die Badeleiter. Rausziehen
und runterklappen, so einfach ist das. Hochklappen und einschieben und
schon ist das Teil weg. Jo meint sogar, man könnte noch eine
Sichtschutzklappe anbringen, dann wäre alles perfekt. Mit dieser Idee
bin ich nun schwanger. Sehen wir, wann das Kind geboren wird.
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13.9.09
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Herrlichster
Sonnenschein. Rita und Monica verdrücken sich auf den Markt in der
nahen Stadt und ich geniesse die Ruhe und die
Wärme mit einem guten Buch. Um 1300
legen wir ab mit Ziel Kapi Koyu zu Mohammed. Jo hat 2 Plätze
reserviert. Es ist wieder so ein Segeltag, an den man sich gerne erinnert. Bereits
um 1500 legen wir am Steg an. Nun ist Baden angesagt, denn seit 3 Tagen nun
haben wir uns nicht mehr im Wasser getummelt wegen dem Wetter. Das wird
nachgeholt. Gut, dass wir
rechtzeitig hier waren, es kommen wieder Sunsail-Flottiliensegler,
einer nach dem anderen und belegen den ganzen Steg. Diesmal sind es
anständige Leute, mit einem anständigen Flottenchef. Aber alt sind
die alle. Ich komme mir mit meinen gut 60 wie ein Ministrant vor unter all
den alten Knäckern. Ich vermute, dass in dem
Prospekt für diese Tour gestanden hat: „letzte Segeltour vor dem nahenden Tod“
oder „versuchen Sie dem
nahenden Tod noch davon zu segeln“. Anders kann ich mir das alle dabei glücklich und zufrieden sind, und das
scheinen sie alle zu sein. Beim Abendessen
mit Jo und Monica, bestellen alle den so heiss
geliebten Calamari, gegrillt. Mohammed verwechselt
das mit Octopus. Mein erstes Stück Octopus ist so zäh, dass ich meine
, auf einem alten Fahrradreifen zu kauen. Die anderen haben
scheinbar mehr Glück. Mohammed ist aber so nett und tauscht für
mich den Fahrradreifen gegen Calamari aus. Neben uns liegt die Schweizer MAXI,
mit 4 jungen netten Leuten, die wir bereits in Göcek
gesehen haben.
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14.9.09
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Nach dem
Frühstück fachsimple ich wieder mit Jo. Ihn schüttelt es
ständig vor Lachen wegen meinen Unkentnissen.
Immer wenn er nach irgendeinem Teil von meinem Schiff fragt, kann ich nur
die Achseln heben und muss gestehen, dass ich nicht weiss
von welchem Hersteller das Teil ist. Für mich ist lediglich wichtig,
dass es funktioniert, und das tut das Meiste bei einer AMEL. Jo und ich
machen einen Ausflug auf den nächsten Hügel. Der Aufstieg dauert
25 Min. Oben flattert eine türkische Fahne und man hat einen
unbeschreiblichen Ausblick auf die ganze Bucht und das Festland. Da Jo
schon über 25 Jahre in diesem Gebiet segelt, weiss
er viel von der Geschichte und den Leuten zu erzählen. Es ist
interessant und lehrreich. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich ein
Europäer gerne dort niederlässt oder das Gebiet immer wieder
besucht. Trotzdem,
Rita und ich wollen wieder weiter. Ich habe um 1200 bereits die erste Leine
gelöst und bin gerade dabei die Mooring frei
zu machen, als Monica angedüst kommt und meint, wir sollen doch noch warten
und erst einmal zu gegrillten Hähnchenflügel und Salat
vorbeikommen. Kann man da
widerstehen wenn man Hähnchen so gerne mag wie ich ? Schnell bin
ich überzeugt, auch ohne den süssen
Augenaufschlag von Monica zu beachten, und schnell ist auch das Schiff
wieder fest angebunden. Nach dem
Essen wird geplaudert und geschwatzt. Rita und Monica machen noch einen
Ausflug mit den Hunden in der nahen Gegend, wo es ein „Dorf“ (3
Steinbaracken und eine Moschee) gibt. Hier leben die Familien mit Grosseltern,
Eltern, Kindern inklusive Säuglingen unter einem Blechdach das auf Steinmauern aufgesetzt ist. Wasser muss von weit her
