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Riesen Yachten bis 40 m in der Marina und tausende von kleineren Booten
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Patrick begeistert als neuer Skipperkandidat
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Gleich gehts los mit Segeln vom Feinsten
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Vorbereitung zur ersten einfahrt in Kapy Koyu
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Ein schönes Segelgebiet
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Einfahrt Kapy Koyu bei Mohammed
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Am Steg, Patricks erste Anlandung
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Zur Abwechslung ein kleiner Marsch auf den Hügel
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Blick von oben
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Den Ufern entlang die schönen Buchten anschauen
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Einfahrt in die Bucht von Fethjie
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Die Strände sind noch leer
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Hotelanlagen warten auf die Gäste
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Konzentriertes Manövrieren
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Die Kaltwasserbucht bei Ali ist noch unbesetzt
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Es geht weiter zum Naturschutzgebiet
Türkis-blaues Wasser
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Nachmittags gehts ganz schön zur Sache
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Es wird bald dunkel, Einfahrt wieder bei Mohammed zum Fischessen
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Zurück nach Marmaris, mit super Wind
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Rudy beobachtet alles
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Patrick schreibt sein Logbuch für die Meilen. 1000 müssen es werden, 500 sind schon gesegelt.
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Hurra....
Patrick ,
mein ältester Sohn ruft an, er hat eben die Theorieprüfung für den B-Schein
bestanden.Gleich wird
geplant.
Am
25.März gehen wir für einige Tage aufs
Boot, das in der Yachtmarina Marmaris auf uns wartet.
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25.3.1
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Pünktlich
um 0730 klingelt es bei mir an der Haustüre. Patrick steht mit Sack und Pack
bereit. Noch
schnell einen Kaffee, dann müssen wir los. Zu Fuss in 5 Min. erreichen wir die
Bahnstation.
Mit der SBB über Zug
und Zürich erreichen wir den Flughafen. Weil wir uns keine böse Überraschung leisten
wollen, sind wir so frühzeitig beim Check-in, dass noch nicht einmal der
Schalter besetzt ist.
Aber nach
nur 5 Min. Wartezeit können wir einchecken und unser Gepäck abgeben. Dies wird
direkt nach Dalaman durchgecheckt, ohne dass wir uns in Istanbul darum bemühen
müssen.
Irgendwie
und wie alte Waschweiber tratschend verbringen wir die Wartezeit bis wir dann
pünktlich bei der Türkisch Airline einsteigen können. Bereits hinter uns haben
wir einen Marathon durch den Flughafen, denn die Türkisch Airline steht
gewohnheitsgemäss am letzten und am weitesten entfernten Gate, warum auch
immer!
Der Flug
ist angenehm, die Maschine gut ausgestattet und wie üblich bekommt man auf
diesem Flug noch nach alter Väter Sitte eine vollständige Mahlzeit und Getränke
serviert, ohne dass man dafür extra seine Börse aus der Hosentasche ziehen
muss, und das, obwohl der Flug ja nur gerade 2 ½ Stunden dauert. Die ganze
Flugzeit lang, wenn wir nicht gerade beim Essen sind, fachsimpeln wir.
Mit einem
lächeln stelle ich fest, dass Patrick die gelernten Theorien eifrig anwenden
will. Ich erinnere mich noch gut, wie auch ich anfänglich mich an das Gelernte
gehalten hatte, bis ich dann merkte, dass einiges in der Praxis auch etwas
einfacher geht. So zum Beispiel, konnte ich Ihm klarmachen, dass ich nicht in
jedem Hafen zur Behörde renne, mit Papieren und Pässen bestückt um mich
anzumelden. Heute warte ich geduldig, ob mich jemand zum Anmelden auffordert.
Klar, in den Marinas ist das anders, denn dort muss man sich ja anmelden um den
Platz zu bezahlen, nicht aber bei öffentlichen Häfen. Und so geht die Flugzeit
im Nu vorbei.
In Istanbul
wechseln wir direkt zum Domestic-Terminal. Nun scheint es, dass wir die vier
Stunden Zwischenaufenthalt brauchen können, denn hier stehen so viele Leute vor
den Kontrollposten dass man vermuten könnte, es sei zu einem Volksaufstand
gegen die Regierung aufgerufen worden.
Nach fast
einer Stunde Wartezeit sind wir in der Schlange zwar ein Stück weiter, aber
noch lange nicht durch die Kontrolle. Wäre unser Anschlussflug nach 1 Stunde
gewesen, hätten wir das Nachsehen.
Jetzt
plötzlich erbarmt sich eine nette Polizistin, die übrigens sehr attraktiv
aussieht und ohne Kopftuch ihren Job verrichtet, all den Wartenden und öffnet
die Abschrankung so, dass wir auch dort durch die Kontrolle können wo
steht „only Turkish Citizen“.
Der
Polizist am Schalter schaut mich skeptisch an und will mich gleich
zurückschicken, denn ich sehe nach seiner Meinung doch nicht genug Türkisch
aus. Die nette Polizistin kommt schnell zu Hilfe und dann geht es doch ! Bei uns in Zürich, werden die Türken an der
Passkontrolle genau so skeptisch angekuckt. das ist eben eine Frage des
Standpunktes.