geschleppt werden und Strom ist sowiso ein
Fremdwort. Zu Essen gibt es, was die Tiere produzieren und was an
Spärlichem in dem Gärtchen vor dem Haus wächst. Trotzdem
scheinen die Leute zu frieden zu sein . Sie sind
sehr freundlich und wenn man am Haus vorbeigeht wird man sofort zum Tee
eingeladen. Pünktlich
um 1640, mit Deutscher Präzision, genau wie angekündigt, kommen
noch Horst aus München mit Frau angedampft. Es sind alte Freunde von
Jo und ebenfalls in der Gegend zum Segeln. Horst hat ein Traditionsschiff,
das aber zum Teil schon etwas auf Neu getrimmt. ist. Hier wurde Antik mit moderner
Technik verheiratet. Rita und ich ziehen uns zurück bis zum
gemeinsamen Abendessen, das wieder gemütlich bei Mohammed stattfindet, denn eine andere
Möglichkeit gibt es gar nicht.
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15.9.09
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Es ist
bereits wieder 1100 als wir loslegen. Kein Wind. Wir motoren die ersten 3 ½ Stunden um
dann noch die letzten 3 Stunden zu segeln. Unser heutiges Ziel liegt auf
dem Rückweg nach Marmaris in der Bucht von Koycegiz,
das Restaurant bei Maden Iskele. Schon 2 Mal
waren wir in dieser Bucht, haben uns aber nie nach Maden Iskele getraut, weil in meinem Küstenbuch ganz
klar steht, dass es nicht empfehlenswert und dazu noch sehr teuer sei. Jo
hat mir etwas ganz anderes erzählt und so peilen wir diesen Ort nun
an. Uns kommt ein
Marinero entgegen und fragt, ob wir hier auch
essen würden, dann könnten wir bei den Moorings anlegen, sonst müssten wir mit
Anker anlegen. Wir wollen essen, nicht nur weil ich es bequemer finde mit Mooring festzumachen, nein auch weil Jo uns das
empfohlen hat. Die Marineros sind wie
überall hilfsbereit und freundlich. Es ist ein
kleiner Hafen vom feinsten. Beim Abschnitt, wo gebaded
wird, treffen wir wieder die Mannschaft von MAXI, mit denen wir eine ganze
Weile plaudern. Es sind 4 junge
Leute, der Mitbesitzer vom Boot, und 1
Männlein und 2 Weiblein. Die kannten sich alle vorher überhaupt
nicht und haben sich dann in Marmaris auf dem Boot getroffen. Sie haben Glück gehabt und es
mache Spass.
Ab Morgen reisen dann nach und nach alle wieder einzeln ab, so wie
sie gekommen sind. Mir
wäre das zu risikovoll für meinen Urlaub, aber eben, junge
Menschen sind da etwas anders. Für
den Abend „stylen“ wir uns und steigen den Hang hinauf. Man
hätte auch die Möglichkeit das Restaurant über ein Bähnchen
zu erreichen. Ich habe diesen fahrenden Stuhl heute Nachmittag schon
inspiziert, darauf aber weder ein Schild „Made in Switzerland“,
noch irgend eine türkische Zulassungsnummer
gefunden. Abenteuer ja, aber mit diesem Fahrstuhl zu fahren, nein ! So
erreichen wir heftig schnaufend nach einem steilen Anstieg unser Ziel. Richtig schön, auf einer
Terrasse mit Ausblick auf’s Meer liegt
dieses Restaurant. Es sind noch nicht viele Gäste da, dafür aber
um so mehr Personal, alle in Uniform und die Mädels,eine
hübscher wie die andere. Wenn der Chef hier beim Kochen einen genau so guten
Geschmack hat wie bei der Wahl seines weiblichen Personals, dann mal guten
Appetit. Und es ist
so. Wir essen wie die
Fürsten. Der Service ist perfekt. Der Wein ist gut und die beste Überraschung : die Rechnung ist nicht viel teurer
als bei Mohammed oder Ali, aber wesentlich günstiger als in der Stadt. Wir
ärgern uns im Nachhinein, dass wir bereits schon 2x uns die Nacht haben
durchschaukeln lassen, und diesen Ort gemieden haben, nur weil in dem
blöden Küstenbuch etwas total falsches über diesen Platz
steht. Vermutlich hat der Autor hier nicht seinen Obolus bekommen und daher
schlechte Reklame gemacht oder aber man hat sich hier in den letzten Jahren
zum Guten verändert.