Jetzt, da
wir die Zeit nicht mehr mit Schlange stehen verbringen müssen, setzten wir uns
in das Café, in dem ich schon mit Rita war, und in dem der Kaffee so teuer ist,
dass man vermutet, das Kaffeepulver werde mit dem Preis für Goldstaub
verglichen.
Hier setzen
wir uns und fangen an mit unserem „Steinespiel“, eine Art Domino, das einem so
in Bann zieht, dass man kaum aufhören kann. Zudem fordert es die ganze
Konzentration, was den Vorteil hat, dass die Zeit schnell verfliegt.
Nach einem weiteren, guten Flug, bei dem wieder eine Mahlzeit serviert wird,
erreichen wir Dalaman und nach nur wenigen Minuten kommt bereits das Gepäck auf
dem Band. Super diese Türkisch Airline obwohl wir ja ganz günstige Flüge
bekommen haben. Für 300.- SFR pro Person von Zürich nach Dalaman und zurück, da
kann man wirklich nur staunen.
Am
Flughafenausgang wartet ein älterer Herr mit einem Schild, auf dem unser Name
steht. Patrick hat einen Shuttelservice per Internet gebucht. Die Kosten sind
weniger wie die Taxis und man bekommt einen persönlichen Service.
Nach einer
guten Stunde Fahrt erreichen wir die Marina. Wegen der Zeitumstellung ist es
auch schon fast 11 Uhr nachts. Ich bezahle gleich den Fahrpreis, der auch die
Rückfahrt beinhaltet, bekomme aber weder eine Quittung noch sonst eine
Sicherheit, dass wir dann am 2.April auch wieder zurückgefahren werden. Mal sehen !
Wir verabreden uns mit dem Fahrer für Karfreitag um 0600 an der gleichen
Stelle im Hafen.
Ohlala……
Wir stehen
direkt hinter der SAMANTHA auf dem Steg.
Nur, wie kommen wir auf unser Boot? Die Hafenmannschaft hat wegen den starken
Winterwinden und Stürmen die SAMANTHA mindestens einen Meter weiter vom Steg
weg vertäut. Beim Verlassen im September habe ich das Schiff bereits so weit
weggebunden, dass ich gerade mit knapper Not den Sprung geschafft habe. Aber
jetzt, das ist definitiv zu weit um einen Sprung zu wagen. Links und rechts
sind die Plätze frei, so dass ein übersetzen über ein Nachbarschiff auch nicht
möglich ist.
Wir stehen
eine Zeitlang ratlos da. Ich gehe Mal auf Erkundungstour, ob ich etwas finde,
mit dem ich übersetzen kann. Irgendwo werde ich mir ein Dingi oder eine Brett
ausleihen.
Ich werde
fündig, schultere ein langes Brett und schon bald ist die SAMANTHA so am Steg,
dass ein normaler Schritt genügt. Das
Brett wird zurückgelegt und das Entern des Schiffes beginnt.
Wir sind
beide von der langen Reise und dem ewigen Warten so müde, dass wir sofort in
die Kojen fallen, nach dem wir noch den Strom angeschlossen und uns einen
Willkommensdrunk genehmigt haben. Alles andere richten wir dann Morgen ein.
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26.3.10
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Es ist
schon bald 0900 als ich erwache. Patrick ist wegen den Kindern gewohnt, früh
aufzustehen und so war es auch heute. Ich habe nichts gehört als er schon früh
zur Dusche ging und auch gleich fürs Frühstück eingekauft hat. Jetzt gibt es
erst einmal einen Kaffee und ein gutes Stück Brot mit Käse.
Nach und
nach richten wir unser Schiff ein. Ich bin darauf bedacht, dass Patrick alles
kennen lernt, was das Schiff betrifft. Wir ersetzen die defekte WC-Pumpe durch
die neue, die ich mitgebracht habe, ziehen alle Segel auf und schlagen alle
Taue und Leinen an. Der Besuch beim Zoll ist besonders wichtig, denn unser
Schiff ist unter Zollverschluss und muss erst ausgelöst werden. In der
Yachtmarina ist das eine leichte Sache, denn der Verantwortliche für den Zoll
im Hafenbüro ist äusserst nett und hilfsbereit. Mit dem Aufziehen der Genua
müssen wir bis zum Abend warten, denn der Wind ist hierzu viel zu stark und
kommt dazu noch aus der falschen Richtung.
Putzen,
einrichten und alles auf dem Schiff kennenlernen, damit verbringen wir den
ganzen Tag, ohne Stress.
Am Abend
nehmen wir den Kleinbus in die Stadt. Im Souk ist nichts los. Nur 20% der
Geschäfte sind offen. Ich frage einen Ladenbesitzer warum die Geschäfte heute
zu sind. „Keine Touristen“ !
Die Saison
beginnt erst nächste Woche, nach Ostern.