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16.9.09
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Für
den heutigen Tag haben wir uns für einen Ausflug eingeschrieben. Es
sind eine Art Fischerboote, die die Touristen durch das nahe gelegene
Schilfgebiet fahren. Dort kann man antike Stätte und das Dorf Dylan
besuchen. Wer will kann noch etwas weiter fahren um sich dann dort im
Schlamm zu suhlen. (Bei uns machen das die glücklich gehaltenen
Schweine auch). Rita und ich begnügen uns mit der Besichtigung der
alten Stätten. Pünktlich
um 0900 sind alle auf dem uns zugewiesenen Boot versammelt. Trotzdem
fährt der Kapitän nicht los. Nach einigem hin und her mit dem an
Land stehenden Gehilfen kommen ganz gemütlich zwei Engländer Paare
angeschlendert, steigen ein und machen es ich gemütlich. Jetzt scheinen
alle da zu sein und wir fahren los. Die Fahrt
durch das interessante Delta mit den weiten Schilffeldern ist sehr
schön. Unsre erste Station ist die alte Stadt Dylan mit Ausgrabungen
und Ruinen. Man kann hier förmlich das Feudalleben der
alten Türken nachfühlen. Wir werden ausgeladen und dürfen
eine Eintrittskarte lösen um während einer Stunde die
Grabungsstätten zu besuchen. Nach der
besagten Stunde sind alle auf dem Schiff, ausser die Engländer. Nach einer
guten viertel Stunde kommen dann auch die und die Fahrt geht weiter. Nach einer
weiteren Stunde Fahrt erreichen wir das neue Dylan. Ein Touristenort nach
altem bewährtem und billigstem Muster. Das ganze Dorf
schein von den alten,
dem Dorf gegenüberliegenden in die Felsen eingehauenen
Grabstätten zu leben. Diese Grabstätten sind nicht
zugänglich, trohnen aber über dem Dorf,
für alle sichtbar und dominant. Sonst das Übliche. Türkische Handarbeit, Badezeug,
Plastikspielsachen, Buddahs, Barbiepuppen und sonstiger
Kitsch, was Touristen in der
ganzen Welt als schön und Kaufenswert empfinden. Das Boot wird
bei einem Restaurant festgemacht. Es ist zufällig gerade Mittagszeit. Nur
wenige setzen sich nieder, die
meisten wollen ins Dorf, man weiss ja zum Voraus
nicht, dass sich das gar nicht lohnt. Um 1330
sollen wir wieder beim Boot sein. Nachdem wir
das Dorf einmal längs und einmal quer durchforscht haben und dann
wissen, dass das für die Katz gewesen ist, melden wir uns im
Restaurant beim Boot zurück und trinken einen Kaffee.
Nach und nach treffen die Mitfahrer alle ein. Die einen bestellen sich ein
Menu und die anderen warten auf 1330. Kurz vor
1330 kommen auch unsere Engländer wieder, setzen sich gemütlich
an einen Tisch und bestellen ihr Mittagessen.