Nun bleibt
uns nur noch der Gang ins Restaurant. Ich finde das kleine Eckcafé, wo ich mit
Rita schon einmal gegessen habe. Auch heute ist es sehr gut, typisch Türkisch
und dazu sehr günstig.
Wir
erreichen den zweitletzten Bus, fahren zurück, genehmigen uns den Schlummertrunk
und ab geht’s, in die nun herrlich, neu bezogene Bettwäsche. Ich verziehe mich
unter die Decke, denn draussen wird es am Abend doch recht frisch.
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27.3.10
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Obwohl wir
an Bord nun genügend Wasser gebunkert haben, benutzen wir nochmals die
öffentlichen Duschen. Diese sind wie ich schon letztes Mal festgestellt habe,
in einwandfreiem Zustand, sauber und ordentlich.
Einige
Esswaren aus dem Hafen-Supermarkt nehmen wir noch mit, man weiss ja nie, ob die
Restaurants unterwegs schon offen sind.
Von Kapi
Koyu , bei Mohamed, hatte ich gehört, dass er dieses Jahr an allen Wochenenden
offen habe.
Direkt nach
dem Frühstück legen wir los mit dem Ziel, heute Abend bei Mohammed zu speisen.
Kaum aus
dem Hafen, empfängt uns eine leichte Brise, so dass wir gleich Segel setzen und
herrliches Segeln geniessen. Die SAMANTHA läuft wunderbar, das heisst, dass wir
keinen grösseren Bewuchs mitschleppen.
Der Wind
ist recht frisch aber im Windschatten ist es herrlich warm denn die Sonne
scheint schon recht kräftig. Wir kommen gut voran. Patrick kontrolliert, ob
sich all die gelernte Theorie in der Praxis auch anwenden lässt. Es wird
gepeilt, gekoppelt und die Geschwindigkeit gemessen. Es funktioniert !
Amüsiert
schaue ich zu und erinnere mich an meine ersten Törns nach der Theorieprüfung.
Heute nimmt man das alles etwas gelassener und ganz besonders dann, wenn man
das Segelgebiet ja bereits kennt.
Kaum sind
wir um das letzte Kap herum, wird es richtig ungemütlich. Der Wind hat tüchtig
zugelegt und zeigt sich in seiner gewohnten Nachmittagsstärke. Wir peilen den
Durchgang zwischen den Inseln an, wo wir dahinter die Kapy Koyu ansteuern
wollen. Patrick segelt und segelt, zwar im 2.Reff aber dennoch gut gelaunt. Ich
werde langsam unruhig, denn in diesen sehr engen Passagen zwischen den Inseln
weiss man nie, wie sich der Wind verhält und was einem erwartet.
Ich mach
mich dann doch direkt vor der Einfahrt in die Passage bemerkbar. Patrick holt
nun doch die Segel ein und startet den Motor. Mir ist gleich wohler.
Schliesslich
hat uns die Passage mit nichts besonderem überrascht, aber eben, man weiss es
erst danach.
Die
Anlandung an den Steg meistert Patrick Super und ohne Schwierigkeit. Vorteil
ist, dass noch viele Plätze frei sind und wir genügend Platz haben für dieses
erste Manöver.
Nach dem
wohlverdienten Ankerdrink geniessen wir unser erstes Abendessen bei Mohammed.
Er selber ist nicht da, aber „seine Jungs“ machen das ja auch gut.
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28.3.10
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Frühstück
und dann gleich Leinen los, obwohl das Meer wie eine Öllache flach ist.
Heute üben
wir erst einmal mit Motor.
Der Küste
entlang besuchen wir eine Bucht nach der anderen.
In einer
Bucht hat ein Künstler am Abhang zum Wasser mit Steinen eine fliegende Möwe
dargestellt. Wir nennen sie nun die Mövenbucht. Vermutlich sind wir nicht die
Einzigen, aber in den Büchern haben wir nichts gefunden, das daraufhin deutet.
Hier in
dieser stillen Bucht ist das Restaurant
noch nicht in Betrieb. Wir üben das Anlegen mit und ohne Bugstrahlruder, lernen
das Verhalten des Schiffes und das Manövrieren unter Motor. Nachdem Patrick
mehrere Anlandungen am Steg super hingebracht hat, schleichen wir weiter der
Küste entlang und erkunden einen grossen Teil des Gebietes.
mit 2
Ankermanövern wird das Programm ergänzt. Das erste Mal reisst Patrick beim
Eindampfen den Anker raus, beim zweiten Mal geht’s besser und der Anker hält.
Die
Wassertemperatur ist leider erst bei 18°C. Für mich zu kalt zum Baden. Schade,
denn das Wasser ist so sauber wie bei uns im Wasserglas und lädt wirklich zum
Baden ein. Brrrr…..
Wieder
erwacht der Wind so gegen 14 Uhr. Wir profitieren noch, kreuz und quer durch
die Bucht zu segeln, bis wir dann noch auf diem Idee kommen, das
gegenüberliegende Fetjie anzulaufen, denn dort
war ich bislang noch nie.
Gesagt
getan. Unter vollen Segeln kreuzen wir in die Bucht vor der grossen Stadt ein, bestaunen all die riesigen
Touristenanlagen (alle noch im
Tiefschlaf), drehen eine Runde und nehmen Kurs auf Göcek, unserem Tagesziel.
Langsam
wird es am Himmel dunkel. Böse Wolken ziehen auf und über den Bergen im Westen
fällt Regen. Ob wir es schaffen? Ob uns das Gewitter auch begrüssen wird ? Es wird eine Zitterpartie, aber am Ende
bleiben wir bis auf einige wenige Tropfen
verschont.
In die
teure Marina wollen wir nicht, und im Stadthafen sieht es recht leer aus.
Ein
Versuch, per Funk Kontakt aufzunehmen scheitert. Also, wir müssen uns selber
irgendwie einen Platz finden. Ich schlage vor, zwischen den beiden Stegen
anzulegen. Hier hat es einige Boote, aber noch genügend Platz. Langsam , ganz
langsam fahren wir ein und gehen die Situation erkunden.
Es liegen
keine Moorings. Ich bereite den Anker vor, Patrick steht am Ruder.
Eine
Schlaufe fahren , Anker runter und rückwärts na den Steg. Alles ein
Kinderspiel, denn den Wind haben wir ja direkt von vorne.
Die Leinen
sind fest, wir sind gerade dabei die
Passerelle vorzubereiten als zwei Einheimische, die aber perfekt Deutsch
sprechen uns anraten, uns auf der anderen Seite des Steges anzubinden, denn der
Wind könnte zum Sturm auflaufen und uns an den Steg drücken. Er sei schon seit
20 Jahren hier mit seinen Schiffen und kenne sich aus.
Man soll
eigentlich nie Ratschläge von einheimischen in den Wind pusten.
Trotzdem
stinkt es mir, jetzt wo alles, trotz des starken Windes so gut funktioniert hat
und unser Schiff angebunden ist, umzulegen.
Auf der
anderen Seite, sollte ich als „Lehrer“ mit einem guten Beispiel vorangehen !
Kann ja
auch eine gute Übung sein, und Patrick zeigen, dass man auf einem Boot nicht
unbedingt dann Feierabend hat, wenn man meint, sondern erst dann, wenn man
absolut sicher ist, das alles in bester Ordnung und sicher ist.
Auf, Leinen
los, Anker einholen. Denkste ! Plötzlich spüre ich, dass der Anker hängt. Der Kettenzähler
fängt auch noch im gleichen Moment an zu spucken und zeigt unmögliche Zahlen an.
Jetzt wird
es heikel. Ein falsches Manöver und wir sind gefangen. Ein Charterboot neben
uns ist seit heute Früh so mit dem Anker verheddert, dass man nun auf einen
Taucher warten, der sie befreit, damit die Reise weiterhegen kann.
Patrick
lässt mich ans Ruder und geht nach vorne. Wichtig ist nun, dass ich weiss, wo
die Kette liegt.
Langsam
manövriere ich mich über den Anker und ziehe ihn unter der Mooringkette, die im
Hafenbecken liege, raus. Beim zweiten
Anlauf ist das Manöver gelungen und wir kommen frei.
Auf der
Gegenseite des Steges kommen wir durch die Anweisungen unserer „Freunde“ mit
fast 50m Kette und den beiden Achterleinen dann am Steg so sicher zu liegen,
dass wir ruhig am Abend in die Stadt gehen können.
Die
Gefangenen auf dem Charterboot sind durch unser Manöver ermutigt worden,
ebenfalls in der gleichen Art, sich aus ihrer Lage zu befreien und starten den
Versuch. Nach einigem , etwas unkontrolliertem hin und her, kriegen auch sie
den Anker hoch. Der hat sich aber in ein ganzes Bündel von alten Festmacher-
und Mooringleinen verhackt. Der Skiper , kurz entschlossen springt mit einem
Messer bewaffnet ins kühle Nass und schneidet all die Leinen ab.
Wir schauen
dem Schauspiel zu. Scheinbar ist auf dem Boot aber niemand, der das Schiff
sauber manövrieren kann
Es wird ein
schauerliches Schauspiel. Das Boot schlägt fast an den Steg, rammt gegen andere
Boote und kann nur mit Hilfe der Zuschauer von Schaden bewahrt werden. Der
Skipper versucht schwimmend das Schiff zu erreichen. Nein, man fährt weg, und
dann mit Volldampf wieder rückwärts und
überrollt den Schwimmenden fast. Schliesslich, nach einer Zeit, die mir viel zu
lange erscheint, gelingt es dem armen Kerl sich auf sein Boot zu hieven.
Schnell zieht er etwas über, denn scheinbar ist er fast erfroren. Es ist ein Grund mehr, sich die Mühe zu
machen, ein Crewmitglied so auszubilden, dass das Schiff auch ohne Skipper
kontrolliert gefahren werden kann. Die Mühe kann sich lohnen.