Einige der Mitfahrenden haben sich bereits im Boot niedergelassen und
warten. Unsere Engländer stört das überhaupt nicht. Denen
scheint die Welt zu gehören. Nach bald ¾
Stunden sind dann auch die Engländer auf dem Schiff und die
Rückfahrt kann angetreten werden. Statt um 1400
sind wir dann um 1530 zurück am Ausgangspunkt. Wir machen sofort die
Leinen los und nehmen Kurs auf Marmaris. Der Wind steht genau Gegenan, mit 25 bis 30 Kn, so dass wir unter Motor
bleiben um noch heute Abend in Marmaris anzukommen. Es ist
schon am Einnachten als wir endlich in die Marina einlaufen. Gleich
hinter uns läuft auch MAXI
ein, obwohl wir uns heute nie begegnet sind. Wir kochen heute zum ersten
Mal, lediglich damit wir das Eingekaufte verwerten können und nicht wegschmeissen müssen.
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17.9.09
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Heute ist
Hafentag. Geruhsam gehe ich die Arbeiten an, denn nun muss die SAMANTHA
für den Winter vorbereitet werden. Den Flug über Istanbul nach
Zürich habe ich für den Teil Dalaman-Istanbul
umgebucht, denn wegen des Wetters habe ich
vorgeschlagen, dass wir früher nach Marmaris fahren, dann aber einen längeren
Aufenthalt in Istanbul machen um die Stadt zu sehen.
Abends wird nochmals gekocht, denn wir hatten ja für 2 Mahlzeiten
eingekauft. Es schmeckt auch richtig lecker, und die Abwechslung ist
willkommen.
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18.9.09
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Hafenbüro.
Vertragsverlängerung. Ich will das Boot noch ein Jahr hier liegen
lassen um nächstes Jahr nochmals die herrliche Gegend zu geniessen. Zoll. Das Transit Log muss ausgedehnt
werden. Die Lösung ist, das Schiff unter Zollverschluss zu legen, dann
läuft die Uhr nicht weiter, bis wir uns wieder melden. Heute ist uns
der Wind auch hold und lässt es zu, dass wir die Genua einholen
können. Gestern war es nicht möglich und ich habe schon erwägt das Boot zu drehen um die Genua
einzuholen. Heute bleibt mir das erspart. Den Ganzen Tag verbringen Rita
und ich, alles sauber zu machen und das Boot einzumotten. Langsam aber
gemütlich. Zwischendurch ein Bad im nahen Pool mit etwas Entspannung
im Sprudelbecken.
Auf dem Weg zurück zum Schiff sehe ich einen Segelmacher. Ich frage nach Fenderstrümpfen. Der Deal kommt zu Stande
bei 90€ für 8 Fender. Wenn ich im Frühjahr wieder komme,
müssten die Strümpfe an den Fendern sein und das Boot nicht mehr
so versaut wie diesmal. Die
Schwester des Segelmachers hätte ich auch gerne auf dem Schiff als Gallionsfigur.
Ich hätte dann sicher das atraktivste Boot
auf dem Mittelmeer. Warum sieht
man bei uns nicht die wahren Türken und Türkinnen, sondern nur so
fette Kopftuchindianer ?
Hätten wir bei uns nur einen Bruchteil dieser netten und schönen
Menschen, wäre die Integration der Türkei in die EU sicher
schnell kein Thema mehr, ausser bei Enuchen und Mönchen. Am Abend geniessen wir im Hafenrestaurant unseren Abend bei
bestem Essen und guter Laune, denn heute ist auch unser Hochzeitstag.