Es ist
heute Sonntag. Wir gehen , nachdem der Muezzin uns seine letzten Tagesgebete
kund getan hat, in die Stadt. Ich suche wieder das Kebab Hospital auf. Es ist
noch sehr still im Dorf und man rüstet sich überall für die in der kommenden
Woche beginnende Saison vor.
Als einzige
Gäste werden wir von einer Mannschaft von
6 Köchen herzlich empfangen.
Ich frage,
ob wir zum Essen von dem so köstlichen Ofenbrot haben könnten.
Leider sei
heute Sonntag, und am Sonntag würden sie kein Brot backen, beteuert mir der
Gastgeber mit mitleidiger Miene. Ich
müsste halt nebenan, im Supermarkt Brot kaufen gehen. Ist doch der Hammer ! Gerade auf das Brot, das uns so köstlich
geschmeckt hat, sollen wir verzichten. Es ist ein Jammer.
Nach dem
ersten Bierchen werden uns die Vorspeisen serviert, und siehe da, mit einem
breiten Grinsen im Gesicht bringt uns der Chef auch das von uns so gewünschte
Brot. Spassvögelchen, aber gut gemimt.
Das Essen
ist gut, wie erwartet und auch der Wein schmeckt ausgezeichnet. Noch ein
kleiner Verdauungsspaziergang durchs Städtchen, dann fallen wir nach einem
ereignisreichen Tag geschafft in die Kojen.
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29.3.10
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Der
erwartete Sturm hat uns seine Aufwartung nicht gemacht, dafür hat der Wind
gedreht und ich erwache in der Früh als die SAMANTHA voll am Anker in der Kette hängt.
Frühstück
wie gewohnt, Leinen los und gleich profitieren vom herrlichen Windchen mit Kurs
zur Kaltwasserbucht bei Ali. Es hat merklich abgekühlt und wir müssen uns mit
Pullover und Jacke warm halten. Trotzdem scheint immer wieder die Sonne
zwischen den Wolken durch, so dass Patrick sich am Nacken einen leichten
Sonnenbrand holt. Wir holen uns den Wetterbericht aus der Schweiz : Schnee bis
in die Niederungen und kalt.
Whow, da
geht es uns ja doppelt gut.
Am
Nachmittag fahren wir bei Ali in die Bucht. Tote Hose. Es nähert sich ein
kleines Motorboot mit zwei jungen Kerlen. Die bestätigen, dass Ali erst an
Ostern, nächstes Wochenende kommen würde. Wir könnten aber gerne bei Ihnen in
der Nachbarbucht im Restaurant guten Fisch essen, denn sie hätten bereits
geöffnet. Wir werweissen. Lediglich die noch viel zu frühe Zeit, lässt und zur
Weiterfahrt entscheiden. Wir segeln noch um das nächste Kap, an einen Ort, der
als ökologische Sperrzone deklariert ist.
Es ist dort sehr schön, das können wir feststellen, obwohl wir wegen
einer gespannten Kette nicht weiterfahren können. Wie wohl türkische Grüne
aussehen ? Ob die auch mit randlosen Brillen, strähnigen haaren und gestickten
Socken daherkommen ? Trotzdem, ich finde es gut, dass schöne Gebiete
entsprechend geschützt werden, obwohl man ja eigentlich den grössten Teil, des
Segelgebietes in dem wir das Glück haben, uns zu bewegen, schützen müsste, und
dann wäre es vorbei mit unserem Vergnügen.
Es ist
erfreulich, dass die Türken eine sogenannte Umweltpolizei hat, die während der
Saison die Buchten abfährt und das Verhalten der Schiffsbewohner kontrolliert.
Es ist Pflicht, Schmutzwassertanks zu führen. Es dürfen Landleinen nicht an
Bäumen festgemacht werden, Müll kann bei den Restaurants am Steg ende abgegeben
werden und wird eingesammelt und trotzdem darf man überall an den Stegen
kostenlos anbinden und ist nicht einmal verpflichtet, sich auch dort zu
verköstigen. Die Türken verstehen etwas vom Tourismus, und ich denke, machen
damit ganz gute Geschäfte. Dazu kommt die Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und
Fröhlichkeit der Bevölkerung.
Es wird
schon fast dunkel. wir laufen wieder bei Ali ein und machen fest.
Nur ein
einziges Boot ist neben uns am Steg, die Saison beginnt erst in 4 Tagen.
Es war
ein längerer Segeltag, und nun wird ein
einkilöniger Fisch für uns gegrillt.
Wie schon
der ganze Tag ist es merklich kühler und wir sitzen mit der ganzen,
unterbeschäftigten Mannschaft oben im Restaurant , in der mit Planen
geschlossenen Hütte am Kaminfeuer. Wir essen, sie spielen ein Spiel, eine Art Rummi.
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30.3.10
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Heute soll
es gemütlich wieder in Richtung Marmaris gehen. Ein Segeltag, wie man sich das
nur träumen kann. Guter Wind und aus gewünschter Richtung, Sonne. Zum
vollendeten Glück fehlen nur noch die Frauen.
Unser Ziel
in der Bucht von Ekincik ist das Restaurant am Hang wo Rita und ich letzten
Herbst so gut gegessen haben.
Direkt nach
der Umrundung des letzten Kaps wird uns klar, dass heute nichts wird mit
unserem Traum, denn das Restaurant ist mit Brettern zugenagelt. Es liegen 2
Boote am Steg. Wir werden dort anlanden. Ein Marinero gibt uns Zeichen, uns hinter dem
Steg zwischen die beiden anderen Boote zu legen. Wir drehen och eine Runde und
machen alles zum Anlegen bereit.
Es ist
nicht einfach an diesen sehr engen Platz zu manövrieren aber Patrick macht das
mit einer Ruhe und Gelassenheit, die schon einem erfahrenen Skipper gleich
kommt., und das nach erst einer Woche Training.
Auf der
einen Seite liegt ein Katamaran mit 2 Familien und eine ganzer Horde von
Kindern. Die eine Tochter ist bereits von der Pubertät befallen, etwas was aus
jungen Mädchen so richtige Gören macht. Diese hier sieht sich als Superstar,
trotz ihrem nicht sehr attraktiven Äussern. Sie flaniert neben uns an der
Gangway entlang als wäre es ein Catwalk. Dauernd wird an den Haaren herumgezupft,
als könnte Sie damit unsre Aufmerksamkeit erwecken. Wir amüsieren uns
köstlich. Die kleineren Buben benutzen
den Cat als praktisches Turn- und Klettergerät. Mir wird manchmal flau im
Magen, wenn die für ihr Alter übertollkühnen Kletterparaden vollführen. Die
Eltern geniessen derweil den Apero. Diese Jungs werden sicher einmal grosse
Seemänner. Ob die junge Lady auch Ihren Traum als Model verwirklichen kann
? Da müsste Mutter Natur noch ein hartes
Stück Arbeit vollbringen. Aber Träumen ist ja nicht verboten und wie viele
träumen auf einem Segelboot ?
Die anderen
Nachbarn, ein junges amerikanisches Pärchen, vrsucht die meiste Zeit, mit einem
Angel an einer Schnur das Mittelmeer leer zu fischen. Scheinbar sind die schon länger unterwegs und
wissen kaum mehr etwas mit der Zeit anzufangen. Normalerweise fangen Männer an
das Schiff zu putzen. Hier ist diese Phase scheinbar schon vorüber.
Wir
überlegen, ob wir die etwa zwei
Kilometer lange Strecke zum Hotel in der Bucht marschieren sollen um zu essen,
oder aber selber kochen. Was, wen das Hotel auch geschlossen ist ?
Könnte ja
sein. Wir kochen. Für diesen
Eventualfall haben wir ja eingekauft und nun kommen die Hühnerbrüste als „
Geschnetzeltes“ mit Bandnudeln und Erbsen auf den Tisch. Auch Schweizer Essen kann gut sein. Den
längeren Abend verbringen wir mit unserem Dominospiel und ausgedehnten
Plaudereien über das Segeln.
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31.3.10
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Heute Abend
wollen wir zurück in Marmaris sein. Hierzu haben wir alle Zeit der Welt. Auf
den Schiffen neben uns ist noch Nachtruhe als wir Frühstücken. Als wir dann
nach vorgerückter Morgenzeit loslegen strecken alle andern auch schon die Köpfe
aus den Luken.
Quer über
die Bucht Motoren wir erst einmal. Ich möchte Mal die verschiedenen im Buch
beschriebenen Ankerstellen sehen, denn ich kenne nur eine und dort schaukelt es
immer fürchterlich. Rita kann davon ein Liedchen singen.
Vor uns
nach dem Kap erwarten wir den Wind, der uns zurück nach Marmaris tragen soll.
Und so war’s.
Ich kann
vor Glück auch diesen Segeltag nicht beschreiben. einfach alles super. Patrick
will auf halber Strecke auch noch die farbige Besanfock aufziehen, was wir dann
auch tun. Das Glück strahlt förmlich aus seinen Augen als das farbige Segel
oben ist und wir einen weiteren Knoten zulegen.
In der
Bucht von Marmaris ist die Tageszeit soweit vorgeschritten, dass der Wind auf
seine übliche spät nachmittägliche Stärke aufdreht. Mit 25 Knoten auf der Nase
müssen wir in die Marina einfahren und dann geht’s quer zum Wind zwischen den
Stegen entlang und dann rückwärts an unserem Platz einparken, wo wir die
Landleinen mit den Federn liegen haben.
Ich fordere
Patrick auf, sich für die Anlandung vorzubereiten. Alles macht er gut und
richtig, nur mit dem Funkgerät will er sich nicht anfreunden. Wir müssen die
Marina anfunken, damit die uns helfen können , falls… und uns die Landleinen
annehmen. Ist normal, nur man muss eben die Ankunft funken, das gehört zum
Können eines Skippers.
Nichts zu
machen. Patrick hat bei dem Funkgerät so viel Respekt wie der Teufel bei einem
Weihwasserbecken.