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19.9.09
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Frühe Tagwache. Erst ein langer Spaziergang zu den WC - und Duschanlagen vom Hafen. Die sind vom feinsten, super modern und sehr sauber, nur eben halt weit weg vom Schiff. (Hier darf keiner den "Orient-Express" haben). Als alles Gepäck von Bord geschafft ist, muss ich das Boot noch so legen, dass es möglichst weit vom Steg liegt. Alles fertig, muss ich jetzt auch noch auf den Steg kommen, aber wie ? Das Boot neben uns ist ebenfalls weit weg und auf der anderen Seite liegt kein Schiff. Wie gut war ich in der Schule im Weitsprung ist erneut die Frage. Nur, diesmal kann ich keinen Anlauf nehmen. Ich bete, dass mich die Engel hinübertragen, denn Baden, jetzt, wäre nicht so gut. He...hup... und ich schwebe dem Steg entgegen, erreiche den gerade mit den Fusspitzen und dann stehe ich aufrecht da! Das war Olympiawürdig. Pünktlich
um 0700 steht unser Taxi bereit
und fährt uns nach Dalaman. Heute sehen wir
von der Landschaft wenigstens etwas. Bei der Hinfahrt war alles schon im
Dunkeln und wir haben nichts gesehen. Auffällig
in der Türkei ist, dass überall die Fahnen wehen. Es ist ähnlich
wie in der Schweiz. Die Türken haben ein sehr ausgeprägtes
Nationaldenken und sind , berechtigterweise, stolz
auf Ihre Heimat. Der Flug
nach Istanbul ist kein Thema. Auch wieder bekommen wir zu Essen und werden gut
behandelt.
Etwas besorgter macht mich der Taxifahrer am Flughafen. Als ich ihm die Adresse unseres
Hotels unter die Nase halte, scheint er überfordert zu sein und fragt
mehrere Personen, inklusive Polizisten nach dem Weg. Schliesslich schaffen wir es, ins Hotel einzuchecken.
Wir sind direkt am Goldenen Horn und an einer vierspurigen Stadtautobahn. Das
Hotelzimmer ist eine Story für sich. Das Waschbecken ist im Vorzimmer.
Die Toilette in einem kleinen Kämmerlein und da über der
WC-Schüssel hängt eine Dusche. Mittels einem
Bodenablauf wird verhindert, dass zu viel Wasser ins Zimmer
läuft. Es ist allerdings alles suber. Nur
bei einem Preis von 110€/Nacht ist man sich bei uns schon etwas
anderes gewohnt. Nebenbei, ein Kaffee (Expresso)
aus der Kaffeemaschine beim
Frühstück, an Stelle einer braunen Brühe, kostet extra 2€ Mit einem
Taxi lassen wir uns mitten in
die Stadt bringen. Hier besteigen wir einen Doppeldeckerbus um eine 2 stündige Site-Seeing -Tour
durch die Stadt zu unternehmen. Istanbul ist faszinierend. Nach der
Tour machen wir uns zu Fuss durch die Gassen. Wir
sind total perplex über die Masse von Leuten,
die sich durch die Stadt drängen. Es kommt mir vor wie hier bei uns an
einem Gassenfest, am Winzerfest oder an der Sreetparade.
Unglaublich. Rita will noch etwas Shoppen gehen.
Ohne mich ! in diesem Gedränge macht mir das noch weniger Spass als bei normalen Konditionen. Hochzeitstag hin
oder her, ich gehe da nicht rein ! Schliesslich landen wir im Souk,
auch hier Leute und Massen von Leuten aber das ist ja ok.