Rudy, „der
alte Skipper“ funkt, meldet unser Ankommen an und bittet darum, dass man uns
assistiert.
Kein
Problem.
Mit Patrick
bespreche ich die Strategie. Wir wollen erst am Steg vorbei und dann Rückwärts
in einem „L“ an den Platz einparken.
Erst
funktioniert es auch, nur, dann drücken uns Böen quer zum Schiff gegen die
erste Bootsreihe. Es könnte knapp werden. Wenn wir die zum Teil sehr flachen
Mooringleinen fangen, sind wir gebucht.
„Patrick,
fahr nochmals vorwärts raus, wir fangen nochmals von vorne an, wir sind zu nahe
an den Leinen“ das habe ich kurz vorgeschlagen.
Wir
fahren draussen nochmals eine Runde.
Diesmal wollen wir vorwärts einzufahren , gegenüber eine Lücke suchen und dann rückwärts zurück
an unseren Platz.
Gesagt
getan, es klappt wunderbar und Patrick gelingt eine erste Anlandung unter
absolut widrigsten Bedingungen. Alles geht ohne auch nur ein Boot zu touchieren
oder sonst irgendwo anzuecken.
Die
Marineros , vier an der Zahl, sind gewappnet und bereit einzugreifen. Es ist nicht nötig.
Stolz wie
ein Pfau geht Patrick danach auf der SAMATHA auf und ab und kontrolliert
nochmals alle Fender und Leinen.
Wir gehen
von Bord um uns in der Hafenbar einen wohlverdienten Ankerdrink zu genehmigen.
Als wir
zurückkommen liegt neben uns ein Ami mit seinem Schiff. Er hat vorwärts
eingeparkt und meint, es sei ganz schön schwierig gewesen. Beim anlanden hat er
eine Mooringleine erwischt und muss nun einen Taucher haben, der die Leine
wieder vom Schaft nimmt. Noch während wir mit Ihm ein Schwätzchen halten, kommt
ein anderes Boot eingefahren. Die Marineros stehen auch da bereit, können aber
den Zusammenprall mit dem einen Boot beim einparkieren nicht verhindern. Es
schrubbt und schrabbt, bis dann endlich auch diese Boot an seinem Platz
festgezurrt ist. Danach geht ein Geläufe los. Es kommen Hafenarbeiter, es
kommen Versicherungsleute, Bootshandwerker und viele mehr. Es werden der
Schaden begutachtet und Kosten geschätzt. Der Skipper hockt da wie ein
begossener Pudel. Es ist auch nicht schön, wenn ein Urlaub mit einem Schaden
endet und den Urlaub entsprechend verteuert. Er tut mir leid, so wie er da
hockt und sinniert, Glücklicherweise ist seine Frau dabei cool geblieben und
hat keine Anzeichen von nahender Scheidung ausgestrahlt.
Der böse
Wind.
Später in
der Hafenbar feiern wir ruhig und in aller Stille unseren gelungenen Törn, und
nach dem Essen strahlen dann die Äuglein
noch mehr, denn der Wein ist auch gut in der Türkei.
Das Essen
war gut, aber nicht so hinreissend wie uns das der Kellner versprochen hatte.
Wir liessen uns überreden, einen Othmanentopf zu bestellen, der soll so gut
sein, dass wir nie mehr etwas anderes essen wollten. Gut, man kann’s ja mal
probieren, jedoch hätte ich eigentlich aus Erfahrung wissen müssen, dass Türken
die besten Verkäufer sind. Das beweisen die ja täglich im Souk, wo man
aufpassen muss, dass einem nicht alte Türkinnen als heiratsfähige Jungfrauen
angedreht werden. Es ist halt der türkische Charme.
Na gut,
schlecht war ja das Lammgeschnetzelte nicht, nur war da leider auch noch etwas
vom alten Bock mit rein geraten, aber, der Wein hat’s dann schon gerichtet.
Und, spätestens nach dem Schlummertrunk war alles egal, Hauptsache das Bett war
am richtigen Ort.
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1.4.10
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Heute ist
erster April.
Kopfschmerzen
haben wir beide keine. Der Wein hat nicht nur gut gemundet, er muss auch von
guter Qualität gewesen sein, obwohl er auch Zahlbar war.
Ich werde heute
wegen dem Datum höllisch aufpassen. Aber scheinbar kennt man das mit dem
1.April in der Türkei nicht, denn alles ging glatt über die Bühne. Die SAMANTHA
wurde wieder unter Zollverschluss gelegt, wir haben die Fendersocken bordofarbig,
wie die Scheuerleiste, bekommen und damit das Boot geschmückt. Das übliche
Procedere wurde ganz gemütlich den ganzen Tag über abgespult und einige kleine
Reparaturen ausgeführt. Patrick hat sein Logbuch nachgeführt und bis am Abend war alles so, dass wir die
SAMANTHA hätten verlassen können. Einzig das Einholen der Genua hat mir etwa
Sorge gemacht. Drei Versuche haben wir unternommen, mussten aber jedes Mal
aufgeben weil der Wind zu stark war. Irgendmal gegen Abend gab’s einen Moment,
wo es uns gelang die Genua einzuholen und im Salon zu verstauen. Uf….
Ich fragte
dann unseren netten Ami-Nachbar, ob wir eventuell unser Schiff in der Früh über
sein Boot verlassen dürften, was er uns sofort und selbstverständlich erlaubte.
Somit konnten wir noch am Abend vor dem Schlafen gehen unsere SAMANTHA wieder
weit genug vom Steg vertäuen und mussten
nicht in aller Herrgottsfrüh noch das Schiff umlegen.
Heute Abend
wollen wir nochmals schön Essen im Hafenrestaurant, Fisch ist bei mir angesagt.
Auf der
Speisekarte finde ich einen Dorado mit Balsamico-Sauce. Hört sich doch gut an,
nicht ?
Mit
tänzerischem Flair und den Teller elegant auf der Hand am ausgestreckten Arm
balancierend bringt mir der Kellner den so sehnlichste erwarteten Fisch.
Hat es in
der Türkei in den letzten Tagen eine Ölpest gegeben, bei dem die Fische im
schwarzen Schweröl verendet sind ? Ich
habe nie was davon gehört. Mein Fisch
liegt bis zu den Rückenflossen in einer schwarzen öligen Brühe. Tatsächlich, es ist mehr oder weniger reines
Balsamico. Balsamico ist eine Art Essig und schmeckt auch entsprechend. Wir
verwenden das um mit einigen Tropfen dem Tomaten-Mozarella-Salat etwas Pfiff zu
geben. Aber hier, da in meinem Teller liegt ein Fisch, der mit einer halben Flasche
Balsamico ertränkt wurde! Wehmütig
versuche ich Fischstückchen möglichst unbehelligt aus dem Essig zu ziehen.
Schade. Ob der Koch etwas gegen Schweizer hat, wegen der Minarettinitiative,
und hier eine super Gelegenheit gefunden hat, sich zu rächen oder ob einfach in
der Küche ein Unfall passiert ist, oder , aber kaum zu glauben, dass der Koch
das gut und originell findet?
Noch die
halbe Nacht stört mich der schale Geschmack von Essig im Mund.
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2.4.10
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Es ist 0500
als der Wecker rasselt.
Kurz die
letzten Sachen zusammenpacken, Strom aus, alles abschliessen und über das
Nachbarschiff verlassen wir die SAMANTHA. Wir wollen noch Duschen, rasieren und
Zähne putzen in der Hafenanlage. Um 0600 sollte unser Fahrer kommen. Ob der wirklich kommt, denn das Geld hat er
ja schon ?
Es ist
unglaublich, wir hätten unsere Uhr danach richten können so pünktlich erscheint
der gleiche Fahrer wieder. Die Fahrt zum Flughafen geht schneller als die
Hinfahrt. Vermutlich hat der Fahrer noch ein „Date“ oder aber es gibt erst
Frühstück wenn er wieder zu Hause ist.
Der
Flughafen ist noch fast im Dunkeln und keine Check-in Schalter sind besetzt.
Wir beginnen den langen Tag mit Warten.
Der
Rückflug bis Zürich ist ein Spiegelbild des Hinfluges, alles gleich, nur in
umgekehrter Abfolge. Fliegen mit Essen, 4 Stunden Warten, Fliegen mit Essen, Ankunft in Zürich. Hier gibt es einen
wesentlichen Unterschied. Wir Schweizer warten in der gleichen Schlange vor dem
Zoll, wie alle Anderen, im Gegensatz zur Türkei, wo die Einheimischen nicht in
der allgemeinen Warteschlange anstellen
müssen, sondern eigene Schalter haben!!!!
Es lebe der
Patriotismus. Ich frage mich schon seit zig Jahren, ob es richtig ist, dass wir
Schweizer, wenn wir nach Hause kommen, genau gleich gefilzt werden müssen wie
ausländische Gäste, es ist doch schliesslich unsere Heimat und nicht der Besitz
von einem Zöllner? Warum funktioniert
das so in anderen Ländern und bei uns nicht ? Jedes Mal ärgere ich mich, dass
wir Schweizer, wenn wir zu uns nach Hause kommen, wie Fremde behandelt werden !
Wenn ich in
ein anderes Land reise, akzeptiere ich, dass ich dort als Fremder behandelt
werde, denn ich gehe ja als Gast dorthin und bin ein Fremder, nicht aber bei
uns. Die Türkei könnte hier ein Beispiel für Patriotismus sein.
Rita holt
uns am Flughafen ab, übergibt an Patrick seine Autoschlüssel, damit er auf
direktem Weg nach Hause fahren kann. Wir nehmen den nächsten Zug und beenden
unsere Reise gemütlich mit der SBB.
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Wann ich
das nächste Mal die SAMANTHA besuchen kann weiss ich noch nicht. Es kommt sehr
auf die geschäftlichen Verpflichtungen an. Geplant ist vorerst einmal im
September.
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