Im Souk (Bazar) muss das so sein. Wir kaufen
einige Kleinigkeiten und eine Wasserpfeife für zu Hause mit allem drum
und dran. Erst wird
alles im Hotel abgeladen, dann lassen wir uns zum Fischmarkt fahren, wo wir
bei der Bustour fasziniert waren über die
Art und Weise, wie man Fische ausstellen kann. Die Fische werden zu
richtigen Ornamenten angeordnet
und so angepriesen. Nahe dem Hotel steigen wir in ein Taxi. Kaum sind wir 500m gefahren, bemerke ich , dass das Taximeter bereits 15 TKL anzeigt. Dieses Schwein hat das Taximeter nicht auf Null gestellt , wie das sonst von allen korrekterweise gemacht wird. Beim Fischhafen angekommen streite ich mich mit dem Taxifahrer, denn ich bin nicht bereit die 25 TKL statt die üblichen 10 zu bezahlen. Der Streit eskaliert. Leider ist kein Polizist in der nähe, sonst hätte ich den gleich gerufen. Da ich nicht 10 TKL als Kleingeld zur Hand habe, gelingt es mir nicht, dem Gauner einfach die 10 zu geben und davonzulaufen. Schlussendlich notiere ich seine ID-Nummer und zeige ihn bei der Polizei an. Ob es was nutzt ? Nur, ich mag solche Kerle nicht, haben wir doch in der Türkei auf der ganzen Reise nur nette und anständige Leute kennen gelernt. Im Fischhafen essen
wir natürlich Fisch. Dazu gibt es einen Salat. Wir sind beide der Meinung
dass wir noch nie so guten Fisch und einen solch guten Salat gegessen haben. Es
regnet. In einer nahe gelegenen Kaffeebar lassen wir uns noch nieder und
trinken Tee (Chai) und ich rauche eine
Wasserpfeife. Rauchen ist in den Lokalen nicht mehr gestattet, wir sitzen unter
dem Vordach. Die Nacht
wird entsprechend unruhig, der Verkehr ist die ganze Nacht sehr intensiv.
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20.9.09
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Draussen ist es regnerisch. Trotzdem wollen wir etwas
sehen. Wir schlendern stundenlang durch die Sradt,
lassen uns von Taxis, die billig sind von einem Ort zum Andern
fahren. Mit einem Ausflugsschiff geniessen wir eine Fahrt an den Bosporus. Leider sind Bazar und Geschäfte heute
zu, denn es ist das Fest des Ramadan-Endes, was das Pendent
zu unseren Ostertagen ist. Trotzdem geniessen wir
diese Stadt.
Auf der Gasse lasse ich mir noch von einem Schuhputzer die Schuhe reinigen.
Dass man mit solcher Inbrunst und Liebe Schuhe
pflegen kann ist mir ein Rätsel. So sauber waren die nicht einmal neu. Kurz vor
dem Hotel werden wir noch von einem Gewitter überrascht und der sintflutartige
Regen macht uns bis auf die Unterwäsche triefend. Mit dem Haarföhn
trocknet Rita einiges an Klamotten um dann abends in einem kleinen
Restaurant ganz in der nähe des Hotels nochmals mit mir einen weiteren
kulinarischen Höhepunkt zu erleben. Dieses Restaurant ist ein Geheimtip. Hier verkehren nur Einheimische, insbesondere
solche mit dicken Goldketten, lauten Stimmen und speziell auserlesenem Raki und Wodka. So die Art der Reichen, Mafiosi und
Drogenhändler.
Aber gut wars !
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21.9.09
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Nachdem wir
gestern noch das Zimmer gewechselt haben und dann in Richtung Hintergasse geschlafen
haben, wollen wir heute nochmals in die Stadt, denn der Flieger geht erst
um 1500. Doch ein Blick aus dem Fenster vernichtet alle Pläne in
dieser Richtung. Es regnet. Schliesslich sitzen
wir nach dem Frühstück im Zimmer, jeder mit seinem Buch und
warten bis es Zeit wird das Taxi zu besteigen und zum Flughafen zu
rauschen. Der Heimflug und die Bahnfahrt vom Flughafen nach Hause sind
keine Besonderheit mehr. Im Gepäck haben wir schönste
Erinnerungen an Buchten, liebe
Menschen, gutes Essen und eine faszinierende Stadt.
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Im
nächsten Frühjahr wollen wir nochmals in dieser Gegend segeln
gehen. Leider ist es nicht so, wie ich gehofft habe, dass man auch in den Wintermonaten
dort gute Bedingungen hat. Vom
November bis April sei es regnerisch und stürmisch und im Juli und
August mörderisch heiss. Also diese Monate
seien zu meiden.
Wir werden uns danach richten. Also bis
zum nächsten Frühjahr, wenn die SAMANTHA wieder aus dem
Winterschlaf geholt wird.
Euer
Kapitän Rudy
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